Grube Silberhardt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Grube Silberhardt
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Grube Silberhardt 1870 Panorama.jpg
Das alte Bergwerk Silberhardt
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Beschäftigte 400
Betriebsbeginn 13. Jahrhundert
Betriebsende 1936
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Silber, Blei, Eisen, Zink, Kupfer
Größte Teufe 130 m
Geographische Lage
Koordinaten 50° 49′ 23,3″ N, 7° 38′ 34,8″ OKoordinaten: 50° 49′ 23,3″ N, 7° 38′ 34,8″ O
Grube Silberhardt (Nordrhein-Westfalen)
Grube Silberhardt
Lage Grube Silberhardt
Standort Öttershagen
Gemeinde Windeck
Kreis (NUTS3) Rhein-Sieg-Kreis
Land Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland

Die Grube Silberhardt in Öttershagen, einem Ortsteil von Windeck, ist ein ehemaliges Erzbergwerk, das am 13. September 2003 als Besucherbergwerk wieder eröffnet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgefahren wurde die Grube schon im 13. Jahrhundert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Grube 1752 erneut aufgefahren.

1808 erwarb Bürgermeister Johann Caspar Rumpe von Altena das verlassene Bergwerk. 1810 verkauft er es an den Gewerken Metzger weiter, kauft es aber nach teilweisem Einsturz wieder zurück. 1819 wurden große Mengen silberhaltigen Bleiglanzes gefördert. Die Bröler Eisenhütte wurde für die Erschmelzung von Blei- und Silbererz umgebaut und 1824 sogar erweitert. 1824 wurde auch die Wasserkunst eingebracht. 1825 wurde ein Pochwerk in Rosbach (Sieg) errichtet.

1831 wurde die Sieg erstmals auf Verunreinigungen untersucht. 1833 kam es zu einem Arbeiteraufstand und 1834 wurde die Förderung eingestellt. Nach dem Erwerb der Grube durch Kleingewerken 1859 wurde 1861 der Abbau wieder eingestellt und der Besitzer wechselte.

1863 wurde in Amsterdam die Gründung einer AG Silberhardt en Jucht genehmigt, 1873 eine AG Ertsdelveriy Amsterdam gegründet. 1874 wurden Aktien mit einem Nennwert von 150.000 Gulden ausgegeben. Vorerst 1881, endgültig 1882 stellte die Grube ihren Betrieb wieder ein. 1884 gründete ein Hr. Dahm die 100 Kuxe Gewerkschaft Silberhardt, 1892 erfolgte auch die Konsolidierung und 1900 die Wiedereröffnung, aber keine Produktion. 1914 erbaute ein Hr. Flothmann eine zweite Aufbereitungsanlage, die aber 1915 wieder zwangsversteigert wurde. 1920 übernahmen die Hüttenbetriebe Thyssen die Grube, die mit anderen zur Konsolidation Eisenberg vereinigt wurde. 1924 übernahm ein „Herr Käsgen“ die Aufbereitungsanlage und die Grube, musste aber 1925 viele Mitarbeiter entlassen; 1926 wurde der Besitz zwangsversteigert. 1926 erwarben die Vereinigten Stahlwerke die Grube und produzierten von 1930 bis 1936. 1953 erwarb die Erzbergbau Siegerland die Grube, 1965 die Barbara Rohstoffbetriebe.

Besucherbergwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 wurde mit der Öffnung des verfüllten Oberen Neuen Stollens begonnen. 1999 konnten erste Besucher hineingeführt werden. 2002 wurde der Förderverein zur Erhaltung der Bergbau- und Hüttentradition e.V. gegründet. Im Juli 2011 konnte der Förderverein das neue Besucher- und Informationszentrum eröffnen.

Bergbauwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 wurde ein 1,7 Kilometer langer und 14 Stationen umfassender Bergbauwanderweg eingeweiht. Dieser berührt verschiedene Stollenmundlöcher, einen Rennofen und einen Holzkohlemeiler.

Bergbaumuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neuangelegte Stollenmundloch der Grube Silberhardt

2017 wurde die stark erweiterte montanhistorische Ausstellung neu eröffnet. Neben der Geschichte der Grube Silberhardt werden Fragen des Siegerländer Bergbaus und der sozialen Situation der Bergleute behandelt sowie eine Erz- und Mineraliensammlung gezeigt.

Grubenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 fuhr die erste Grubenlok.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Patzke: Die Grube Silberhardt: Ein Besucher-Bergwerk lädt ein. Martina Galunder, Nümbrecht 2003, ISBN 3-89909-024-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]