Grunbach (Remshalden)

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Grunbach
Gemeinde Remshalden
Ehemaliges Gemeindewappen von Grunbach
Koordinaten: 48° 49′ 8″ N, 9° 25′ 4″ O
Höhe: 241 (235–300) m
Fläche: 4,73 km²
Einwohner: 6016 (30. Jun. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1.272 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1974
Postleitzahl: 73630
Vorwahl: 07151

Grunbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Remshalden im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Der Ortsteil hat rund 6000 Einwohner (Stand 2007)

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grunbach liegt beidseits des hier westwärts fließenden Flusses am Ufer, auf dem Talgrund und auf den Hängen des unteren Tals der Rems, die auf unter 235 m ü. NHN die Gemarkung verlässt. Der höchste Punkt der überwiegend rechtsremsischen Gemarkung ganz im Norden am oberen bewaldeten Abfall der Buocher Höhe erreicht über 471 m ü. NHN, ihr Ostrand folgt dem Lauf des Zehntbachs, der westliche teils dem des Gundelsbachs. Durch den alten Ortskern läuft dazwischen von dieser kleinen Hochebene der namengebende Grunbach. Der obere Bebauungsrand reicht heute bis fast auf 300 m ü. NHN, die alte Kirche am rechten Grunbachhang steht auf 271 m ü. NHN, große Teile der neueren Ortsbebauung liegen auch in der recht flachen rechten Remsaue auf Höhen um 240 m ü. NHN. Links des Flusses liegt ein Gewerbegebiet in der Aue und darüber eine kleinere, sämtlich neue Wohnbebauungszone am Hang.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhaus Gasthof „Hirsch“

Im Dorfkern am nördlichen Talhang der Rems mit der Kirche sind noch mehrere alte Fachwerkhäuser erhalten, darunter der Gasthof „Hirsch“ von 1610, der älteste Gasthof im Remstal.[1] Dieser Ortskern bildet, zusammen mit zahlreichen umgebenden Neubaugebieten, den heutigen Ortsteil Grunbach-Nord.

In den frühen 1950er Jahren entstand wegen des starken Bedarfs an Baufläche (unter anderem für Spätaussiedler) die Neubausiedlung am südlichen Talhang der Rems, der Ortsteil Grunbach-Süd. Er wird daher von Einheimischen gerne Siedlung genannt. Dort befindet sich auch die 1965 erbaute Katholische Kirche „St. Michael“ und die „Ernst-Heinkel-Realschule“.

Im Ort und danach verbinden zwei Straßenbrücken die beiden Ortsteile. Zwischen beiden liegen im Talgrund entlang der Eisenbahn, der Rems und der Bundesstraße 29 Gewerbe- und Industrieanlagen.

Ferner gehören zu Grunbach 2 Aussiedlerhöfe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grunbach auf einer Postkarte um 1900

Der Ort „Conronbach“ wird 1142 erstmals urkundlich erwähnt, als in einer Urkunde vom 22. April 1142 ein „Conradus de Conronbach“ genannt wird.[2] „Grunbach“, in dem 1238 ein Pleban genannt wird, ist wohl in der jüngeren Ausbauzeit entstanden. Begütert waren hier das Stift Backnang (1245) die „von Urbach“ (bis 1425) und die Spitäler Schorndorf und Göppingen. Örtlicher Adel ist nur für das 12. Jahrhundert gesichert. Württemberg übernahm 1293 den Schutz der Grunbacher Güter des Klosters Lorch gegen Überlassung des Vogtrecht[3].

Bereits 1328 ist eine Kelter bezeugt, die Weinbautradition kann durch eine Vielzahl von Urkunden nachgewiesen werden. Sie lässt sich auch an den drei ehemaligen Keltern in der Schillerstraße ablesen.

Grunbach gehörte zum Amt bzw. Oberamt Schorndorf und kam bei dessen Aufhebung 1938 zum Landkreis Waiblingen. 1939 wurde Grunbach als „Gewerbliche Gemeinde und Dienstleistungszentrum“ eingruppiert[4].

Am 1. Januar 1972 wurde der oberhalb von Grunbach gelegene Ort Buoch nach Grunbach eingemeindet.[5] Am 1. Oktober 1974 wurden die Orte Geradstetten und Grunbach schließlich zur heutigen Gemeinde Remshalden zusammengeführt.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dionysius-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchplatz, Grunbach

Das Wahrzeichen Grunbachs ist die 1481 fertiggestellte evangelische Pfarrkirche, eine ursprünglich dem Heiligen Dionysius (1451) und später Veranus (1537) geweihte Wehrkirche[3].

Als Chorseitenturmkirche wurde sie 1481 an Stelle einer Vorgängerkirche, die vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammte, gebaut. 1863 wurde diese Kirche durch Christian Friedrich von Leins gotisierend korrigiert und verändert (u.a. Fenster und Chorbogen). Der achtseitige Turmhelm ist noch spätgotisch.

Der Chor hat einen 3/8 Chorschluss und ist mit einem einzigen Rippenstern gewölbt. Das Langhaus des Kirchenschiffs hat ein Holztonnen-Gewölbe von 1964. Die Sandsteinkanzel ist vom Anfang des 17. Jahrhunderts; deren Schalldeckel um 1720. Das Kruzifix ist ein vorzügliches Schnitzwerk des frühen 16. Jahrhunderts aus dem Umkreis von Hans Seyfer. Ein romanischer Taufstein stammt aus der Zeit um 1200. Im Chor befindet sich das Grabmal für Johannes Lins, Priester aus Winnenden (gest. 1517), mit der Figur des Verstorbenen in flachem Relief. Die Bleiglasfenster im Chor sind von Wolf-Dieter Kohler von 1964. Im Schiff befinden sich zwei Fenster von Hans Gottfried von Stockhausen von 1999.

Die Kirche ist eingebunden in eine Wehrkirchenarchitektur. Das Steinkirchenbauwerk ist umgeben von einer Ringmauer, die wegen des abfallenden Geländes auf der Ost- und Südseite starke Stützpfeiler aufweist. Der dreigeschossige Turm besitzt Schießscharten. In der südlichen Mauer befinden sich zwei Steinkreuze (vermutlich Sühnekreuze) mit eingemeißeltem Winzermesser („Horbe“) und ein mittelalterlicher Ortsarrest (dem sog. „Karräsperle“).

Heimatmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Feuerwehrhaus von Grunbach in der Schillerstraße unterhalb der ev. Kirche ist ein Heimatmuseum untergebracht, welches vom Museumsverein Remshalden e.V. betreut wird. Unter den Themen Heimat, Wirtschaft, Heinkel sind dort ein Querschnitt der Wirtschaftsgeschichte Remshaldens sowie die Geschichte des hier geborenen Flugzeugpioniers Ernst Heinkel zu sehen.

Das Museum hat jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, für Gruppen jederzeit auch nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei. [7]

Grunbacher Wasserfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserfall des Grunbachs am Nordrand der Grunbacher Ortsteilgemarkung

Oberhalb des Ortes Grunbachs fällt der Bach Grunbach wenig nördlich eines Sportplatzes noch im Wald drei Meter tief frei über eine Keupersandsteinbank.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Seibold, Heimatdichter, Ehrenbürger
  • Ernst Heinkel (1888–1958), Flugzeugkonstrukteur, Ehrenbürger
  • David Wolleber (um 1555–1597), Chronist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.remstal-route.de/Remshalden.371.0.html Abgerufen am 7. November 2012.
  2. Wirtembergisches Urkundenbuch; hrsg. von dem Königlichen Staatsarchiv in Stuttgart auf archive.org. Abgerufen am 7. November 2012
  3. a b Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg, Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, Band III, S. 539
  4. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg, Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, Band III, S. 537
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 459.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 464.
  7. http://www.museumsvereinremshalden.de/
  8. Wanderbroschüre (PDF; 8,7 MB). Abgerufen am 29. Januar 2014.