Grundgebühr (Betriebswirtschaft)

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Die Grundgebühr (auch Grundpreis, Basisentgelt o. ä.) ist ein Entgelt, das verbrauchsunabhängig für die Bereitstellung der potentiellen Nutzung berechnet wird (z. B. bei Telefonanschlüssen, Mobilfunkverträgen, Wasserversorgung, Müllentsorgung). Im Gegensatz hierzu steht die Verbrauchsabhängige Gebühr. Beide Formen können als Preismodell einzeln oder in Kombination vorkommen. Als Instrument der Preispolitik dienen diese Modelle der Preisdifferenzierung.

Ähnlich wie die Grundgebühr wirken Paketangebote, wie Minutenpakte im Mobilfunk oder Strompakete. Hier ist mit der Grundgebühr ein Basisverbrauch abgegolten.

Grundgebühr und Fixkosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundgebühr kann als Entgelt für die Fixkosten des Unternehmens, die verbrauchsabhängigen Gebühren als Entgelt für die Variable Kosten begründet werden. Grundgebühren werden vielfach von Versorgungsunternehmen eingesetzt, die einen hohen Anteil an Fixkosten durch ihre Infrastruktur haben.

Grundgebühren als Option[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundgebühren können auch als Option interpretiert werden. Mit der Zahlung der Grundgebühr erwirbt der Käufer das Recht auf billigere Lieferung. Ein Beispiel hierfür sind Preismodelle mit Rabattkarten wie der Bahncard. Der fixe Kaufpreis reduziert hier die verbrauchsabhängigen Gebühren. Ähnliches gilt auch für Sportvereine, bei denen Mitglieder günstiger die Sportanlagen nutzen können.

Gesamtkosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Unternehmen seine Gesamtkosten decken muss, gilt grundsätzlich: Je höher die Grundgebühr desto niedriger die verbrauchsabhängigen Gebühren und umgekehrt. Als Extremfall kann man einen Prepaid-Tarif ansehen, welcher quasi null Euro Grundgebühr hat, aber dafür deutlich höhere Gesprächsgebühren.

Aus Kundensicht stellen sich die Gesamtkosten aus beiden Teilen zusammen. Die Wahl des günstigsten Tarifes hängt daher von den individuellen Verbrauchsmengen ab. Bei geringem Verbrauch ist ein Tarif mit niedrigen Grundgebühren und hohen verbrauchsabhängigen Gebühren günstiger, bei hohem Verbrauch ist es umgekehrt.

Beispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Beispiel kann man annehmen, dass ein Verbraucher bei einem Mobilfunkvertrag 6,99 Euro Grundgebühr pro Monat bezahlt. Diese 6,99 Euro müssen auf jeden Fall bezahlt werden, egal ob aktiv (= abgehende Gespräche) oder passiv (= ankommende Gespräche) telefoniert wird oder nicht. Die anfallenden Gesprächsgebühren für getätigte gebührenpflichtige Telefonate werden zusätzlich verrechnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]