Grundofen

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Ein Grundofen ist nach der I. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes eine „Einzelraumfeuerungsanlage als Wärmespeicherofen aus mineralischen Speichermaterialien, die an Ort und Stelle handwerklich gesetzt werden“.

Vielfach wird auch eine Feuerstätte als Grundofen bezeichnet, welche keinen Feuerrost besitzt, da sie ausschließlich mit Holz befeuert wird.[1] Die Holzasche sammelt sich auf dem Boden (Grund) des Ofens und bildet ein Bett für die Glut.[2] In einem gut konstruierten Ofen verbleibt nach dem Abbrand des Holzes wenig Asche, so dass ein Grundofen mit ausreichend großem Feuerraum erst nach 50 oder mehr Feuern gereinigt werden braucht.[3]

Typische Grund- oder Grundbrandöfen sind aus Schamottesteinen und Lehm gemauerte Wärmespeicheröfen, welche den Aufstellraum zu einem möglichst großen Anteil durch die Abgabe von Strahlungswärme beheizen sollten. Im Gegensatz dazu erwärmt ein Luftheizungsofen oder Konvektor den Raum durch einen Warmluftstrom.[4]

Ein Kohlefeuer braucht den Luftzug von unten, der durch ein Feuerrost ermöglicht wird, da der Verbrennungsvorgang aufgrund des hohen Heizwertes die Zufuhr von mehr Sauerstoff erfordert.

Demgegenüber sollte die Glut eines Holzfeuers im Aschehaufen liegen, da sich unter diesen Bedingungen die für eine saubere Verbrennung nötige Verbrennungstemperatur erhält. Beim Verbrennen von Holz auf einem Feuerrost funktioniert der Abbrand, solange Flammen aus dem Holz schlagen. In der Glühphase kühlt jedoch der Luftstrom das Glühgut aus. Dadurch bleibt die Verbrennung von Holz auf einem Feuerrost unvollständig und lässt schädliche Verbrennungsprodukte (Kreosot) entstehen.

Beim Verbrennen von Holz in einem Grundofen ist, wenn die Luftzufuhr gewährleistet ist, nach dem Auflegen der Scheite auf das brennende Anmachholz eine weitere Regelung der Luftzufuhr entbehrlich, weil sie sich durch den Verbrennungsvorgang selbsttätig regelt. Wird der Verbrennungsvorgang durch eine Drosselung der Luftzufuhr behindert, dann ist die Verbrennung nicht vollkommen mit der Folge, dass sich der Wirkungsgrad verschlechtert und Schadstoffe sowie Schäden an Ofen und Kamin entstehen können und die Brandgefahr erhöht wird.

Da Grundöfen mit einem Metallmantel ohne Schamotteauskleidung im Vergleich zu einem Kachelofen eine geringere Wärmespeicherfähigkeit haben, wird die Glut nicht so optimal warmgehalten wie in einem gemauerten Grundofen.

Wirkungsweise und Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je größer die Aussenfläche des Grundofens (inklusive Rauchgasrohr), desto größer ist der Strahlungsanteil an der gesamten Wärmeleistung des Ofens.

Die Summe der Wärme abstrahlenden Flächen bildet die Grundlage für die entsprechende Heizleistung des Grundofens.

Wenn der Ofen als Einzelfeuerstätte die alleinige Wärmequelle darstellt, muss die Nennwärmeleistung des Ofens dem Wärmebedarf der zu beheizenden Räume entsprechen.

Die spezifische Nennwärmeleistung eines Ofens kann überschlägig ermittelt werden, indem die innere Heizfläche (vom Feuerraum und den Rauchgas berührten Flächen) mit 850 W/m² multipliziert wird. Die Berechnung basiert auf der Grundlage für Innenausbau (Feuerraum und Zugsystem) nach den Reichsgrundsätzen der 1930er Jahre und ist heute in dieser Form nur noch bedingt anwendbar.

Ein Grundofen hat ein sehr träges Wärmeverhalten und erfordert lange Anheizzeiten. Ein fachgerecht gebauter Grundofen braucht meist zwei bis drei Stunden, bevor die Wärme an der Oberfläche spürbar wird. Je träger sich der Ofen verhält, desto länger kann er die Wärme speichern, so dass weniger häufig nachgeheizt werden muss.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anordnungen unter Pfalzgraf Karl IV. aus dem Jahr 1772 dienten auch der Verhütung eines Brandes im Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten. Nach gleichzeitigen Bauvorschriften durften keine Holzschornsteine mehr errichtet, keine hölzernen Schläuche mehr eingebaut werden, die den Rauch der Feuerstätte zum Kamin zu leiten hatten, wie es auch untersagt wurde, Ofenrohre zum Fenster hinauszuführen.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Eisenschink: Feuer im Ofen – Glück im Haus, Gräfeling, 1999
  2. A. Eisenschink, S. 31f
  3. A. Eisenschink, S. 46
  4. A. Eisenschink: S. 17f
  5. Franz-Josef Sehr: Das Feuerlöschwesen in Obertiefenbach aus früherer Zeit. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 1994. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 1993, S. 151–153.