Unterzentrum

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Unterzentrum, Grundzentrum oder Kleinzentrum ist ein Begriff der Raumordnung und Wirtschaftsgeographie. Er bezeichnet einen zentralen Ort der unteren Stufe nach dem System der Zentralen Orte, das im Wesentlichen auf den deutschen Geografen Walter Christaller (1893–1969) zurückgeht.

Ein Unterzentrum dient der Grundversorgung der Einwohner aus dem Umland. Es sollte eine Vielfalt an zentralen Einrichtungen aufweisen, zum Beispiel:

  • Grundschule und weiterführende Schule
  • Sportanlagen
  • Arzt- und Zahnarztpraxen
  • Arbeitsplätze
  • Gemeinde- oder Amtsverwaltung
  • Post
  • Bank
  • Apotheke
  • Supermarkt, Tankstelle usw.

Periodische, über den täglichen Bedarf hinausgehende Waren und Dienstleistungen stehen im nächsten Mittelzentrum zur Verfügung, z. B. ein Krankenhaus; besondere Angebote für den spezifischen Bedarf sind dagegen im nächsten Oberzentrum erreichbar, z. B. eine Universitätsklinik. Nach dieser theoretischen Struktur sind Wegstrecken in das nächstgelegene Unterzentrum der Wahrscheinlichkeit nach kürzer als die Entfernung zum nächsten Oberzentrum. Anders betrachtet ist der Umkreis eines Unterzentrums wesentlich kleiner als das Einzugsgebiet eines Oberzentrums.

Die Begriffe Unter-, Grund- und Kleinzentrum können mit abweichenden Definitionen Verwendung finden. So verwenden die Bundesländer für ihre Raumordnung keine einheitliche Terminologie.

Im Landesraumentwicklungsprogramm des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern etwa werden die Anforderungen an ein Grundzentrum wie folgt definiert:

  • Nahbereichsversorgung: Grundzentren versorgen die Bevölkerung ihres Nahbereichs mit Leistungen des qualifizierten Grundbedarfs.
  • Überörtlich bedeutsame Wirtschaftsstandorte: Die Grundzentren sollen als überörtlich bedeutsame Wirtschaftsstandorte gestärkt werden und Arbeitsplätze für die Bevölkerung ihres Nahbereichs bereitstellen.
  • Aufgabe der Regionalplanung: Grundzentren und deren Nahbereiche sind in den regionalen Raumordnungsprogrammen festzulegen.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mecklenburg-Vorpommern: Landesraumentwicklungsprogramm (LEP-MV), abgerufen am 2. Dezember 2015, PDF