Grunerstraße (Berlin)

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Grunerstraße
Wappen
Straße in Berlin
Grunerstraße
Blick in den Autotunnel der Grunerstraße; rechts das Alexa
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 24. April 1890
Neugestaltet zwischen 1926 und 1933 sowie
1967–1969
Anschlussstraßen Mühlendamm,
Alexanderstraße
Querstraßen Dircksenstraße,
Littenstraße,
Klosterstraße,
Jüdenstraße
Bauwerke Altes Stadthaus,
Rotes Rathaus,
Franziskaner-Klosterkirche
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 760 Meter

Die Grunerstraße im Berliner Ortsteil Mitte ist mit einer Länge von rund 760 Metern als Teil der Bundesstraße 1 eine wichtige innerstädtische Verbindung. Sie ist nach dem preußischen Politiker und ehemaligen Berliner Polizeipräsidenten Justus von Gruner benannt.

Verlauf und Bebauung[Bearbeiten]

Die Straße wurde 1890 als Verbindungsstraße zwischen Alexanderplatz und Neuer Friedrichstraße (seit 2001 Anna-Louisa-Karsch-Straße und Littenstraße) angelegt. Ihre Benennung bezieht sich auf das damals vollendete Polizeipräsidium Alexanderplatz, an dessen Stirnseite sie auf halber Länge der damaligen Straße vorbeiführte.

Ein erster Ausbau fand Ende der 1920er Jahre bis zum 25. November 1932 statt, als der westliche Teil der Straße bis zur Klosterstraße in die Grunerstraße einbezogen wurde. Er führte zu einer wesentlichen Verkehrserleichterung, entlastete er doch die bis dahin einzig vorhandene Ost-West-Straße, die Königstraße. In der Planungsphase 1925 sind für diese Umbaumaßnahmen einschließlich Erwerb von Bauland und Abrissarbeiten rund 7,5 Millionen Mark angesetzt worden. [1]

Eine erhebliche Verbreiterung und Verlängerung zum Molkenmarkt erfolgte beim Stadtumbau in den Jahren 1967 bis 1969, als vor allem neue Wohnhäuser in der Leipziger Straße errichtet wurden.[2] Dabei wurden auch Teile des später für das Amtsgericht Mitte und das Landgericht Berlin genutzten Justizgebäudekomplexes abgerissen.[3] Nach dem Straßenausbau entstand eine durchgehende Verbindung zwischen dem Mühlendamm über die Grunerstraße bis zur Hans-Beimler-Straße (seit 1991 Otto-Braun-Straße). Um den Kreuzungspunkt mit der Karl-Marx-Allee / Alexanderplatz nicht zu stark zu belasten, wurden die mittleren Fahrspuren zwischen dem Stadtbahnviadukt und der Hans-Beimler-Straße in einen Tunnel gelegt. 2006 wurde die bis dahin an der Grunerstraße endende Alexanderstraße in Anlehnung an ihren früheren Verlauf über diese bis zur Kreuzung Karl-Marx-Allee und weiter der Straße Alexanderplatz zur Kreuzung Karl-Liebknecht-/Memhardstraße verlängert.[4] Die Grunerstraße endet seitdem an der Alexanderstraße.

Planungen der 1990er Jahre[Bearbeiten]

Tunnel Grunerstraße, 1969

Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt plant bereits seit rund zehn Jahren einen großflächigen Umbau zur Reurbanisierung der historischen Mitte.[5] Dabei soll das Gebiet vom Alexanderplatz bis zur City West umgestaltet und das Gebiet um den Molkenmarkt als Schwerpunktbereich definiert werden. Kritisiert wird die sechs- bis achtspurige Verkehrsführung zwischen Mühlendamm und Grunerstraße, die aus Sicht des Senats die zusammengehörigen nördlichen Abschnitte Alt-Berlins von den südlichen Bereichen trennt. Geplant ist, den Durchgangsverkehr auf tangentiale Straßen abzuleiten und den Kfz-Verkehr in der Innenstadt zu reduzieren. Konkret soll die Grunerstraße „nach Norden entlang der Rückseite des Roten Rathauses und der Rathauspassagen“[5] verlegt werden. Der Straßenverlauf soll dabei durch neue Geschäfts- und Bürohäuser neu gefasst werden. Die Kosten für den Umbau will der Senat durch den Verkauf der neu geschaffenen Bauflächen in vollem Umfang refinanzieren.[6] Die Bauarbeiten sollten bis 2014 durchgeführt werden.[7] Passiert ist jedoch bis Ende 2014 nichts.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grunerstraße (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Millionenprojekte der Stadt Berlin. Die großen Durchbrüche. In: Vossische Zeitung, 12. Juli 1925, Beilage in der Sonntags-Ausgabe; S. 5.
  2. Aron Kraft: Ost-Berlin in den Planungen der SED: Hermann Henselmann. GRIN Verlag, 20. Mai 2011, ISBN 978-3-640-92095-2, S. 12– (Zugriff am 17. Juli 2012).
  3. Stadtgericht Mitte auf berlin.de, abgerufen am 16. Juli 2012.
  4. Alexanderstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  5. a b Molkenmarkt/Klosterviertel: Einführung in den Planungsprozess bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, abgerufen am 16. Juli 2012.
  6. Peter Neumann: Eine Fahrspur weniger für Autofahrer. In: Berliner Zeitung, 12. Dezember 2003.
  7. Peter Neumann: Molkenmarkt: Umbau ab 2013. In: Berliner Zeitung, 18. Mai 2010.

52.51951413.41304Koordinaten: 52° 31′ 10″ N, 13° 24′ 47″ O