Gruol

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Gruol
Ehemaliges Gemeindewappen von Gruol
Koordinaten: 48° 20′ 47″ N, 8° 46′ 32″ O
Höhe: 470 m ü. NN
Einwohner: 1654 (31. Dez. 2018)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 72401
Vorwahl: 07474

Gruol (sprich: Gruhl) ist ein Stadtteil von Haigerloch im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Das Dorf befindet sich in einer Talmulde am Flüsschen Stunzach im Südwesten der Gemeinde. Mit 1653 Einwohnern ist Gruol der zweitgrößte Stadtteil von Haigerloch.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung des Ortsnamens ist wahrscheinlich zurückzuführen auf „Ort im grünen Wiesental“. Der Ortsname könnte allerdings auch von einem früheren adligen, Gozzolt von Groeren, der mit der Schenkungsurkunde von Gruol zu tun hatte, zusammenhängen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruol wurde 1094 erstmals urkundlich erwähnt. Gruol bildete sich aus kleinen Einzelhöfen, die nach und nach zusammen wuchsen, der älteste Ortsteil ist Kroppenhofen. Später war der Ort im früheren Oberamt Haigerloch Teil Hohenzollerns, 1850 kam Gruol als Teil der Hohenzollerischen Lande an Preußen. Am 1. Januar 1975 erfolgte trotz teilweisen Widerstands in der Bevölkerung die Eingemeindung in die Stadt Haigerloch.[1] 1994 fand die Feier „900 Jahre Gruol“ statt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befinden sich eine Grund- und Hauptschule. Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Hauptschule nach Stetten verlegt worden und die Grundschule zur Ganztagsschule erweitert worden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Clemens: Erbaut von 1846 bis 1849, die Höhe des Kirchturms beträgt 46,70 Meter und ist eine der größten Kirchen im Zollernalbkreis. Die Kirche bietet rund 1200 Sitzplätze. Die Große Glocke wurde 1429 in Esslingen gegossen.
  • Vituskapelle: (Friedhofskirche) Die richtige Bezeichnung: Unserer Lieben Frauen Kirche. 1374 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Sie erhielt einst beim Umbau der St.-Clemens-Kirche deren Kirchturmspitze.
  • Heiligkreuzkapelle: Wurde im 13. Jahrhundert erbaut und bis 1480 erweitert.
  • Schlössle: Es wurde erstmals 1608 urkundlich erwähnt.
  • Klosterscheune Gruol: Erbaut 1743
  • Neues Rathaus mit Feuerwehrhaus: 1978 erbaut
  • Das Rote Haus: Eines der ältesten Wohnhäuser, es ist über 300 Jahre alt.
  • Gasthaus Krone: Auch das Gasthaus Krone ist über 300 Jahre alt. Seit einigen Jahren wird dort allerdings nicht mehr bewirtet, gelegentlich finden jedoch dort noch Veranstaltungen statt.
  • Backhaus und Waschhaus: Beide wurden um 1843/44 errichtet. Das Backhaus wird auch heute noch genutzt.
  • Die untere Mühle: Sie wurde 1348 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde dort schweres Wasser als Moderatorsubstanz für den Forschungsreaktor Haigerloch gelagert.
  • Altes Schulhaus: Es ist mehr als 100 Jahre alt und wurde 1908 erbaut.
  • Loretto-Kapelle: Auch sie steht nicht auf der Gemarkung von Gruol und dennoch war es einst ein Gruoler, der sie um 1655 erbaut hatte.
  • Jüdischer Friedhof: Liegt im Wald, oberhalb der Weinberghalde. Die meisten Grabsteine sind noch vorhanden. Sie stehen unter Denkmalschutz.
  • Sonstige: Pfarrheim St. Clemens: 1905/06; Gasthaus Löwen und Traube: Wurden alle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, sind allerdings längst nicht mehr in Betrieb; Gasthaus Rössle wurde bis 2013 als Jugendhaus betrieben und ist mittlerweile abgerissen; Obere Mühle; Säge; Brauhaus (um 1865)
  • Löwensaal: Ehemals der Saal des Gasthaus Löwen, mittlerweile ein Veranstaltungssaal der von der örtlichen Vereinsgemeinschaft betrieben wird.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hausertaleiche: Die 30 Meter hohe Eiche mit einem Bodenumfang von 8,80 Meter ist über 500 Jahre alt und wird „Dicke Eiche“ genannt. Sie wurde 1935 ins Naturdenkmalbuch eingetragen.
  • Eiche bei Gruol mit einem BHU von 6,90 m (2015).[2]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich findet in Gruol bei der Weinberghalde am ersten Septemberwochenende an zwei Tagen eines der größten Motorradtreffen Süddeutschlands statt. Bands wie Axxis, U.D.O., Krokus, Bonfire, Pretty Maids und Doro sind dort bereits aufgetreten. 2015 war Edguy Headliner, 2017 Primal Fear und 2018 Grave Digger.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 540.
  2. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017