Gruppenmasturbation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Löschregeln Dieser Artikel wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Falls du Autor des Artikels bist, lies dir bitte durch, was ein Löschantrag bedeutet, und entferne diesen Hinweis nicht.
Zur Löschdiskussion

Begründung: Siehe auch Diskussion: Die Quelle Freud bezieht sich auf einen Artikel, den nicht Freud verfasste, sondern Géza Róheim. Auch inhaltlich halte ich den Satz dazu für falsch: Róheim war Ethnologe und seine Ergebnisse bezogen sich auf ein Ritual bei einer Gruppe, die er beobachtete. Der Satz im Artikel verallgemeinert die Ergebnisse unzulässig, zumindest im Original findet sich diese Verallgemeinerung m.E. nach nicht. Auch wenn die Gruppenmasturbation in gewisser Weise sicherlich diese Funktion erfüllt, ist die Quelle nicht die richtige, um das zu belegen. Auch seltsam ist der Satz "Bei homo- oder bisexuellen Männern kann die gegenseitige Masturbation auch zum Vorspiel dienen." Bei heterosexuellen Paaren und auch bei lesbischen Frauen kann dies ebenso der Fall sein, gegenseitige Stimulation mit den Händen ist so häufig Bestandteil des Vorspiels, dass der Satz einfach keinen Sinn macht. Auch die Quelle unter "Literatur" - Sigusch/Schmidt (insb. S. 156) nichts mit Gruppenmasturbation zu tun hat. Weder steht auf S. 156 in besagter Quelle etwas dazu, es geht dort in der Tabelle um homosexuelle Kontakte, noch steht m.E. nach irgendwo in besagter Quelle etwas zu Gruppenmasturbation, das haben die Autoren schlicht nicht erhoben.

Zusammenfassend: Der Artikel hat keine brauchbare wissenschaftliche Quelle, benutzt einen nicht von Petting abgrenzbaren Begriff von Gruppenmasturbation und stützt das Wissen nur auf Literatur und Filme.--141.35.116.73 11:19, 7. Jun. 2017 (CEST)


Als Gruppenmasturbation (selten Gruppenmasturbieren, Gruppenselbstbefriedigung; veraltend Gruppenonanie oder Gruppenonanieren; umgangssprachlich Gruppenwichsen, Kreiswichsen) bezeichnet man eine Sexualpraktik, bei der eine Gruppe von meist männlichen Personen einen Kreis bildet und sich selbst oder gegenseitig masturbiert.[1]

Im Englischen wird diese Form der sexuellen Befriedigung in einer Gruppe als group masturbation, seltener group onanism bezeichnet. Der umgangssprachliche Begriff circle jerk („Kreiswichsen“) wird im übertragenen Sinne auch für ein langweiliges oder zeitverschwendendes Treffen oder anderes Ereignis („boring or time-wasting meeting or other event“) verwendet.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenmasturbation kann sowohl als Form der Selbstbefriedigung im Beisein Anderer als auch als gegenseitige Befriedigung mit den anwesenden Teilnehmer stattfinden. Ziel ist es meist, bei sich oder den Partnern durch Berührungen am Penis (möglichst schnell) eine Ejakulation herbeizuführen.[2] Bei vorpubertären Jungen kommt es vorwiegend[3] zum trockenen Orgasmus. Auch das bloße Zusehen, wie sich die Teilnehmer selbstbefriedigen, ist eine Art der Gruppenmasturbation. Die sexuelle Erregung wird dabei durch das Beisein und Zusehen der Anderen hervorgerufen. Bei homo- oder bisexuellen Männern kann die gegenseitige Masturbation auch zum Vorspiel dienen.

Häufig wird Gruppenmasturbation von Heranwachsenden und Jugendlichen als eine Art Wettbewerb praktiziert. Die Häufigkeit dieses Vorkommnisses ist in der empirischen Wissenschaft jedoch bislang kaum erforscht.

Gruppenmasturbation in der Literatur und Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günter Grass beschreibt in seiner Novelle Katz und Maus Szenen der Gruppenmasturbation. In der Geschichte ruht sich die Clique von Jungen auf dem Deck des Minensuchboots aus, woraufhin einige, vor allem Winter und Esch, zu masturbieren beginnen und dabei von dem Mädchen Tulla Pokriefke beobachtet werden, das davon erregt wird und immer wieder einzelne Jungen zum Masturbieren auffordert. Die Hauptfigur Mahlke nimmt indes nicht am Geschehen teil, während [alle] jener schon in der Bibel belegten Beschäftigung allein oder – wie es im Beichtspiegel heißt – zu mehreren [nachgehen].[4] Einmal bittet Tulla Mahlke explizit darum, sich zu masturbieren, welcher der Bitte bald nachgeht:

„Einige kurze Bewegungen aus dem rechten Handgelenk heraus, und sein Schwanz stand so sperrig, dass die Eichel aus dem Schatten des Kompasshäuschens herauswuchs und Sonne bekam. Erst als wir alle einen Halbkreis bildeten, reckte sich Mahlkes Stehaufmännchen wieder im Schatten. [...] Schilling, der von uns allen den längsten Riemen hatte, musste seinen rausholen, zum Stehen bringen und danebenhalten: Mahlkes war erstens eine Nummer dicker, zweitens um eine Streichholzschachtel länger und sah drittens viel erwachsener gefährlicher anbetungswürdiger aus. Er hatte es uns wieder einmal gezeigt und zeigte es uns gleich darauf noch einmal, indem er sich zweimal nacheinander etwas – wie wir es nannten – von der Palme lockte.“

Günter Grass: Katz und Maus[4]

Schon Sigmund Freud beschrieb die Gruppenmasturbation als Umwandlung der direkten genitalen Libido in sublimierte homosexuelle. Ihren Wert sah er darin, unter Ausschluss der Frauen den sozialen Zusammenhalt zu konservieren.[5]

Die US-amerikanische Sexualaufklärerin Betty Dodson begann 1973 Bodysex Workshops für Frauen zu organisieren, die mehr über ihre eigene Sexualität lernen wollten. Kleine Gruppen von Frauen trafen sich wöchentlich in ihrem Wohnzimmer, entkleideten sich, setzten sich im Kreis, diskutierten, zeigten sich ihre Genitalien und masturbierten voreinander, auch mit Vibrator. Es sollte Frauen helfen, sexuelle Hemmungen und Schuldgefühle abzulegen. Mindestens einmal organisierte sie auch einen gleichartigen Workshop für Männer.[6]

Im Film Crazy aus dem Jahr 2000, wird der Protagonist Benjamin von seinen neuen Internatsfreunden zum gemeinsamen Masturbieren auf einen Keks („Kekswichsen“) eingeladen und verliert, da er beim Ejakulieren die Augen zukneift und nicht den sich in der Mitte befindlichen Keks mit seinem Sperma trifft.

Auch in Frühlings Erwachen von Frank Wedekind wird eine Gruppenmasturbation demonstriert. In der 4. Szene des 3. Aktes versuchen junge Männer auf dem Korridor einer Korrektionsanstalt im Stehen mit ihrem Ejakulat ein am Boden liegendes Zwanzigpfennigstück zu treffen. Der Gewinner darf die Münze an sich nehmen. Nachdem sich Ruprecht das Stück nimmt, beginnen die Jungen eine Prügelei.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volkmar Sigusch, Günter Schmidt: Jugendsexualität: Dokumentation e. Untersuchung. (= Beiträge zur Sexualforschung. Bd. 52). Enke, Stuttgart 1973, ISBN 3-432-01835-5, Siehe insbesondere S. 156

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter Francis Murphy: Studs, tools, and the family jewels: metaphors men live by. University of Wisconsin Press, Madison Wis. 2001, ISBN 978-0-299-17130-8, S. 66f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  2. Jay Mechling: On My Honor: Boy Scouts and the Making of American Youth. University of Chicago Press, Chicago 2004, ISBN 978-0-226-51705-6, S. 292 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  3. Prespermarchic Ejaculation? (Memento vom 12. Mai 2013 im Internet Archive) Abgerufen am 2. Januar 2012
  4. a b Katz und Maus. Eine Novelle. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1963.
  5. Sigmund Freud: Imago. Band 18, Kraus Reprint, 1932, Seite 403.
  6. Suzanne G. Frayser, Thomas J. Whitby: Studies in human sexuality: a selected guide. Libraries Unlimited, Littleton Colo. 1987, ISBN 978-0-87287-422-0, S. 205