Gruppenumschaltung

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Die Gruppenumschaltung dient dazu, auf Eingabetastaturen für Computer und Textverarbeitungsgeräten zu bewirken, dass eine gleichzeitige oder folgende Betätigung einer Taste die Eingabe eines Zeichens aus der „sekundären Gruppe“ bewirkt. Dies betrifft Tastaturbelegungen, bei denen nicht alle Zeichen nur direkt, mit Hilfe der Umschalttaste oder mit Hilfe der Drittebenenwahltaste (AltGr-Taste) eingegeben werden können.

Die internationale Norm ISO/IEC 9995-2:2009 empfiehlt hierzu eine mit dem Symbol „⇨“ gekennzeichnete, rechts neben der Drittebenenwahltaste (AltGr-Taste) angeordnete eigene „Gruppenumschalttaste“. Diese Taste wird im Gegensatz zur Umschalttaste nicht gleichzeitig mit der Taste für das einzugebende Zeichen betätigt, sondern, wie eine Tottaste, betätigt und losgelassen, bevor die gewählte Zeichentaste betätigt wird.

Sofern diese Taste nicht vorhanden ist, empfiehlt diese Norm die Tastenkombination Alt Gr+⇧ „Umschalttaste“. Auch hier gilt, dass diese Tastenkombination loszulassen ist, bevor die gewählte Zeichentaste betätigt wird. Dadurch ist es möglich, dass das Zeichen aus der sekundären Gruppe seinerseits mit Hilfe der Umschalttaste oder der Drittebenenwahltaste (AltGr) gewählt werden kann.

Gemäß der internationalen Norm ISO/IEC 9995-1:2009 sind bei Tastaturbelegungen mit einer sekundären Gruppe die Zeichen der primären Gruppe stets am linken Rand der Tastenfläche darzustellen, und die Zeichen der sekundären Gruppe am rechten Rand. Bei Tastaturbelegungen ohne sekundäre Gruppe (wie die deutsche Tastaturbelegung T1) werden allerdings die Zeichen der dritten Ebene der primären Gruppe (d. h. die mit AltGr eingegebenen Zeichen) rechts unten auf den Tastenoberflächen dargestellt. In diesem Fall (insbesondere beim Nachbeschriften einer deutschen T1-Tastatur zu einer T2-Tastatur) müssen die Zeichen der sekundären Gruppe in der rechten oberen Ecke der Tastenoberflächen hinzugefügt werden. Solange (wie bei der T2-Tastatur) hier die Kleinbuchstaben auch die zugehörigen (mit der Umschalttaste einzugebenden) Großbuchstaben symbolisieren können, ist dies zwar nicht normgerecht, aber praktikabel (und hat wegen der dann größer möglichen Einzelzeichen auch ergonomische Vorteile).

Die internationale Norm ISO/IEC 9995-3:2010 legt die Belegung einer sekundären Gruppe fest. Sie erlaubt, dass nicht alle in dieser Norm aufgelisteten Zeichen in einer konkret standardisierten Tastaturbelegung übernommen werden müssen.

Deutsche Standardtastatur[Bearbeiten]

Deutsche Standard-Tastaturbelegung T2 (Ausschnitt). Die am rechten Tastenrand gravierten Zeichen werden mit Gruppenumschaltung gewählt.

Die neugefasste deutsche Tastaturnorm DIN 2137:2012-06 verweist auf die internationale Normgruppe ISO/IEC 9995. Daher verwenden die in der deutschen Norm standardisierten Tastaturbelegungen T2 und T3 die sekundäre Gruppe gemäß ISO/IEC 9995-3. Dadurch erklären sich die Anordnungen z. B. des Lang-s auf der „Ü“-Taste, des „Ə“ auf der „#“-Taste, oder der Anführungszeichen.[1]

Da die Gruppenumschaltung mit der in ISO/IEC 9995-2 empfohlenen Tastenkombination nicht mit den Tastaturtreibern in Microsoft Windows verträglich ist (Stand Juni 2012), verwendet z. B. die vorläufige Implementierung „T2-gravurkompatible Tastatur“[2] die Tastenkombination AltGr+^ (letztere ist die Zirkumflex-Taste links oben).

So wird dort z. B. eingegeben:

  • isländisches þ (Kleinbuchstabe): AltGr+^, danach p.
  • isländisches Þ (Großbuchstabe): AltGr+^, danach ⇧ Umschalttaste+P.
  • Langes s („ſ“): AltGr+^, danach ü.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Pentzlin: Deutsche PC-Tastatur erweitert für internationale Korrespondenz. In: DIN-Mitteilungen 2/2011, S. 31 ff.
  2. T2-gravurkompatible Tastatur (abgerufen 29. Juli 2012)