Kirche Gsteig bei Interlaken

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Kirche Gsteig

Die Kirche Gsteig bei Interlaken gehört zu einer der grössten reformierten Kirchgemeinden des Kantons Bern. Es gibt jedoch kein Dorf dieses Namens, was häufig zu Verwirrung führt. Die Kirche steht mit dem Pfarrhaus und dem Wirtshaus auf Boden der politischen Gemeinde Gsteigwiler neben der einzigen mittelalterlichen Brücke (1738) über die Lütschine, die an dieser Stelle die politische Grenze zu Wilderswil bildet. Ursprünglich stand die Häusergruppe alleine auf weiter Flur. Das Dorf Wilderswil hat sich mittlerweile bis zum Standort der Kirche ausgedehnt.

Geschichte und Ausstattung der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert an der Stelle einer Vorgängerkirche gebaut und war dem hl. Michael geweiht. Seit 1965 steht sie unter eidgenössischem Denkmalschutz. Die letzte Renovation von 1974/75 umfasste die Freilegung und Restaurierung der Wandmalereien.

Die Wandmalereien umfassen Bilder aus vier Jahrhunderten, beginnend mit dem 14. Jahrhundert. Aussergewöhnlich ist, dass einer der Meister namentlich bekannt ist. Es handelt sich um Meister Diebold, der um 1470 dreimal vom Rat von Bern mit Empfehlungsschreiben ausgestattet wurde. Er führte auch Wandmalereien im heute nicht mehr bestehenden Barfüsserkloster in Bern aus. Auch von einem Auftrag für die Kirche Meiringen hat sich nichts mehr erhalten, so dass die Malereien in Gsteig das letzte Zeugnis für diesen Meister darstellen. Diebold starb 1473. Die Fragmente im Kirchenschiff und im Chor zeigen die Menschwerdung Christi und Anbetung der Drei Könige sowie Szenen der Passion. Sie wurden in al-secco-Technik aufgetragen.

Zwei Fenster im Schiff enthalten Glasmalereien, die vornehmlich zum Umbau 1673/74 von Amtsleuten gestiftet wurden.

Kirchgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Kirchgemeinde Gsteig bei Interlaken gehören die neun politischen Gemeinden Bönigen (Filialkirche 1957), Gsteigwiler, Gündlischwand, Interlaken (mit ehemaliger Kloster- oder Schlosskirche als Filialkirche), Iseltwald (Filialkirche 1939), Lütschental, Matten bei Interlaken (Kirchgemeindehaus 1979), Saxeten und Wilderswil. Die Gemeinde Lauterbrunnen spaltete sich anlässlich der Reformation 1528 von Gsteig bei Interlaken ab.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verena Stähli-Lüthi: Kirche Gsteig. Gsteig, 1983.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirche Gsteig bei Interlaken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 39′ 54″ N, 7° 52′ 21″ O; CH1903: 633204 / 168288