Guatiza

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Gemeinde Teguise: Guatiza
Guatiza, Blick von Westen
Guatiza, Blick von Westen
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Guatiza (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Las Palmas
Insel: Lanzarote
Comarca: 35544
Koordinaten 29° 4′ N, 13° 29′ WKoordinaten: 29° 4′ N, 13° 29′ W
Höhe: 95 msnm
Einwohner: 812 (2013)INE
Postleitzahl: 35544
Ortskennzahl: 35024000600

Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Spanien/Wartung/localidad Guatiza ist ein Ort auf der zu Spanien gehörenden Kanareninsel Lanzarote in der Gemeinde Teguise. Guatiza hat 812 Einwohner (Stand: 2013).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opuntienfelder nördlich von Guatiza
Kirche Santo Gusto

Erste Ansiedlungen gab es westlich oberhalb des heutigen Ortes Guatiza gegenüber der Ortsumgehungsstraße, dort wo der Friedhof am Hang des Berges liegt. So konnten ankommende Handelsboote die Siedlung vom Meer aus sehen, was sie als Vorteil nutzten und mehrfach die Häuser der Bewohner plünderten. Das war der Grund, warum die Bewohner ins tieferliegende, heutige Ortsgebiet umzogen, da die umliegenden Vulkanberge Volcan de Guenia, Tinamala, La Caldera und Las Calderetas hier Sichtschutz boten.

In und um Guatiza, und dem zwei Kilometer nördlich gelegenen Nachbarort Mala, breiten sich große Opuntienfelder hinter niedrigen Mauern aus. Einst bildeten sie die Grundlage für den Reichtum der Insel: Man züchtete die Cochenille-Schildlaus, die bis heute den so begehrten und natürlichen, roten Farbstoff der Karminsäure liefert. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist Lanzarote ein wichtiger Lieferant dieses Rohstoffs, unter anderem wird der Farbstoff für Kosmetika verwendet, auch der bekannte Campari verdankt seine intensive rote Farbe der Läusezucht auf Lanzarote. Für ein Kilogramm Karminrot müssen rund 150.000 Larven von den Kakteen geschabt werden. Noch heute findet man auf den Blättern der Feigenkakteen kleine Säckchen, in denen die Bauern die Mutter-Schildläuse einsperren, damit sie keinen allzu großen Schaden an den Pflanzen anrichten.

In Guatiza, das sich hauptsächlich entlang einer Eukalyptusallee ausgebreitet hat, steht die einschiffige Kirche Santo Gusto mit dem zwiebelturmähnlichen Aufsatz und einer hohen Laterne. Ecken und Kanten des kleinen weißen Gotteshauses sind mit schwarzem Vulkanstein abgesetzt.

In Guatiza ist der 1987 gegründete Fußballverein Guatiza atlético beheimatet.

Jardín de Cactus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sehenswürdigkeit des Ortes ist der Kakteengarten Jardín de Cactus am nördlichen Ortsrand, der durch einen überdimensionalen Metall-Kaktus am Eingang ausgewiesen wird. 1989 hatte der lanzarotenische Künstler und Naturschützer César Manrique begonnen, diesen Botanischen Garten inmitten der Opuntienfelder in einen aufgelassenen Steinbruch hineinzubauen – sein letztes großes Werk vor seinem Tod. 1990 wurde der Jardín de Cactus offiziell eröffnet. An dessen nördlichem Rand befindet sich eine restaurierte Gofio-Mühle. Der Kakteengarten ist terrassenförmig wie ein Amphitheater angelegt, auch Elemente, die an japanische Gärten erinnern, prägen die Architektur. Den Boden bedeckt vulkanisches Lapilli, den nächtlichen Tau speichernde Vulkanasche, wie sie auch für den Trockenfeldbau benutzt wird. Insgesamt gedeihen auf 5000 Quadratmetern mehr als 10.000 Exemplare 1400 verschiedener Kakteenarten. Architektonisch einfühlsam hat Manrique auch das zugehörige Bar-Restaurant aus dem Vulkangestein der Umgebung bauen lassen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Instituto Nacional de Estadística