Gubal (Musikinstrument)

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Gubal

Das Gubal ist ein Musikinstrument, das vom Schweizer Unternehmen PANArt Hangbau AG erfunden wurde. Es ist ein Gefäß aus Pang, einem von der PANArt patentierten tiefgezogen Stahlblech, das mit Eisennitridnadeln durchsetzt ist.[1] Das Pangblech wurde in der Mitte der 1990er Jahre für den Steelpanbau entwickelt. Um die Eigenschaften ihres neuen Materials zu erforschen bauten die PANArt Tuner Sabina Schärer und Felix Rohner eine Reihe verschiedener Panginstrumente.[2] Im Jahr 2001 stellten sie das Hang vor. Das Gubal war das erste Panginstrument das im Anschluss an das Hang entwickelt wurde. Es wurde im Sommer 2013 anlässlich des zwanzigjährigen Firmenjubiläums der PANArt vorgestellt. Der Name Gubal wurde von der PANArt als Marke für Musikinstrumente registriert.[3]

Das Gubal hat einige Eigenschaften mit dem Hang gemeinsam. Es gibt jedoch auch bedeutsame Unterschiede, die seine Entwickler dazu bewogen, dem Instrument einen neuen Namen zu geben.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie das Hang wird das Gubal mit den Händen gespielt und verbindet den Klang eines Rings aus sieben Klangfeldern auf der Oberseite des Instruments mit dem Klang der Luft im Innern des Gefäßes, der Helmholtz-Resonanz.[4]

Im Unterschied zum Hang ist der Gu, eine runde Resonanzöffnung mit nach innen gezogenem Hals, in der Mitte der Oberseite des Instruments angeordnet. Er ist von einem elastischen Bereich, dem Ringding, umgeben. Hier kann der Gubalspieler die Helmholtz-Resonanz deutlich stärker anregen als beim Hang und so einen kräftigen Basston erzeugen. Wegen der halbkugelförmigen Erweiterung auf der Unterseite des Instruments, dem Gugel, liegt die Frequenz der Helmholtz-Resonanz bei 78 Hertz (Es2). Der Spieler kann verschiedene Basstöne erzeugen, indem er seine Hand in die Öffnung einführt und so die Tonhöhe absenkt.[4][5]

In den Ringding sind vier Teiltöne eingestimmt: Es3, B3, Es4 und G5. Auf diese Weise hat der Ringding eine Doppelfunktionen: Er ist selbst Klangquelle und dient gleichzeitig zur Anregung des Bassklangs der Helmholtz-Resonanz.[4]

Um den Ringding herum ist der Ring aus sieben Klangfeldern angeordnet, die wie der Ringding mit dem Hammer ausgebildet werden und mit den Tönen B3, C4, Des4, Es4, F4, G4 und B4 eingestimmt sind.[4]

Das Gubal als Teil des Pangensembles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Felix Rohner und Sabina Schärer das Hang als Instrument für die persönliche Gebrauch eines einzelnen Spielers verstanden, betonten sie beim Gubal das Potential des Zusammenspiels mit anderen Instrumenten. Da die meisten Instrumente jedoch in der Regel erheblich lauter gespielt werden können als das Gubal, sahen sie sich mit dem Problem konfrontiert, dass das Gubal übertönt wird. Deshalb begannen sie, weitere Instrumente zu bauen, die als Partner des Gubals dienen konnten. Im August 2015 wurde das Hang Gudu[6] vorgestellt. 2016 folgten drei Pang-Saiteninstrumente und das Hang Urgu.[7] Auf diese Weise entstand das Pangensemble.[8] Auf ihrer Website beschreibt die PANArt den Fokus ihrer derzeitigen Arbeit folgendermaßen:

„Der Ruf des Blechs hat die PANArt zum kollektiven Spiel geführt, heraus aus dem entspannenden sphärischen Kokon individueller Prägung der Klangskulptur Hang, hinein in eine spannende pulsierende Musik im Ensemble. Zusammen mit Saiteninstrumenten hat sich ein neues Feld musikalischer Kommunikation eröffnet.“[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WIPO Patentdatenbank: Verfahren zur Herstellung eines Metallklang-Musikinstruments
  2. Michael Paschko: Pang-Instrumente. In: Das Hanglexikon.
  3. WIPO ROMARIN Datenbank: International Registration Number 1176482
  4. a b c d PANArt Hangbau AG: Vom Hang zum Gubal
  5. Michael Paschko: Fotos des Gubals. In: Das Hanglexikon.
  6. Hang® Gudu Präsentation (deutsch)
  7. Hang® Urgu presentation
  8. PANArt Pangensemble
  9. PANArt Hangbau AG: Pangmusik – Die neue Kunstform der PANArt