Gudrun Piper

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Gudrun Piper (* 1. Juli 1917 in Kobe, Japan; † 12. Oktober 2016 in Wedel[1]) war eine deutsche Malerin und Graphikerin. Sie lebte und arbeitete in Wedel bei Hamburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudrun Piper war die Tochter der Schriftstellerin Maria Piper.[2] Ihr Vater war Handelskaufmann.[3] 1927 übersiedelte sie mit der Familie von Japan nach Hamburg. Mit zehn Jahren begann sie zu malen. Von 1937 bis 1943 studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Dazwischen lag ein Jahresaufenthalt in Italien. Von 1944 bis 1948 hielt sie sich in Oberbayern auf; ab 1946 studierte sie bei Karl Caspar an der Akademie in München.

1948 kehrte Piper nach Hamburg zurück und studierte bei Arnold Fiedler am Baukreis.[4] 1953 heiratete sie den Maler Max Hermann Mahlmann (1912–2000). Mit ihm arbeitete sie künstlerisch zusammen und stellte gemeinsam mit ihm aus. Das Paar bekam eine Tochter, die Modedesignerin Maria Mahlmann (* 1955).[5] Die Sängerin Oceana Mahlmann (* 1982) ist ihre Enkelin.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Gudrun Piper zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere noch gegenständlich malte (u.a. Landschaftsbilder), wurden ihre Werke im Laufe der Zeit zunehmend abstrakter. Sie bevorzugte Einfachheit und klare Linien.[3] Im Mittelpunkt ihres künstlerischen Werkes steht das Quadrat – sowohl als Gestaltungsmerkmal als auch als Bild-Format. Dazu die Künstlerin:

„Warum liebe ich das Quadrat? Das Quadrat ist das reinste Zeichen. Es ist das wesentliche Ausdrucksmittel in der konkreten Kunst. Durch horizontales und vertikales Denken ist das gesetzmäßige System sichtbar. Die Harmonie im Kleinen zum Großen – im Nebeneinander – Übereinander – das Quadrat im Quadrat – vom Diesseitigen zum Unendlichen. Stets ist das Quadrat ein faszinierendes Gestaltungsprinzip. Die Einfachheit steht gegen die Kompliziertheit – Klarheit gegen Schein. Gestaltung gegen Zufall. Diagonale Bewegungen lenken von der großen Ruhe des Quadrates ab. Zur Reinheit des Quadrates bevorzuge ich Primärfarben. Die Vollendung des Kreises entspricht einer anderen Welt.“[6]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1949 beteiligte Piper sich an Gruppenausstellungen in ganz Deutschland, aber auch im europäischen Ausland: Wien (1957), Paris (1958, 1959), Brüssel (1960) und Zagreb (1969).

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973: Bonn, Galerie Circulus, „Serielle Elemente“
  • 1975: Bielefeld, Galerie Jesse (mit I. Kracht)
  • 1977: Essen, Galerie Günther+Schwan, „Ölbilder-Reliefs-Zeichnungen“
  • 1979: Bielefeld, Galerie Jesse, „Strukturen und Konzepte“
  • 1980: Hamburg, Galerie Beckmann, „Gudrun Piper – Horizontalzeichnungen“
  • 1987: Otterndorf, Studio A
  • 2002: Saarbrücken, Galerie St. Johann
  • 2002: Dresden, Galerie am Damm

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Max Hermann Mahlmann: Werke aus 40 Jahren des Künstlerehepaares Piper/Mahlmann. Vom 5. April bis 23. Mai 1992. Galerie Heinz Teufel. Gewidmet zum 80. Geburtstag von Max H. Mahlmann und zum 75. Geburtstag von Gudrun Piper. Galerie teufel, Bad Münstereifel/Mahlberg 1992, ISBN 3-927141-04-6.
  • Zeichen 1A [eins A], 1B, 1C. Kunstmappe. Edition Hoffmann, Friedberg 1982.
  • Uwe Haupenthal (Verfasser und Hrsg.): Gudrun Piper. konstruktiv – konkret. Malerei, Plastik, Grafik. Ausstellungen Richard-Haizmann-Museum Niebüll, 16. März bis 12. Mai 2008 und Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, 25. Januar 2009 bis 1. März 2009. Verlag der Kunst, Husum 2008, ISBN 978-3-86530-105-5.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit ihrem Mann Max Hermann Mahlmann, erhielt sie folgende Ehrungen gemeinsam[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Haupenthal: Gudrun Piper – Konstruktiv. Malerei und grafische Arbeiten. Verlag der Kunst, Husum 2008, ISBN 978-3-86530-105-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Catarina Felixmüller: Malerin Gudrun Piper ist tot. Norddeutscher Rundfunk, 12. Oktober 2016, abgerufen am 13. Oktober 2016.
  2. Werke u. a.: Die Schaukunst der Japaner (1927), Brandung in Kamakura (Roman, 1935), Zobel von Shanghai (Lustspiel, 1947).
  3. a b Jana-Marie Kopfstahl: Gudrun Piper (96): Hamburgs älteste Künstlerin. Hamburger Morgenpost, 20. August 2013, S. 17, abgerufen am 13. Oktober 2016.
  4. Uta Schoop: Arnold Fiedler (1900–1985): Eine Künstlermonographie. Dissertation. S. 349. (PDF-Datei)
  5. Marion Tuck: Zwischen Lacroix, Chanel und Familienleben. Schenefelder Tageblatt, 14. Dezember 2012, archiviert vom Original am 20. August 2013; abgerufen am 13. Oktober 2016.
  6. Gudrun Piper. Kai-Uwe Holze: Kunst Konzepte Realisation; abgerufen am 13. Oktober 2016.
  7. Gudrun Piper zum 90. Galerie Renate Kammer, 2008