Guercif

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Dieser Artikel behandelt die Stadt; zur Provinz siehe Guercif (Provinz).
Guercif
جرسيف
ⴳⴰⵔⵙⵉⴼ
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Guercif (Marokko)
Guercif
Guercif
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Oriental
Provinz: Guercif
Koordinaten 34° 14′ N, 3° 21′ WKoordinaten: 34° 14′ N, 3° 21′ W
Einwohner: 90.880 (2014[1])
Fläche: 24,74 km²
Bevölkerungsdichte: 3.673 Einwohner je km²
Höhe: 378 m
Innenstadt von Guercif
Innenstadt von Guercif

Guercif (arabisch: جرسيف, Tamazight: ⴳⴰⵔⵙⵉⴼ) ist eine marokkanische Stadt mit etwa 65.000 Einwohnern in der Region Oriental. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Guercif.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guercif liegt an der tiefsten Stelle der Provinz (ca. 360 m ü. d. M.) zwischen den östlichen Ausläufern des Rifgebirges im Norden und denen des Mittleren Atlas im Süden. Durch die Stadt fließt der Oued Moulouya, einer der längsten Flusse Marokkos und der einzige größere, der ins Mittelmeer mündet. Hier kreuzen sich die West-Ost-Verbindungsstraße N6 mit der wichtigen Nord-Süd-Verbindung N15. Außerdem ist die Stadt an die im Jahr 2011 fertiggestellte und etwa 10 km nördlich verlaufende Autobahn RabatFèsOujda (A2) angeschlossen. Die nächstgrößeren Städte sind Taza (Fahrtstrecke ca. 65 km) bzw. Fès (ca. 190 km) im Westen und Nador (ca. 135 km) im Norden bzw. Oujda (ca. 165 km) im Nordosten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1950 hatte Guercif etwa 3.600 Einwohner – darunter 360 Europäer (meist Franzosen), 2.835 Marokkaner (etwa zur Hälfte Araber und Berber) und 460 Juden. Im Jahre 1964 zählte die Stadt etwa 5.500 Einwohner; 2014 waren es bereits 90,880. Über 80 % der Einwohner sind berberischer Abstammung; viele sind erst seit den 1970er Jahren aus ihren Heimatregionen in die Klein- und Mittelstädte abgewandert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum des wirtschaftlichen Geschehens steht immer noch die Landwirtschaft, in der – neben dem Anbau von Getreide (Gerste und Weizen) – der Olivenanbau eine große Rolle spielt. In ihrer Rolle als Provinzhauptstadt und regionales Zentrum sind Verwaltung, Gesundheitswesen sowie Ausbildungs- sowie Transportwesen von zentraler Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Jahrtausend n. Chr. war die Senke von Taza Durchgangsgebiet für römische bzw. arabisch-islamische Heere. Ansonsten hat die Region Taza-Guercif lediglich in der Zeit der Auseinandersetzung zwischen Almohaden und Meriniden im ausgehenden 13. Jahrhundert eine bedeutsame Rolle gespielt. Der Merinidensultan Abu Said Utman II. (reg. 1310–1331) ließ die damals kleine Stadt mit einer Mauer aus Stampflehm umgeben, von der sich jedoch nichts erhalten hat. Im 18. Jahrhundert ließ ein Alawidensultan in der damaligen Stadt eine aus Stampflehm konstruierte Festung (kasbah) errichten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der einzigen Sehenswürdigkeit von historischer oder kultureller Bedeutung, der Kasbah, sind keine Spuren mehr zu sehen. Die Innenstadt macht insgesamt einen eher modernen Eindruck.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik Marokko