Guido Schmidt

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Guido Schmidt mit Galeazzo Ciano und Kurt Schuschnigg (v.l.n.r.)

Guido Schmidt (* 15. Jänner 1901 in Bludenz; † 5. Mai 1957 in Wien) war ein österreichischer Diplomat und Politiker.

Nach dem Abitur auf dem Gymnasium Stella Matutina in Feldkirch (dort lernte er den späteren Bundeskanzler Kurt Schuschnigg kennen) schrieb er sich für Rechts- und Staatswissenschaften auf der Universität Wien ein. Weitere Studienaufenthalte waren die Universitäten in Berlin und Bologna. 1924 promovierte er in Wien zum Doktor der Rechte. 1925 trat er in den Diplomatischen Dienst ein und wurde 1927 von Bundeskanzler Ignaz Seipel in die Kanzlei des Bundespräsidenten Wilhelm Miklas geholt. Ein Jahr später wurde er zum Kabinettsvizedirektor ernannt. Am 14. September 1931 heiratete er Maria Chiari, sie hatten drei Kinder, darunter Guido Schmidt-Chiari.

Nach dem Zustandekommen des Juliabkommens, an dem Schmidt maßgeblich beteiligt war, wurde er am 11. Juli 1936, unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, Staatssekretär des Äußeren. Neben Edmund Glaise von Horstenau war Schmidt der zweite Vertrauensmann der Nationalsozialisten in der österreichischen Regierung. Am 12. Februar 1938 stieg er im Zusammenhang mit dem Berchtesgadener Abkommen zum Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten auf, wurde nach dem Anschluss von Arthur Seyß-Inquart am 13. März 1938 aber wieder abgesetzt. Hermann Göring ernannte seinen persönlichen Freund Schmidt dafür am 1. Juli 1938 zum Direktor der Hermann-Göring-Werke in Linz.

Acht Monate nach Kriegsende, im Dezember 1945, wurde Schmidt verhaftet und wegen Hochverrates angeklagt. Am 12. Juni 1947 endete der Prozess vor dem Volksgericht Wien mit einem Freispruch. Da laut Gerichtsentscheid der Verdacht des Hochverrates nicht genügend entkräftet wurde, bekam Schmidt keine Entschädigung zugesprochen. Durch 1950 vom British Element in Baden-Baden veröffentlichte Dokumente erhärtete sich jedoch der Verdacht, dass Schmidt Anfang 1938 auf die Absetzung des Chefs des österreichischen Generalstabes Alfred Jansa hinarbeitete, was maßgeblich eine militärische Verteidigung Österreichs gegen den Anschluss verhindert hatte. Zu einem erneuten Prozess kam es dadurch jedoch nicht.[1]

Mitte der 1950er Jahre wurde er Generaldirektor der Österreichisch-Amerikanischen Gummiwerke Semperit AG. Am 5. Mai 1957 verstarb Guido Schmidt in Wien. Schmidt war seit 1920 Mitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Norica Wien, aus der er nach 1945 ausschied.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Feldmarschalleutnant Jansa: Aus meinem Leben, Kapitel: Leiter d. Sektion III im BM f.Landesverteidigung und Chef d. Generalstabes für die bewaffnete Macht 1.VI.1935 – 16.II.1938 (online, diemorgengab.at)