Guidoriccio da Fogliano

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Guidoriccio da Fogliano, auch Guido Riccio da Fogliano geschrieben, (* um 1290 in Reggio nell’Emilia; † 16. Juni 1352 in Siena) war ein italienischer Condottiere.

Bildnis des Guidoriccio da Fogliano (Detail aus dem Gemälde Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi von Simone Martini)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guidoriccio wurde als Sohn des Niccolò da Fogliano in Fogliano (heute ein Ortsteil im Süden von Reggio nell’Emilia) geboren. Seine Brüder waren Tommaso, Giberto, Matteo, Giovanni Riccio und Guglielino.

Erstmals als militärischer Führer wird er 1324 erwähnt. Seit 1327 stand er im Auftrage der Republik von Siena, wo er sechs Jahre verblieb. In diese Zeit fällt die erfolgreiche Belagerung von Montemassi, die später im Gemälde Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi festgehalten wurde. Danach erfolgten weitere erfolgreiche Feldzüge im Gebiet der Aldobrandeschi, wie zum Beispiel in Arcidosso, Castel del Piano, Santa Fiora und Scansano. Zu seinen letzten erfolgreichen Schlachten bei seiner ersten Dienstzeit in Siena gehörte die Einnahme der von Pisa geschützten Orte Giuncarico (heute Gemeinde Gavorrano) und Massa Marittima im Jahr 1332. Ein Jahr später kam es zu Konflikten mit der Regierung von Siena, weshalb Guidoriccio aus dem Dienst Sienas ausschied und sich Johann von Böhmen anschloss. 1335 musste der die Übernahme seiner Heimatstadt durch die Familie der Gonzaga akzeptieren und floh zu der Familie der Scaliger nach Verona. Am 5. Januar 1337 wurde er zum Podestà von Padua ernannt und blieb bis zur Gefangennahme durch Venedig im August 1338 im Amt. Nach seiner Freilassung 1339 schloss er mit den Gonzaga Frieden. 1343 kämpfte er an der Seite von Werner von Urslingen (auch Guarnieri d’Urslingen oder Duca Guarnieri genannt) in Bologna, Modena und Correggio und wurde zudem wieder in Padua dokumentiert.

1351 wurde er als Kriegsführer nach Siena zugerufen, wo er am 16. Juni 1352 verstarb.[1] Er wurde am 25. Juni 1352 in der Basilica di San Domenico[2] beigesetzt.

Gemälde Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemälde Guidoriccio da Fogliano des Simone Martini im Palazzo Pubblico von Siena

Größere Bekanntheit erreichte Guidoriccio da Fogliano durch das Fresko Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi (Guidoriccio da Fogliano bei der Belagerung von Montemassi) des Simone Martini im Sala del Mappamondo des Palazzo Pubblico in Siena, welches sich über der Tür zum Sala della Pace (Sala dei Nove) befindet und die Maße 968 × 340 cm hat. Guidoriccio da Fogliano wird hier zentral dargestellt, die Burg linksseitig stellt Montemassi dar, die Burg halbrechts wahrscheinlich den Ortsteil Sassofortino (Roccastrada). Das Gemälde entstand wahrscheinlich um 1330 (Die Webseite der Stadt Siena spricht von 1328[3]), wobei in den 1970er und 1980er Jahren eine Diskussion um die Herkunft und Datierung des Gemäldes stattfand.[4] Hierbei wurden einige Argumente gefunden, die für ein Gemälde aus dem (frühen) 15. Jahrhundert sprechen[5][6].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Guidoriccio da Fogliano all'assedio di Montemassi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paolo Golinelli in DBI
  2. Peter Anselm Riedl, Max Seidel (Hrsg.): Die Kirchen von Siena. Band 2,1,2 (Oratorio della Carità–S. Domenico), Bruckmann Verlag, München 1992, ISBN 3-7654-1942-7
  3. Offizielle Webseite der Stadt Siena zum Sala del Mappamondo, abgerufen am 23. Dezember 2011 (ital.)
  4. Offizielle Webseite der Stadt Siena zum Gemälde Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi, abgerufen am 23. Dezember 2011 (ital.)
  5. Webseite von Finestre sull’Arte zum Gemälde Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi, abgerufen am 23. Dezember 2011 (ital.)
  6. Artikel der Repubblica vom 7. Februar 1985 zum Gemälde Guidoriccio da Fogliano all’assedio di Montemassi, abgerufen am 23. Dezember 2011 (ital.)