Guillaume Bijl

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Guillaume Bijl (* 19. März 1946 in Antwerpen) ist ein belgischer Konzeptkünstler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bijl Vater war Hafenarbeiter, seine Mutter arbeitete für eine Telefongesellschaft. In den 1960er Jahren wandte sich der Autodidakt der Malerei zu und fand Gefallen am Impressionismus, Expressionismus, Surrealismus und der Abstrakten Kunst. Während eines Wirtschaftsstudiums arbeitete Bijl eine Zeit lang bei einer Bank in Brüssel. Nach Abbruch des Studiums schickten ihn seine Eltern auf eine Berufsfachschule in Antwerpen. Bijl war fast 10 Jahre in Teilzeit in der Kunstabteilung einer Buchhandlung in Antwerpen tätig. In den späten 1960er Jahren studierte er am Royal Institute for Theatre, Cinema, and Sound (RITCS) an der Erasmushogeschool in Brüssel, was er nach nur einem Jahr wieder aufgab, um sich ganz der Kunst zu widmen.[1] Insgesamt war Bijl 14 Jahre als Maler aktiv,[2] bevor 1979 seine erste Installation entstand.[3]

Bijls Installationen thematisieren pseudo-historische Räume und typische Räume der Freizeit- und Konsumgesellschaft. Sein Werk ist eine kritisch-ironische Auseinandersetzung mit dem Kulturtourismus.[4] In den 1980er Jahren installierte er Szenen aus Büros, Supermärkten, Krankenhausfluren und Fitnesscentern in Kunsträumen.[2]

2007 gewann Bijl den Sparda-Kunstpreis NRW der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West in Wuppertal, wonach im folgenden Jahr seine Installation Ein neuer erfolgreicher Tag am Ende der Herzogstraße in der Elberfelder Innenstadt aufgestellt wurde. Die Skulptur zeigt einen Anzug tragenden Mann, der einen Handstand ausführt.[4] Dem Objekt wurde von Vandalen mehrfach die herunterhängende Krawatte und der nebenstehende Koffer entwendet.[5]

Seit 2014 steht seine aus sechs Skulpturen bestehende Feestelijke beeldenreeks (Festliche Bilderserie) den Europaplatz vor dem Amsterdamer Messe- und Kongresszentrum RAI. Die Gruppe besteht aus sechs Einzelkomponenten und zeigt jeweils zwei Stelzenläufer, Illusionisten mit Schwebender Jungfrau und übergroße Festzugsfiguren mit davorstehendem Träger bestehen.[6]

Im April 2015 wurde Bijls Arbeit Archaeological Site (A Sorry Installation) von 2007, eine fingierte, unwirklich erscheinende Ausgrabungsstätte eines halb freigelegten Kirchturmes inmitten eines tiefen, gegrabenen Loches in Münster, nach Absprache mit Kurator Kasper König zugeschüttet, nachdem sich die Verantwortung für das Objekt nach der Ausstellung Skulptur.Projekte „in einem Schwebzustand“ befand.[7][8]

Im Leopoldspark der belgischen Stadt Oostende steht seit 2018 Bijls Statue eines Hundes namens Jack, der von vier weiteren Hunden umgeben ist, von denen drei die Statue betrachten. Das Werk trägt den Titel Sorry.[9] Die Installation soll an die britischen Spürhunde des Ersten Weltkriegs erinnern.[10]

Von 2001 bis 2011 war Bijl als Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster tätig. Der Künstler lebt in Antwerpen.[4]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Guillaume Bijl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John C Welchman, Clément Dirié, Koen Leemans, Cultuurcentrum Mechelen: Jumps of the cat. Guillaume Bijl's simulation therapy. JRP Ringier, Zürich 2016, ISBN 978-3-03764-468-3.
  2. a b Michael Brenson: A Conceptual Installation With Luxury for All. In: New York Times vom 21. Dezember 1990.
  3. Bijl, Guillaume (born 1946), Installation artist. In: Emmanuel Bénézit: Dictionary of Artists. ISBN 978-0-19977-378-7, 2006.
  4. a b c Wuppertal erhält 2008 eine Skulptur von Guillaume Bijl. (Memento vom 19. April 2015 im Internet Archive) In: Stadt Wuppertal von 10. Dezember 2007.
  5. Anne Grages: Der Krawattenmann hat einen neuen Koffer. In: Westdeutsche Zeitung vom 23. Juni 2016
  6. Beeldenreeks bij RAI van Quillaume Bijl. In: bewonersplatformzuidas.nl vom 3. Juni 2014.
  7. Herhard H. Kock: Über die Kirche soll Gras wachsen. Künstler will sein Werk zuschütten lassen.In: Westfälische Nachrichten vom 19. März 2013.
  8. Herhard H. Kock: Kirchturm von Guillaume Bijl ist zugeschüttet. Kunstwerk jetzt unterirdisch. In: Westfälische Nachrichten vom 16. April 2015.
  9. Stad koopt kunstwerk van Beaufort. In: Het Nieuwsbladvom 6. August 2018.
  10. Standbeeld eert ‘Jack’ in Eerste Wereldoorlog. In: Het Laatste Nieuws vom 13. März 2018.