Gummitwist

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Gummitwist, Spiel von Kindern
Gummitwist, Spiel von Kindern

Gummitwist ist die Bezeichnung eines Kinderspiels, bei dem es vor allem auf Geschicklichkeit, Rhythmus und Körperbeherrschung ankommt.

Der Name stammt vom dafür benutzten Spielgerät, einem Hosengummi, und dem Modetanz Twist (von twist (engl., „Drehung“, to twist „[zusammen-]drehen“; in der Sportakrobatik: Drehung um die Körperlängenachse beim Springen) für die drehende Bewegung beim Spiel). In Österreich und Bayern kennt man es unter der Bezeichnung Gummihüpfen, in der DDR war dieses Spiel außerdem unter dem Namen Gummihopse oder Gummihuppe bekannt.

Zubehör[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Gummitwist zu spielen, benötigt man ein etwa drei Meter langes Gummiband, etwa Durchzugsgummi für Kleidungsstücke (Schlüpfergummi). Der Handel verkauft auch farbige und speziell für Gummitwist angefertigte Bänder. Das Spiel ist für mindestens drei Teilnehmer gedacht. Spielt man alleine oder zu zweit, benötigt man zum Befestigen des Gummibands im Freien eine bzw. zwei Befestigungsmöglichkeiten (Pfahl, Straßenschild, Stuhl, Mülltonne, usw.). Ermöglicht werden kann es auch durch Hakenschrauben an vier geeigneten Stellen, an denen man den Gummi einspannen kann.

Mitspieler und Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzahl der Mitspieler ist beliebig hoch. Bei vielen Mitspielern (etwa ab sechs Personen) kommt man nicht allzu oft zum Zuge. Die Regeln variieren von Land zu Land, von Stadt zu Stadt, ja sogar von Schule zu Schule. Sie sind meist mündlich überliefert und werden verändert und neu erfunden. Das Grundprinzip jedoch bleibt gleich:

Grundregel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gummi wird um die Füße zweier Teilnehmer gespannt und gedehnt. Diese stehen sich, die Gesichter zugewandt, einander gegenüber. Ein dritter Mitspieler hüpft nun in, auf oder zwischen diesem Gummiband in vorher verabredeten Rhythmen. Begeht er einen Fehler, so ist der Nächste an der Reihe. Gelingt ihm der fehlerfreie Ablauf, so wird der Schwierigkeitsgrad erhöht.

Fehler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Fehler gelten:

  • ein Gummi berühren, falls das nicht gestattet ist
  • mit den Füßen auf einem falschen Gummi landen
  • an einem Gummi hängen bleiben oder sich verheddern
  • einen Sprung auslassen
  • die vordefinierte Reihenfolge von Sprüngen nicht einhalten
  • im falschen Feld landen

Schwierigkeitsgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, wird das Gummiband immer höher gespannt, so dass große Sprünge erforderlich sind. Auch eine Verengung der Beinstellung und somit eine Verkleinerung des mit den Füßen zu berührenden Trefferfeldes trägt zur Erschwernis bei. Als besonderer Schwierigkeitsgrad gelten die während des Springens ausgeführten Beinbewegungen der Bandhalter. Dadurch gerät das Gummiband in Bewegung und ist nur schwer auszurechnen. Vielfach wird diese Variation als Wackelpudding bezeichnet. Bei der Höhenvariante unterscheiden die Teilnehmer hauptsächlich fünf Stellungen:

  • Knöchel - Wade - Knie - Unterpo und Hüfte. Dabei wird das Band jeweils um die bezeichnete Stelle geschlungen. Seltener wird das Band auch in Achselhöhe gespannt.

In der Breite werden meist vier Schwierigkeitsstufen gewählt:

  • breit; die Fußstellung beträgt etwa 60-70 cm
  • normal; die Füße stehen rund 30 cm auseinander
  • Baumstamm; die Füße stehen eng beisammen
  • Einbein; das Band wird lediglich jeweils nur um einen Fuß gespannt

Sprungvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert eine Vielzahl von Sprüngen, von denen die gebräuchlichsten hier aufgezählt werden:

  • Mitte - die Füße landen in der Mitte zwischen den beiden Bändern
  • Grätsche - beide Füße landen außerhalb des Gummis
  • Auf - (meistens) ein oder beide Füße landen auf dem Gummi
  • Raus - man landet bei diesem Schlusssprung auf einer Seite außerhalb des Bandes

Rhythmus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um einen bestimmten Rhythmus zu erzielen, wird während der Sprünge oft ein Vers aufgesagt, der auch als Erinnerungshilfe für die jeweilige Variante dient. Solche Verse lauten beispielsweise:

  • Trick - Track - Donald Duck - Micky Maus- Rein und Raus
  • In - der - He-xen-kü-che - geht - es - lustig zu
  • Die Wis-sen-schaft hat fest-ge-stellt, dass Co-ca Co-la Gift ent-hält.
  • Teddybär, Teddybär, dreh dich um, mach dich krumm, Teddybär, Teddybär mach dich klein, Teddybär hüpf auf einem Bein.
  • Auch die rhythmisch gesprochenen Zeilen Auf ei-ner spa-nischen Bank - da saß ein spa-nischer Mann - der sagte … usw. oder Co-ca-Co-la - in der Do-se … etc. bilden ein Hilfsmittel, welches sich von Generation zu Generation auch immer wieder verändert.
  • Ein althergebrachter Vers, der die Sprünge ansagt lautet: Seite, Seite, Mitte, Breite, - Seite, Seite, Mitte, Raus, wobei man bei Seite, Seite so springen muss, dass man jeweils links und rechts das Gummiseil zwischen den Beinen hat. Bei Mitte springt man mit beiden Füßen in das gespannte "Rechteck", bei "Breite" muss man die Beine so grätschen, dass der Gummi sich zwischen den Beinen befindet und bei Raus wird es wiederum springend verlassen.

Spielvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der chinesischen Variante ist das Gummiband in der Mitte gekreuzt und der aktive Mitspieler muss wie in einer Art Hickelkasten in die verschiedenen Bereiche springen.
  • In einer Mehrspielervariante bilden drei Teilnehmer mit dem Gummiband ein Dreieck. Die nun bis zu drei aktiven Mitspieler springen gleichzeitig in einer verabredeten Art über das Band, wobei sie sich auch auf Kommando gegen den Uhrzeigersinn weiterbewegen. Wer hier einen Fehler macht, scheidet aus, und es gewinnt, wer zuletzt übrig bleibt. Diese Variation dient auch oft zur Ermittlung der Reihenfolge beim normalen Gummitwist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]