Gumpelstadt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gumpelstadt
Gemeinde Moorgrund
Koordinaten: 50° 50′ 16″ N, 10° 17′ 29″ O
Höhe: 272 (260–300) m ü. NN
Einwohner: 934 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 25. März 1994
Postleitzahl: 36433
Vorwahl: 03695
Karte
Gumpelstadt
Ansicht von Süden (2012)
Ansicht von Süden (2012)

Gumpelstadt ist seit 1994 ein Ortsteil der Gemeinde Moorgrund im Wartburgkreis in Thüringen.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gumpelstadt befindet sich in einer Höhe von etwa 280 Metern am Südwestrand des Thüringer Waldes. Der Ort liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich von Bad Salzungen. Der Moorgrund, das Tal des Moorbachs, verläuft von Gumpelstadt nach Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1155 erstmals urkundlich erwähnt. Bedeutende Rechte am Ort hatte zunächst das Kloster Fulda, bevor der Ort 1346 an das Haus Wettin kam.

Gumpelstadt war von 1629 bis 1664 von Hexenverfolgungen betroffen. Eine Frau und ein Mann wurden in Hexenprozessen verbrannt, eine Frau starb unter der Folter.[3]

1680 fiel Gumpelstadt durch die ernestinische Erbteilung an das Fürstentum Sachsen-Meiningen. Der Ort zählte zunächst zum Amt Altenstein, ab 1868 zum Landkreis Meiningen und kam 1950 zum Kreis Bad Salzungen. Im Jahr 1955 lebten im Ort 1223 Einwohner.[4]

Historische Erwerbszweige im Ort waren Land- und Viehwirtschaft, später auch Bergbau und Textilgewerbe.

Am 25. März 1994 wurden die Gemeinden Gumpelstadt, Waldfisch und Witzelroda aufgelöst und zur neuen Gemeinde Moorgrund zusammengefasst.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die B 19 im Abschnitt EisenachBreitungen/WerraMeiningen. 2009 erfolgte der Baubeginn einer Ortsumgehung, die am 1. September 2011 für den Verkehr freigegeben wurde.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächstgelegenen Bahnstationen mit Haltepunkten der Süd-Thüringen-Bahn befinden sich in der Kreisstadt Bad Salzungen und im sieben Kilometer entfernten Ettenhausen an der Suhl.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet Jauchzenthal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausläufer des Thüringer Waldes bei Gumpelstadt

Das Naturschutzgebiet Jauchzenthal wurde am 6. April 1995 ausgewiesen. Es umfasst eine Gesamtfläche von etwa 3,6 Hektar. Die Ausweisung erfolgte auf Grund des hier laut Schutzwürdigkeitsgutachten nachgewiesenen Standorte der seltenen Pflanzen Breitblättriges Knabenkraut und der Trollblume. Um diesen Bestand, der sich nur als Folgeerscheinung der bisherigen Kulturlandschaft entwickeln konnte, auch weiter zu erhalten, wurde eine Strategie für geeignete Schutz- und Pflegearbeiten erstellt, welche alljährlich im August durchzuführen sind. Neben der Flora wurden im Schutzgebiet 47 Vogelarten, 17 Schmetterlingsarten und neun Säugetierarten bestimmt. Einige Tier- und Pflanzenarten stehen in Thüringen bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Der BUND, Kreisverband Wartburgkreis wies das Jauchzenthal bei Gumpelstadt als Biotop des Monats Juni 2001 aus.[6]

Naturschutzgebiet Alte Warth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zweite Naturschutzgebiet befindet sich im Osten der Gemarkung am Berg Alte Warth. Es umfasst eine Gesamtfläche von etwa 86,1 Hektar und wurde ebenfalls am 6. April 1995 ausgewiesen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich eine Forschungsstation und das Informationszentrum Alte Warth des Naturparks Thüringer Wald.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gumpelstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gumpelstadt. In: moorgrund.de, abgerufen am 7. Januar 2017
  2. Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Moorgrund, Möhra und Kupfersuhl vom 7. Oktober 1994 (GVBl S. 1169)
  3. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 245f.
  4. Paul Luther: Materialien für den Heimatkundeunterricht – Kreis Bad Salzungen, Bezirk Suhl. Hrsg.: Rat des Kreises Bad Salzungen, Abt. Volksbildung. Bad Salzungen 1959, Struktur vom Bezirk Suhl (Übersicht der Orte und Einwohnerzahlen der Landkreise), S. 5–11.
  5. Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Gumpelstadt, Waldfisch und Witzelroda vom 25. Februar 1994
  6. Klaus Fink: Feuchtwiese im Naturschutzgebiet Jauchzenthal. Biotop des Monats Juni 2001. In: MFB Verlagsgesellschaft mbH Eisenach (Hrsg.): StadtZeit. Stadtjournal mit Informationen aus dem Wartburgkreis. Juliheft. Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach 2001, S. 29.
  7. Klaus Schmidt: Der Wartburgkreis. Natur und Landschaft. In: Wartburgkreis (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Band 7. Druck und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, S. 88.