Gundersheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gundersheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gundersheim
Gundersheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gundersheim hervorgehoben
49.6961111111118.2025152Koordinaten: 49° 42′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wonnegau
Höhe: 152 m ü. NHN
Fläche: 8,64 km²
Einwohner: 1599 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67598
Vorwahl: 06244
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 036
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schneller 3
67574 Osthofen
Webpräsenz: www.gundersheim.de
Ortsbürgermeister: Erno Straus (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Gundersheim im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Gundersheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wonnegau an.

Geographie[Bearbeiten]

Als Weinbaugemeinde liegt Gundersheim im größten Weinbau treibenden Landkreis Deutschlands und mitten im Weinanbaugebiet Rheinhessen.

Enzheim ist ein Ortsteil von Gundersheim. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Haus Bösel, Hof Haumühle und Mönch-Bischheimerhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Gundersheim wird am 18. September 769 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch (Codex Laureshamensis Urkunde Nr. 920, Reg. Nr. 424) als Guntirsh erstmals urkundlich erwähnt. Auch das Kloster Weißenburg im Elsass besaß im 9. Jahrhundert nachweislich einen Herrenhof in Gundersheim. Ende des 10. Jahrhunderts wurde der bisherige Weißenburger Besitz salisches, dann staufisches Eigentum. Seit dem Hochmittelalter wechselten die Besitzer häufiger. Anteil an Gundersheim hatten u.a. die Rau-, Wild- und Rheingrafen, die Pfälzer Kurfürsten, die Herzöge von Nassau und die Grafen von Sponheim. 1475 wurde Gundersheim endgültig kurpfälzisch. Verwaltet wurde es als Teil des Oberamts Alzey.

Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Pfeddersheim im Departement Donnersberg. Nach dem Wiener Kongress (1815) gehörte Gundersheim von 1816 an zur Provinz Rheinhessen im Großherzogtum Hessen, ab 1919 zum Volksstaat Hessen, und 1946 ging es mit der früheren hessischen Provinz Rheinhessen an das neugebildete Land Rheinland-Pfalz über.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gundersheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 850
1835 1.083
1871 1.132
1905 1.224
1939 1.240
1950 1.484
Jahr Einwohner
1961 1.478
1970 1.500
1987 1.493
1997 1.626
2005 1.661
2013 1.599

Religion[Bearbeiten]

Gundersheim verfügt über eine protestantische und eine katholische Kirche. Die Reformation wurde 1546 durch Kurfürst Friedrich II. durchgeführt. Der überwiegende Teil der Einwohner ist protestantisch.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gundersheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP Gesamt
2009 8 6 2 16 Sitze
2004 8 6 2 16 Sitze
1999 9 5 2 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine rechtshin gewendete doppelzinkige blaue Hacke beseitet von zwei blauen Trauben mit grünem Stiel und Blatt.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Gundersheim pflegt seit den 1960er Jahren eine partnerschaftliche Beziehung zu der französischen Gemeinde Selongey in Burgund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Katholische Kirche mit spätgotischem Chor und Sakristei aus dem Jahr 1492. Turm von 1521–24. Das dreischiffige Langhaus wurde 1911 im neugotischen Stil errichtet.
  • Evangelische Kirche, erbaut 1726, Kirchturm von 1891.
  • Kriegerdenkmal 1870/71, geschaffen durch den Bildhauer J. Sipp mit dem Standbild einer Germania auf dem Sockel

Siehe auch:

In den ehemaligen Kalksteinbrüchen entstand das Naturschutzgebiet Rosengarten.

Sport[Bearbeiten]

Der Turnverein Gundersheim 1863 e.V. ist der älteste Verein im Ort. Er hat Abteilungen u.a. für Aerobic, Jazztanz, Turnen und Gesundheitssport und Badminton. Seit 1920 besteht außerdem der Verein für Leibesübungen (VfL) Gundersheim mit derzeit rund 430 Mitgliedern und Abteilungen für Fußball, Tischtennis und Gymnastik.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Die örtliche Freiwillige Feuerwehr Gundersheim und der angehörige Förderverein laden an Fronleichnam zu einem Tage der offenen Tür ein.
  • Während des Sommers öffnen mehrere Winzer abwechselnd ihre Höfe zu Besichtigung und Verköstigung.
  • Jedes Jahr im letzten Augustwochenende findet die Rotweinkerwe statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Gundersheim liegt an der A 61 und verfügt über eine eigene Anschlussstelle südöstlich des Kreuzes Alzey, über das auch die A 63 erreicht werden kann. Ebenso ein kleiner Bahnhof, von dem halbstündlich Züge nach Alzey und Worms verkehren. Am Sportplatz ist eine der beiden Bushaltestellen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird seit Alters her durch den Weinbau geprägt. Noch heute gibt es dort einige Weingüter. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestanden zwei Zündholzfabriken, die aber um 1890 wieder eingingen. Größere Bedeutung hatte der Kalksteinbruch, der bis 1955 als Gundersheimer Kalkwerke durch die Südzucker AG in Offstein betrieben wurde und bis Mitte des 20. Jahrhunderts größter industrieller Arbeitgeber war.

Weiterhin existiert ein Gewerbegebiet mit verschiedenen, unter anderem logistisch, dienstleistungstechnisch und produktionsorientierten Unternehmen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr Gundersheim[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Gundersheim verfügt zurzeit über 32 aktive Mitglieder. Die aktive Abteilung übt alle zwei Wochen mit den vier vorhandenen Fahrzeugen (LF 8/6, STW 1000, TSF, HVO-PKW). Zudem besteht, wie fast überall in Deutschland, eine Zufallsrufbereitschaft, d.h. die aktiven Wehrmitglieder tragen einen Funkmeldeempfänger, welcher durch berechtigte Stellen bei einem Einsatz ausgelöst wird. Diese Feuerwehrleute fahren dann nach Möglichkeit das Feuerwehrhaus an und rücken aus. Zudem verfügt die Freiwillige Feuerwehr Gundersheim auch über eine "Helfer vor Ort"-Gruppe, die bei medizinischen Notfällen auch über einen Funkmeldeempfänger alarmiert und anschließend mit einem ausgemusterten Notarztfahrzeug, das sie vom DRK Kreisverband Alzey bekommen haben, aurücken. Diese "Helfer vor Ort"-Gruppe besteht derzeit aus 16 Aktiven. Davon sind 15 männlich und 1 weiblich. Des Weiteren ist diese Gruppe ein Bestandteil der SEG beim DRK-Kreisverband Alzey. Bei dieser werden die "Helfer vor Ort" zu Einsätzen und Sanitäts-Diensten mit alarmiert.

Bildung[Bearbeiten]

  • Es existiert ein Kindergarten, welcher aufgrund des Interesses im Jahre 2005 ausgebaut wurde.
  • Die Grundschule in Gundersheim wird von Kindern aus Gundersheim, Hangen- Weisheim und Bermersheim besucht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gundersheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 85 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen