Gunnar Duttge

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Gunnar Duttge (* 4. November 1966 in Gemünden am Main) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und leitet die Abteilung für strafrechtliches Medizin- und Biorecht der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen. Zudem ist er Mitherausgeber der Publikumszeitschrift Leben und Tod.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur und dem Wehrdienst studierte Gunnar Duttge von 1987 bis 1992 Rechtswissenschaften an der Universität Würzburg und legte 1992 das Erste Juristische Staatsexamen ab. Von 1992 bis 1994 machte er in Bayern das Referendariat und war zugleich Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kriminologie und Strafrecht der Universität Würzburg. 1993 studierte Duttge an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, bevor er 1994 das Zweite Juristische Staatsexamen in Bayern machte und 1995 promoviert wurde.

Wissenschaftlicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als wissenschaftlicher Assistent war er von 1995 bis 1999 am Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht der Universität Bochum bei Ellen Schlüchter tätig. Im Jahr 2000 folgte die Habilitation sowie die Verleihung der venia legendi für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Rechtsphilosophie und die Ernennung zum Hochschuldozenten.

Nach einer Zeit als Vertreter eines Lehrstuhls an der Universität Bochum und der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde Duttge 2001 zum Universitätsprofessor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ernannt. 2004 wurde er an die Georg-August-Universität Göttingen auf einen Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht als Nachfolger von Prof. Dr. Hans-Ludwig Schreiber berufen und nahm diesen Ruf an. Seit 2005 ist der Lehrstuhl Teil des Instituts für Kriminalwissenschaften und trägt die Bezeichnung "Abteilung für strafrechtliches Medizin- und Biorecht".

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strafrechtslehrervereinigung
  • Verein Deutscher Juristentag
  • Gesellschaft für Rechtsvergleichung
  • Deutsche Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR)
  • Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V.
  • Mitglied des Arbeitskreises „Ärzte und Juristen“ der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
  • Ethikkommission der Universität Göttingen
  • Göttinger Rechtswissenschaftliche Gesellschaft e.V.
  • Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft
  • assoziiertes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP)
  • European Association for Palliative Care

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Begriff der Zwangsmassnahme im Strafprozessrecht. Unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Handlungsfreiheit, des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Nomos, Baden-Baden 1995, ISBN 3-7890-4104-1.
  • Zur Bestimmtheit des Handlungsunwerts von Fahrlässigkeitsdelikten. Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-147524-0.
  • Gedächtnisschrift für Ellen Schlüchter. Heymann, Köln/Berlin/Bonn 2002, ISBN 3-452-25164-0.
  • mit Dieter Dölling, Dieter Rössner (Hrsg.): NOMOS-Handkommentar zum gesamten Strafrecht: StGB, StPO und Nebengesetze. Nomos, Baden-baden 2008, ISBN 978-3-8329-2340-2.
  • mit Christopher Baum, Michael Fuchs: Gentherapie. Medizinisch-naturwissenschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte (= Ethik in den Biowissenschaften. Band 5). Alber, Freiburg i. Br./München 2013, ISBN 978-3-495-48593-4.
  • Strafrechtlich reguliertes Sterben. Der neue Straftatbestand einer geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung, NJW 2016, 120.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]