Gunnar Sohn

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Gunnar Sohn (* 1961 in Berlin) ist ein deutscher Wirtschaftspublizist.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sohns Großeltern Frieda und Wilhelm Sohn zogen 1932 nach Kuschkow/Spreewald und kauften dort eine Gast- und Landwirtschaft. Hier begann 1935 die Schulzeit seines Vaters. Da sein Großvater Jude war, zwang man die Familie Sohn durch Boykottaktionen zum Verkauf des Geschäftes. 1936 zog die Familie Sohn nach Österreich und eröffnete auf dem Danielsberg in Kärnten eine Hotelpension – den Herkuleshof. Anfang des Jahres 1939 – also kurz nach dem Anschluss Österreichs – wurde das Hotel der Familie Sohn auf dem Wege der sogenannten Arisierung weggenommen und eine Kärntnerin als Eigentümerin eingesetzt. Der Großvater kam in das KZ Dachau – später dann in die “Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt” bei Koblenz. Er starb dort unter ungeklärten Umständen kurz vor seiner Deportation nach Auschwitz am 23. Mai 1942. In der Sterbeurkunde nannte man seinen Großvater Wilhelm Alfons Israel Sohn – „ohne Beruf, israelitisch“. Der Großonkel Franz Sohn konnte sich nach London absetzen und überlebte. 1939 wurden die Großmutter und sein Vater aus der “Ostmark” in das “Altreich” ausgewiesen. Sie zogen nach Berlin. Sein Vater besuchte die 6. Volksschule in Berlin Mitte. Da er nach dem Rassegesetz ein Mischling I. Grades war, durfte er keine höhere Lehranstalt besuchen. Im November 1943 wurden beide ausgebombt und zogen zu den Großeltern mütterlicherseits nach Eggersdorf. Hier wollte sein Vater eine Laufbahn als Maschinenbauer beginnen, durfte aber, da das Rassegesetz verbot, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen, seine Lehrstelle in Müncheberg bei der Firma Paul Sellin nicht antreten.

Daraufhin wurde ihm eine Lehrstelle als Landwirtschaftslehrling beim Landwirt Kurt Ehlert in Grünberg/Neumark zugewiesen. Als im Januar 1945 dort die Russen einmarschierten, wurde sein Vater als Gefangener nach Landsberg gebracht, kam aber im Juli 1945 wieder zurück nach Berlin. Er arbeitete zunächst in einem Elektrowerk in Köpenick, bis er am 25. September 1945 einen Straßenbahn-Unfall erlitt. Die Folge davon war ein steifes Bein. Nach seiner Genesung und einem langen Aufenthalt in Schweden wurde sein Vater ab dem 22. April 1947 Fahrscheinausgeber bei der BVG. Hier gelang ihm später unter sehr großen Anstrengungen eine Karriere in der Verwaltung als Dienstzuteiler – bis zu seiner Pensionierung, die er nur ein knappes Jahr genießen konnte. Er starb nach einem Unfall im August 1990.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gunnar Sohn studierte von 1981 bis 1986 Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin.[1] Schon während des Studiums war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag – Schwerpunkt Außenwirtschaftspolitik. Von 1989 bis 1990 wirkte er als Leiter Kultur und Medien am Institut für politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung.[1] Von 1990 bis 1992 leitete er das Bonner Büro des Instituts für Demoskopie Allensbach.[1] 1992 bis November 1997 war er Pressesprecher bei der Dualen System Deutschland GmbH, bis er am 1. November 1997 Bereichsleiter Unternehmenskommunikation des Telekommunikationsanbieters o.tel.o wurde.[1] Seit 1999 ist er freiberuflich als Wirtschaftspublizist, Wirtschaftsblogger, Kolumnist, Livestreamer und Dozent an der Hochschule Fresenius in Köln tätig. Er vertritt die Schwerpunkte: Wirtschaftsethik, CSR, unternehmerische Verantwortung, Methodenstreit in der Ökonomik, Innovationstheorie, narrative Ökonomie, digitale Medien, Theorie der öffentlichen Meinung. 1999 übernahm er von Caspar von Schrenck-Notzing die konservative Zeitschrift Criticón, die er als Herausgeber auf eine ordoliberale Linie brachte.[2] Sohn war von 1987 bis 1989 Landesvorsitzender der Jungen Union in Berlin sowie Mitglied der CDU und später der Partei Bund freier Bürger, die er nach sechs Monaten wieder verließ. Seitdem ist er parteilos.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Öko-Pharisäer. Umweltschutz als Vorwand. Ullstein, Frankfurt am Main [u. a.] 1995, ISBN 3-548-36642-2.
  • mit Alexander Schmidt: Die Netzwerkrevolution. Plädoyer gegen die Ziegelsteindiktatur. GES-Verlag, Bonn 2001, ISBN 978-3-936002-00-3.
  • mit Hannes Schleeh: Live Streaming mit Hangout On Air: Techniken, Inhalte & Perspektiven für kreatives Web TV. Carl Hanser Verlag, 2014, ISBN 3446440925
  • Wenn Volkswirtschaften in Routine ersticken – Schumpeters soziologische Analysen in seiner Bonner Zeit. In: Hans Frambach, Norbert Koubek, Heinz D. Kurz und Reinhard Pfriem: Schöpferische Zerstörung und der Wandel des Unternehmertums – Zur Aktualität von Joseph A. Schumpeter. Metropolis Verlag, 2019, ISBN 978-3-7316-1358-9
  • 2018. Ökonomie gone wrong: Wie Vulgärkapitalisten semantisch und faktisch die Welt dominieren. Berlin. Netzpiloten 2017.
  • Wie Merkel die VWL-Pseudorechnungen weglächelt: Mainstream-Ökonomen und Politik. Berlin. Netzpiloten. 2016.
  • Die vermessene Ökonomie – Es könnte auch alles ganz anders sein. Berlin. Netzpiloten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Gunnar Sohn: Hybris-Kapitalismus schadet der Marktwirtschaft. In: Schweizer Monatshefte 81 (2002) 11, S. 7.
  2. Roger Thiede: Der Sohn vom Baron. In: Focus, 18. September 2000.