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Gunter Demnig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gunter Demnig, 2022

Gunter Demnig (* 27. Oktober 1947 in Berlin) ist ein deutscher Künstler. Bekannt wurde er durch die Stolpersteine, die er seit 1995[1] zur Erinnerung an Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus verlegt.

Demnig wuchs in Nauen/DDR und Berlin auf. 1967 legte er das Abitur ab und begann ein Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin bei Herbert Kaufmann. 1969/1970 folgte ein Jahr Industrial-Design-Studium an derselben Hochschule. Ab 1971 setzte er das Kunstpädagogik-Studium an der Kunsthochschule Kassel fort und legte 1974 dort das Erste Staatsexamen ab.

Im selben Jahr begann Demnig ein Kunststudium an der Universität Kassel bei Harry Kramer, dem ab 1977 für zwei Jahre die Tätigkeit in Planung, Bauleitung und -ausführung von Denkmalsanierungen folgte. Von 1980 bis 1985 war Demnig künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Kunst der Universität Kassel.

Demnig verlegt einen Stolperstein vor dem Rathaus Köln, März 2013 (Video)[2]
Demnig bei der Verlegung von vier Stolpersteinen (August 2018)

1985 eröffnete Demnig ein eigenes Atelier in Köln und arbeitete bei mehreren Projekten mit, so bei der Moltkerei-Werkstatt und dem Kunstraum Fuhrwerkswaage. Seit 1994 war er auch im IGNIS-Kulturzentrum tätig.

Ab April 2011 befand sich Demnigs Atelier in Frechen im Kunstzentrum Signalwerk auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn. Dort betreiben auch etwa 20 andere in der Region bekannte Künstler ihre Ateliers. Im Jahr 2017 verlegte er sein Atelier nach Alsfeld-Elbenrod in Hessen.[1][3]

Bekannt wurde Demnig durch Verlegung der Stolpersteine, die er auch selbst anfertigt. Sie sollen an Menschen erinnern, die der NS-Diktatur zum Opfer fielen. Die Steine, die auf der Oberseite kleine Messingplatten mit den Namen der Opfer tragen, verlegt er vor deren einstigen Wohn- und Lebensorten im Straßen- oder Gehwegpflaster. Demnig hat das Urheberrecht für die Stolpersteine, zudem verfügt er über die Wortmarke Stolpersteine.[4]

Die ersten Stolpersteine wurden von Demnig 1995 in Köln und 1996 in Berlin verlegt, damals noch ohne behördliche Genehmigung.[1] Im Jahr 2023 wurde die Marke von 100.000 verlegten Steinen erreicht.[1] Stolpersteine liegen mittlerweile (2026) in mehr als 1860 Gemeinden in 31 europäischen Ländern, die meisten davon in Deutschland.[5] Die Stolpersteine gelten als die „weltweit größte dezentrale Gedenkstätte“[6] bzw. als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.[5]

Remembrance Stones

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Ein Remembrance Stone auf Mallorca. Remembrance Stones haben eine silberfarbene Oberfläche.

Das an die Stolpersteine angelehnte Projekt Remembrance Stones soll das Gedenken an Opfer des Franquismus fördern. Die ebenfalls 10 × 10 × 10 cm großen Gedenksteine haben eine silberfarbene Oberfläche aus Edelstahl. Die ersten Remembrance Stones wurden Mitte Dezember 2018 auf der Insel Mallorca verlegt.[7][8]

Gunter Demnig mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Bundesverdienstkreuz am Bande (2019)

Werke (Auswahl)

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Schriftspurgerät von 1990 „… Eine Spur durchs Vergessen“

Ausstellungen (Auswahl)

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Mitgliedschaften

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Er ist seit 2016 verheiratet mit Katja Demnig (* 26. November 1975 in Hanau). Seit 2018 ist Katja Demnig Stellvertreterin von Gunter Demnig, seit 2019 Datenbankbeauftragte und Pressevertreterin und seit 2023 Geschäftsführerin der Stiftung – Spuren – Gunter Demnig.[24]

  • Joachim Rönneper (Hrsg.): Vor meiner Haustür. Stolpersteine von Gunter Demnig. Ein Begleitbuch. Arachne Verlag, Gelsenkirchen 2010, ISBN 978-3-932005-40-4.
  • Stolpern über NS-Verbrechen. Der Bildhauer Gunter Demnig hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. In: analyse & kritik. Nr. 500, 18. November 2005, S. 17 (akweb.de – Inhalt der Printausgabe, Menüpunkt Geschichte).
  • NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (Hrsg.): Stolpersteine. Gunter Demnig und sein Projekt. Emons, Köln 2007, ISBN 978-3-89705-546-9.
  • Hans Hesse: Stolpersteine. Idee. Künstler. Geschichte. Wirkung. Klartext-Verlag, Essen 2017, ISBN 978-3-8375-1547-3.
  • Silvija Kavčič, Thomas Schaarschmidt, Anna Warda, Irmgard Zündorf (Hrsg.): Steine des Anstoßes. Die Stolpersteine zwischen Akzeptanz, Transformation und Adaption. Metropol Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-86331-551-1.
  • Hans Hesse und Elke Purpus: "… ein erfolgreicher Neuzugang" – Gunter Demnig in Köln. Facetten eines Künstlers: Street Art, Urban Art, Aktionskunst, Klangskulpturen (= Schriftenreihe der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln, Band 9). Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln, Köln 2023, ISBN 978-3-942898-09-6.
Commons: Gunter Demnig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Audio, Video

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Der Künstler Gunter Demnig auf stolpersteine.eu.
  2. ↑ In dem Video wird ein Stolperstein zum Auschwitz-Erlass verlegt (vgl. Text auf dem Stolperstein, ab 1:21 im Video), und zwar ein Ersatz-Stolperstein. Das Original von 1992 war im Jahr 2010 entwendet worden (vgl. Bericht auf evangelische-zeitung.de, 15. Dezember 2017).
  3. ↑ Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig ganz privat indeon.de, 26. Januar 2026.
  4. ↑ Rechtlich geschütztes Kunstprojekt stolpersteine.eu.
  5. 1 2 Fakten und Zahlen stolpersteine.eu, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  6. ↑ NS-Gedenkprojekt zählt jetzt 70.000 „Stolpersteine“. In: Deutsche Welle. 23. Oktober 2018, abgerufen am 24. Januar 2019.
  7. ↑ Stolpersteine auf Mallorca: Den Anfang machen die „Remembrance Stones“. In: Mallorca Zeitung. 14. Dezember 2018.
  8. ↑ Remembrance Stones stolpersteine.eu.
  9. ↑ Der Preis das-rote-tuch.de.
  10. ↑ Giesberts-Lewin-Preis koelnische-gesellschaft.de.
  11. ↑ Kunstpreis: „Stolperstein“-Künstler geehrt tagesspiegel.de, 23. Mai 2008.
  12. ↑ Otto-Hirsch-Auszeichnung stuttgart.de, siehe Träger der Otto-Hirsch-Auszeichnung.
  13. ↑ Marion Dönhoff Preis verlag.zeit.de.
  14. ↑ Lothar-Kreyssig-Friedenspreis: Die Preisträger:innen'' ek-md.de (Evangelischer Kirchenkreis Magdeburg), Angaben zu 2013.
  15. ↑ Stolperstein-Initiator bekommt Verdienstorden. In: RadioErft.de. 22. August 2019, abgerufen am 30. September 2023.
  16. ↑ Wir danken für jedes kleine Messingtäfelchen, das millionenfachen Schmerz erleben lässt. Laudatio von Iris Berben. In: adc.de, Art Directors Club für Deutschland, 19. Juli 2021, abgerufen am 30. September 2023.
  17. ↑ Elisabeth Binder: Vom Stolperstein-Vater bis zum Chef des Naturkundemuseums: Diese zwölf Berliner bekommen den Landesorden. In: Tagesspiegel. 29. September 2023, abgerufen am 29. September 2023.
  18. ↑ Arnold‐Bode‐Preis 2024 geht an Gunter Demnig. Stadt Kassel, 3. Mai 2024.
  19. ↑ Gunter Demnig bekommt Karl-Küpper-Preis – 3000 Stolpersteine in Köln verlegt. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 8. Dezember 2024.
  20. ↑ Nachricht des deutschen Botschafters Martin Kotthaus auf X, 7. Mai 2026.
  21. ↑ Mai Thi Nguyen-Kim und Gunter Demnig erhalten erstmals verliehenen Verfassungspreis des Landes Hessen hessischer-landtag.de, 15. Juli 2026.
  22. ↑ Gunter Demnig wurde in den Künstlerbund aufgenommen Nachricht auf stolpersteine.eu, Stand 2017 (archivierte Webseite).
  23. ↑ Ordentliche Mitglieder: Gunter Demnig kuenstlerbund.de.
  24. ↑ Das Team hinter dem Projekt stolpersteine.eu, siehe Vita Katja Demnig (auf den Namen klicken).