Gunther Schmidt (Mediziner)

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Gunther Schmidt (* 1945) ist ein deutscher Arzt mit dem Schwerpunkt Psychotherapie. Er gilt als einer der Pioniere der Verbindung von Systemischer Therapie und Hypnotherapie nach Milton Erickson zu einem ganzheitlichen Konzept (hypnosystemisches Integrationsmodell).

Schmidt ist Mitbegründer des Heidelberger Instituts für systemische Forschung und Beratung, der Internationalen Gesellschaft für Systemische Therapie (IGST) und des Helm Stierlin Instituts in Heidelberg. Er leitet das Milton-Erickson-Institut in Heidelberg, die Abteilung systemisch-hypnotherapeutische Psychosomatik der Fachklinik am Hardberg und die Privatklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des sysTelios Gesundheitszentrums Siedelsbrunn. Im deutschsprachigen Raum trug er mit seinen Beiträgen zur lösungsorientierten Wende in der systemischen Paar- und Familientherapie bei. Schmidt ist auch Gründungsmitglied des Deutschen Bundesverbandes Coaching e. V. (DBVC).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg studierte Gunther Schmidt Medizin. Nach einer tiefenpsychologischen Ausbildung absolvierte er diverse familientherapeutische und systemische Ausbildungen, Ausbildungen in Hypnotherapie u.a. 1979 bei Milton Erickson in den USA, in Psychodrama, Weiterbildung in Transaktionsanalyse, Gestalttherapie und diversen Körpertherapien.

Gunther Schmidt zählt zur Heidelberger Schule, die mit der 1974 von Helm Stierlin, damaliger Direktor der Abteilung für Psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg, gegründeten Heidelberger Familientherapie wesentlich zur Entwicklung der systemischen Therapie in Deutschland beigetragen hat.

Heute arbeitet er auf zwei Gebieten: Erstens im klinischen Bereich und zweitens auf dem Feld der Organisations- und Teamentwicklung und im Einzel-Coaching. Als Facharzt für psychotherapeutische Medizin leitet er die Abteilung systemisch-hypnotherapeutische Psychosomatik der Fachklinik am Hardberg in Breuberg im nördlichen Odenwald, deren Aufbau und Therapiekonzept er selbst mitgestaltet hat. Seit 2007 wirkt er als ärztlicher Leiter der Privatklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des neu gegründeten sysTelios Gesundheitszentrums Siedelsbrunn. Daneben ist er als Coach und Berater in der Organisationsentwicklung, als Dozent, Autor und Direktor des Milton-Erickson-Instituts in Heidelberg tätig.

2010 wurde er mit dem Life Achievement Award der Weiterbildungsbranche für sein Lebenswerk ausgezeichnet.[1]

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsschwerpunkt von Schmidt ist die Integration systemischer Konzepte und Erickson'scher Hypnotherapie zu einem Gesamtkonzept im Sinne einer systemisch kompetenzorientierten ganzheitlichen Psychotherapie.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Klinik als lernende Organisation. In: systeme. 17, Februar 2003, S. 160–186.
  • Liebesaffären zwischen Problem und Lösung. Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten. 2. Auflage. Auer, Heidelberg 2004, ISBN 3-89670-430-3.
  • mit Johannes von Stritzky: Beziehungsbiographien im sozialen Wandel. Ein Vergleich dreier Generationen. In: Familiendynamik. 29, 2, 2005, S. 78–100.
  • mit Gunthard Weber, Fritz B. Simon: Aufstellungsarbeit revisited … nach Hellinger? Mit einem Metakommentar von Matthias Varga von Kibéd. Auer, Heidelberg 2005, ISBN 978-3-89670-486-3.
  • Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung. Auer, Heidelberg 2005, ISBN 3-89670-470-2.
  • Systemische und hypnotherapeutische Konzepte für Organisationsberatung, Coaching und Persönlichkeitsentwicklung. Auditorium Netzwerk, Augsburg 2006, Hörbuch EAN 4026411350219.
  • Gut beraten in der Krise. ManagerSeminare, Bonn 2010.
  • Von Zielen, die Probleme machen, zu optimalem „polynesischem Segeln“. In: M. Faschingbauer: Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Life Achievement Award Preisträger.