Gurghiu

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Gurghiu
Görgen
Görgényszentimre
Wappen von Gurghiu
Gurghiu (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Mureș
Koordinaten: 46° 46′ N, 24° 51′ OKoordinaten: 46° 46′ 21″ N, 24° 51′ 21″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 424 m
Fläche: 126,39 km²
Einwohner: 6.091 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 547295
Telefonvorwahl: (+40) 02 65
Kfz-Kennzeichen: MS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Gurghiu, Adrian, Cașva, Comori, Fundoaia, Glăjărie, Larga, Orșova, Orșova-Pădure, Păuloaia
Bürgermeister: Laurențiu-Dumitru Boar (PNL)
Postanschrift: Str. Petru Maior, nr. 8
loc. Gurghiu, jud. Mureș, RO–547295
Website:
Sonstiges
Stadtfest: „Tâgul fetelor“ (Mädchen-Markt), 1. Sonntag im Juni

Gurghiu [gurˈɟiu] (veraltet Sânimbrul Gurghiului; deutsch Görgen, ungarisch Görgényszentimre) ist eine Gemeinde im Kreis Mureș, in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Der Ort Gurghiu ist auch unter der deutschen Bezeichnung St. Emrich und der ungarischen Szentimre bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Gurghiu im Kreis Mureș

Die Gemeinde Gurghiu liegt östlich des Reener Ländchens (Ținutul Reghinului) im nördlichen Teil des Siebenbürgischen Beckens. Am Gurghiu, einem linken Zufluss des Mureș (Mieresch), und der Kreisstraße (Drum județean) DJ 153C befindet sich der Ort Gurghiu acht Kilometer östlich von der Stadt Reghin (Sächsisch-Regen) und etwa 40 Kilometer nordöstlich von der Kreishauptstadt Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch) entfernt. Die eingemeindeten Dörfer befinden sich zwischen zwei und acht Kilometer vom Gemeindezentrum entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Gurghiu wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt und war im Mittelalter eine größere ungarische Siedlung mit Stadtrecht. Der östliche Teil des Ortes heißt auch heute noch Szeklerstadt.[3]

Auf dem von den Einheimischen Valea sărată genannten Areal befinden sich Reste einer Burg, die noch keinem Zeitalter zugeordnet wurde. Die dortigen archäologischen Funde werden der Bronzezeit zugeordnet. Des Weiteren wird auch eine Römerstraße vermerkt.[4] Auch die Funde auf dem Gebiet des eingemeindeten Dorfes Glăjărie (Görgenyer Glashütte) werden dem gleichen Zeitalter zugeordnet, diese befinden sich in einem Budapester Museum.[5]

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Régen alsó (Unter-Regen) im Komitat Maros-Torda, anschließend dem historischen Kreis Mureș und ab 1950 dem heutigen Kreis Mureș an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Gurghiu entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 4.174 2.444 1.334 87 309
1920 6.251 3.932 2.146 12 161
1977 6.929 4.682 2.126 14 107
2002 6.384 4.249 1.839 1 295
2011 6.091 3.851 1.162 - 1078 (Roma 477)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und auch gleichzeitig die der Rumänen 1977 registriert. Die höchste Einwohnerzahl der Magyaren (2.326) 1910, die der Roma (549) 1941 und die der Rumäniendeutschen 1850 ermittelt. Des Weiteren wurden vereinzelt Slowaken, Serben und Ukrainer registriert.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Berg genannt Dealul Rakoczi oder Dealul Cetății des Gemeindezentrums die Reste einer mittelalterlichen Burg, von den Einheimischen genannt Cetatea lui Rákóczi, vermutlich auf eine dakische Burg und ein Römerlager aufgebaut.[4] Diese stehen unter Denkmalschutz.[7]
  • Auf dem Areal des Dorfes Gurghiu, das etwa 48 Hektar große Naturschutzgebiet Pădurea Mociar mit den bis zu 800 Jahre alten Eichen und die drei Hektar große Narzissenwiese[8] wo auch die Schachbrettblume zu finden ist.[3]
  • Im Gemeindezentrum die Reste einer Römersiedlung, stehen unter Denkmalschutz.[7]
  • Im Gemeindezentrum das im 18. Jahrhundert errichtete Anwesen der ehemaligen ungarischen Adelsfamilie Bornemisza[9] wurde nach einigen Besitzwechsel zuletzt vom österreichischen Kronprinzen Rudolf in ein Jagdschloss umgebaut. Heute befindet sich hier eine Forstfachschule und ein Jagdmuseum.[3] Das Anwesen und die römisch-katholische Kapelle[10] 1730 mit deren Glockenturm 1876 errichtet, stehen unter Denkmalschutz.[7]
  • Im Gemeindezentrum eine Porzellanfabrik, nach unterschiedlichen Angaben im 17. Jahrhundert[7] oder 1790[11] errichtet, steht unter Denkmalschutz.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gurghiu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Arcanum Kézikönyvtár: Historisch-administratives Ortsnamenbuch von Siebenbürgen, Banat und Partium. Abgerufen am 22. Juli 2018 (ungarisch).
  3. a b c Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  4. a b Institute Of Archaeology − Gurghiu, abgerufen am 28. Juli 2018 (rumänisch).
  5. Institute Of Archaeology − Glăjărie, abgerufen am 28. Juli 2018 (rumänisch).
  6. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch)
  7. a b c d e Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch)
  8. Parlamentul României: Gesetz Nr. 5. M.Of. nr. 152, 12. April 2000, abgerufen am 28. Juli 2018 (rumänisch).
  9. Adela Bendriș: Castelul Bornemisza din Gurghiu. Merg In Mureș, 10. Juli 2015, abgerufen am 28. Juli 2018 (rumänisch).
  10. Angaben zur römisch-katholischen Kapelle in Gurghiu bei biserici.org, abgerufen am 29. Juli 2018 (rumänisch)
  11. Website der Stadt Reghin: REGHIN - REPERE CRONOLOGICE. Stadt Reghin, abgerufen am 29. Juli 2018 (rumänisch).