Guri-Stausee

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Guri-Stausee
Die Staumauer des Kraftwerks
Die Staumauer des Kraftwerks
Lage: Bundesstaat Bolívar in Venezuela
Größere Städte in der Nähe: Ciudad Bolívar, Ciudad Guayana
Guri-Stausee (Venezuela)
Guri-Stausee
Koordinaten 7° 46′ 0″ N, 63° 0′ 0″ WKoordinaten: 7° 46′ 0″ N, 63° 0′ 0″ W
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1963–1986
Höhe über Gründungssohle: 162 m
Bauwerksvolumen: 77,971 Mio. m³
Kronenlänge: 7500 oder 11.409 m
Kraftwerksleistung: 8.850 MW
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 272 m
Wasseroberfläche 4250 km²dep1
Stauseelänge 175 kmdep1
Stauseebreite 48 kmdep1
Speicherraum 138.000 Mio. m³
Bemessungshochwasser: 25.500 m³/s

Der Guri-Stausee (span.: Represa Raúl Leoni de Guri oder Embalse de Guri) ist ein 4.250 km² großer Stausee im venezolanischen Bundesstaat Bolívar.

Er entstand durch den Bau der Talsperre von Guri, deren Staudamm ca. 130 km südöstlich von Ciudad Bolívar und 90 km südwestlich von Ciudad Guayana entfernt liegt und den Fluss Río Caroní ca. 90 km[1] oberhalb seiner Mündung in den Orinoco aufstaut. Neben der Stromerzeugung dient die Talsperre auch dem Hochwasserschutz.

Stausee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stausee ist ca. 130 km lang und bis zu ca. 70 km breit; seine Tiefe beträgt im Maximum 170 m, im Mittel 30 m. Mit seiner Oberfläche von 4.250 km2 und seinem Volumen von 138 km³ gehört er zu den größten Stauseen der Erde.[1]

Der See ist sehr fischreich und deswegen ein Paradies für Sportangler, die vor allem den Pavón fischen, eine Buntbarschart aus der Gattung Cichla. Es gibt auch viele andere Nutzungsmöglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1963 bis 1969 wurde ein 106 m hoher und 690 m langer Erd- und Felsschüttdamm erbaut, mit dem ein Stauziel von 215 müNN verwirklicht wurde. Das zugehörige Wasserkraftwerk hatte eine installierte Leistung von 1.750 MW[2]. Nach einer Leistungssteigerung betrug der Wert im Jahr 1978 knapp über 2 GW, erbracht von zehn Turbineneinheiten.

Um der gestiegenen Energienachfrage Rechnung zu tragen, wurde in einer zweiten Bauphase ab 1976 der Damm auf 7.426 m (nach anderen Angaben[2] 11.409 m) verlängert und auf 162 m erhöht. Damit vergrößerte sich der See und erreichte ein Stauziel von 272 müNN. Bei den Bauarbeiten wurde ein Teil des Damms mit einer 1,3 km langen Gewichtsstaumauer aus Beton versehen und ein zweiter Entlastungskanal entstand. Außerdem wurde ein zweites Maschinenhaus errichtet, in dem weitere zehn Turbinen[3] mit einer Leistung von je 630 MW installiert wurden.

Es gibt drei Hochwasserentlastungen, die besonders in der Regenzeit von Mai bis Oktober erforderlich sind, um die enormen zufließenden Wassermengen von bis zu 25.500 m³/s abzuführen.

Stromerzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner Leistung von bis zu 8,85 GW[3] und einer jährlichen Produktion von rund 40 TWh[3] Strom gehört das Kraftwerk am Guri-Damm zu den größten Wasserkraftwerken der Erde. Rein rechnerisch deckt es allein mehr als ein Drittel[3] des nationalen Stromverbrauchs. Tatsächlich wird jedoch ein Teil des erzeugten Stroms nach Kolumbien und Brasilien exportiert.

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasserkraftwerk erhielt seinen heutigen Namen Central Hidroeléctrica Simón Bolívar im Jahr 2006 aufgrund eines Dekrets von Präsident Hugo Chávez. In den Jahren von 1974 bis 2006 trug das Kraftwerk den Namen Central Hidroeléctrica Raúl Leoni, nach dem ehemaligen venezolanischen Präsidenten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Guri-Stausee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CVG Electrificación Del Caroní, C.A.: Cifras 2006, ISSN 1315-2386. Caracas, Agosto 2007, S. 14.
  2. a b Encyclopædia Britannica Online. Encyclopædia Britannica, Inc. 2011. Abgerufen am 23. März 2013
  3. a b c d CVG Electrificación Del Caroní, C.A.: Cifras 2006, ISSN 1315-2386. Caracas, Agosto 2007, S. 12.