Guru Josh

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Guru Josh, eigentlich Paul Walden (* 6. Juni 1964 auf Jersey, Kanalinseln; † 28. Dezember 2015 auf Ibiza[1]) war ein britischer Musiker. Er erreichte Anfang der 1990er Jahre mit seiner Single Infinity Top-5-Platzierungen in Deutschland, Österreich, Großbritannien und der Schweiz. Sie hielt sich ein halbes Jahr in den deutschen Musikcharts und gilt als Klassiker der Old-School-House-Musik.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Walden war ausgebildeter Zahnarzt. Er begann seine Karriere als Entertainer und Keyboarder in einem Nachtclub unter dem Pseudonym Syndrone. Der Erfolg seiner Debütsingle Infinity, die sich 14 Wochen in den deutschen Top 10 hielt und in den deutschen Jahrescharts Platz 9 erreichte, war zu einem guten Teil dem Saxophon von „Mad Mick“ Weston geschuldet, mit dem zusammen er das Stück geschrieben hatte. Es folgte eine weitere Hitsingle, Whose Law (Is It Anyway?), danach verloren Musikpresse und Publikum schnell das Interesse an seiner Musik. Das gleichnamige Album, Infinity, erhielt durchgehend negative Kritiken, welche insbesondere die lustlosen Coverversionen von Popcorn und Louie Louie betrafen. Als Walden dann in einem Interview auch noch die Politik der damals in Großbritannien regierenden konservativen Partei unterstützte, verlor er die Unterstützung der Raver-Szene.

1991 wechselte er in die damals noch junge Branche der Multimediaproduktion, wo er im Jahr darauf in Kooperation mit anderen Künstlern unter anderem das Projekt Dr Devious and the Wisemen forcierte (bekanntester Titel: Cyberdream) und die computeranimierte Videoreihe Dance In Cyberspace mitproduzierte.

Im Jahr 1996 erschien eine Coverversion des Klassikers Infinity von DJ Taucher.[2] Im Jahr 2001 veröffentlichte Mike Dragon eine weitere Coverversion.

Gemeinsam mit Snakebyte (Anders Nyman) und DJ DazPerkz (Darren Bailie) gründete Walden im Jahr 2007 das Guru Josh Project.[3][4] Unter dem gemeinsamen Namen wurde im Jahr 2008 Infinity in einer neuen Version veröffentlicht, den Remix besorgte dabei der deutsche DJ Klaas Gerling mit zusätzlichen Vocals von Jan Löchel. Diese Version hatte europaweit großen Erfolg, unter anderem wurde sie in den belgischen, niederländischen, dänischen und französischen Singlecharts ein Nummer-eins-Hit, zusätzlich in den tschechischen Airplay-Charts und den Euro Hot 100. In Deutschland erreichte der Remix Position vier und hielt sich über 14 Monate in den Charts. Damit war die neue Version deutlich länger platziert als das Original im Jahr 1990 (26 Wochen).

Die Melodie aus Infinity erschien in einer Coverversion unter anderem bei Colours feat. Domino unter dem Titel Hold Me and Kiss Me (bzw. Holding Me Kissing Me). Im Jahr 2012 wurde eine von DJ Antoine produzierte Remix-Version von Infinity in einem Magnum-Eis-Werbespot verwendet.[5]

Guru Josh lebte bis zu seinem Tod auf Ibiza. Der schwer drogenabhängige Musiker beging nach Angaben der britischen Boulevard-Zeitung The Sun am 28. Dezember 2015 Suizid.[6]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1990 Infinity 23
(10 Wo.)
15
(10 Wo.)
22
(7 Wo.)
41
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Juli 1990

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7][8] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1989 Infinity (1990s … Time for the Guru)
Infinity
2 Gold
(26 Wo.)
5
(23 Wo.)
4
(21 Wo.)
5
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Dezember 1989
2008 in UK erneut auf Platz 50
1990 Whose Law (Is It Anyway?)
Infinity
12
(16 Wo.)
18
(12 Wo.)
14
(9 Wo.)
26
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Juli 1990
2008 Infinity 2008 4 Gold
(65 Wo.)
3
(54 Wo.)
2
(85 Wo.)
3 Gold
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. September 2008
(als Guru Josh Project, Remix produziert von Klaas)
2009 Let Me Know (Infinity) 71
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Januar 2009
(Copycatz presents P. Six vs. Guru Josh Project)
2010 Eternity 24
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. März 2010
(mit DJ Igor Blaska)
2012 Infinity 2012 14
(17 Wo.)
10
(13 Wo.)
16
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Mai 2012
(Remix produziert von DJ Antoine und Mad Mark)
  • 1990: Freaky Dreamer
  • 1990: Holographic Dreams
  • 1991: Hallelujah
  • 2009: Crying in the Rain (als Guru Josh Project)
  • 2010: Eternity (mit DJ Igor Blaska)
  • 2010: Frozen Teardrops (feat. Lauren Rose)
  • 2012: I Need a Miracle (mit Tom Franke vs. Coco Star)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rave-Hit "Infinity": Guru Josh gestorben, Spiegel Online, 30. Dezember 2015
  2. Discogs-Eintrag von Taucher.
  3. Das Guru Josh Project. In: musik-base.de.
  4. The Guru Josh Project-Homepage.
  5. Guru Josh feiert Erfolg mit Infinity 2012. In: musikmarkt.de. Abgerufen am 2. Juni 2012.
  6. DJ Guru Josh (†) Todesursache steht fest. Gala, 31. Dezember 2015, abgerufen am 31. Dezember 2015.
  7. a b Chartquellen: DE AT CH UK1 UK2
  8. Auszeichnungen: DE UK