Gussainville

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gussainville
Wappen von Gussainville
Gussainville (Frankreich)
Gussainville
Region Grand Est
Département Meuse
Arrondissement Verdun
Kanton Étain
Gemeindeverband Pays d’Étain
Koordinaten 49° 10′ N, 5° 41′ OKoordinaten: 49° 10′ N, 5° 41′ O
Höhe 190–218 m
Fläche 10,48 km2
Einwohner 36 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 3 Einw./km2
Postleitzahl 55400
INSEE-Code

Gussainville ist eine französische Gemeinde mit 36 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Meuse in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Kanton Étain und zum Kommunalverband Pays d’Étain.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gussainville liegt auf einer mittleren Höhe von 204 Metern über dem Meeresspiegel am Ostrand des Départements Meuse an der Orne. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 10,48 Quadratkilometern. Gussainville liegt 22 Kilometer nordöstlich von Verdun und 9 Kilometer nordwestlich des Regionalen Naturparks Lothringen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gussainville wurde 1168 als Gunseivilla erstmals urkundlich erwähnt, 1346 als Guxenvilla. Der Ortsname ist aus einem germanischen Personennamen (Guntianus oder Gunza) und der aus dem lateinischen stammenden Ortsnamensendung -villa zusammengesetzt.[3][1]

Zwischen 1790 und 1794 wurde der Weiler Saint-Maurice eingemeindet. 1793 erhielt Gussainville im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Saint-Maurice, die im 16. Jahrhundert erbaut worden war, wurde 1833 teilweise zerstört, um eine Straße zu begradigen. Nur ein Teil des Kirchenschiffs und der Kirchturm blieben erhalten und wurden 1850 restauriert. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde die Kirche erneut zerstört und die letzten Spuren der Kirche wurden 1975 beseitigt.

Ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert stand im Weiler Saint-Maurice. Im 17. Jahrhundert gehörte es der Familie Rouyn, deren bekanntester Vertreter Jean-Baptiste de Rouyn 1760 in der Schlacht bei Sainte-Foy bei Quebec im heutigen Kanada schwer verwundet wurde. Zu seinem Andenken benannte sich die Gemeinde Rouyn in Kanada nach ihm.[5]

Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss wiederaufgebaut und im Ersten Weltkrieg zerstört. Das Schloss Hautoy wurde im 18. Jahrhundert für die Familie Hautoy gebaut, deren letzter Repräsentant Vicomte Roch-Hyacinthe du Hautoÿ, Abgeordneter der Generalstände 1789 des Adels der Bailliage von Bar-le-Duc war. Das Schloss wurde 1915 zerstört und nach dem Krieg durch ein großes Haus ersetzt.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungstafel (2006)

Der nächste Bahnhof befindet sich 5 Kilometer entfernt im Kantonshauptort Étain. Der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen liegt 47 Kilometer in südöstlicher Richtung. Der Hafen von Metz ist etwa 37 Kilometer entfernt.[2] Er liegt an der Mosel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Marc (1880–1916), deutscher Maler, Zeichner und Grafiker, war während des Ersten Weltkriegs im Schloss Hautoy einquartiert;[7] fiel auf einem Erkundungsritt zwischen Braquis und Gussainville und wurde im Schlossgarten von Gussainville bestattet.[6] Auf Wunsch seiner Witwe fand Marc seine letzte Ruhestätte 1917 in Kochel am See.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gussainville. In: codecom-pays-etain.fr. Codecom du Pays d’Étain, abgerufen am 2. September 2011 (französisch).
  2. a b Le village de Gussainville. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 2. September 2011 (französisch).
  3. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2. Librairie Droz, 1996, ISBN 978-2-600-00133-5, S. 938 (in Google Books [abgerufen am 2. September 2011]).
  4. Gussainville - notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 2. September 2011 (französisch).
  5. Rouyn-Noranda. In: toponymie.gouv.qc.ca. Gouvernement du Québec, abgerufen am 2. September 2011 (französisch).
  6. a b Architecture. In: Base Mérimée. Ministère de la culture, abgerufen am 2. September 2011 (französisch).
  7. Uwe Fleckner: Angriff auf die Avantgarde. Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus. In: Forschungsstelle Entartete Kunst Berlin (Hrsg.): Schriften der Forschungsstelle „Entartete Kunst“. Band 1. Akademie Verlag, 2007, ISBN 978-3-05-004062-2, S. 360 (online [abgerufen am 2. September 2011]).