Gustaf von Dickhuth-Harrach

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Gustaf Hugo Friedrich Emil Dickhuth, seit 1913 von Dickhuth-Harrach (* 18. Juli 1856 in Breslau;[1]21. Mai 1932 in Potsdam)[2] war ein preußischer General der Infanterie im Ersten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dickhuth studierte an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität. 1876 wurde er Corpsschleifenträger der Marcomannia Breslau.[3]

Er trat anschließend in die Preußische Armee ein und wurde am 10. Oktober 1877 zum Leutnant befördert.[4] Im weiteren Verlauf seiner Militärkarriere war Dickhuth-Harrach ab 1907 als Oberst (seit 14. April 1907) Chef des Generalstabes des XVII. Armee-Korps in Danzig. Anschließend folgte seine Versetzung nach Stettin und die Ernennung zum Kommandeur des Grenadier-Regiments „König Friedrich Wilhelm IV.“ (1. Pommersches) Nr. 2. Mit Wirkung zum 20. März 1911 zum Generalmajor befördert, übernahm er als solcher die ebenfalls in Stettin stationierte 6. Infanterie-Brigade.

Am 16. Juni 1913 wurde Dickhuth anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums von Wilhelm II. als König von Preußen unter der Namensform Dickhuth-Harrach in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.[5]

Dickhuth wurde am 27. Januar 1914 zum Generalleutnant befördert und zeitgleich zum Gouverneur von Thorn ernannt. Diese Position an der Ostfront hatte er über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinaus inne. Ab Februar 1915 fungierte Dickhuth als Führer eines nach ihm benannten Korps, das der Armeeabteilung Gallwitz unterstellt war und bei der Narew-Offensive zum Einsatz kam.[6] Ende September 1915 wurde aus dem Korps die 87. Division gebildet. Seine Division gab Dickhuth-Harrach am 5. Juli 1916 ab und übernahm stattdessen die 201. Division, mit der er weiterhin an der Ostfront kämpfte. Am 11. November 1917 erfolgte seine Ernennung zum stellvertretenden Kommandierenden General des I. Armee-Korps.

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs schrieb er seinem Corps in der Novemberrevolution am 24. November 1918:[7]

„Zum Stiftungsfest kann ich wegen der Zeitverhältnisse leider nicht kommen … Inzwischen bin ich freiwillig aus der Armee ausgeschieden. In der Stunde, als ich die Nachricht erhielt, daß Seine Majestät auf den Thron verzichtet hat, habe ich mein Abschiedsgesuch eingereicht und nur so lange die Geschäfte noch weiter geführt, wie ich den Eindruck hatte, daß meine Mitarbeit für die Erhaltung der Ruhe und Ordnung notwendig sei.“

G. v. Dickhuth-Harrach

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Felde unbesiegt. Erlebnisse im Weltkrieg erzählt von Mitkämpfern. Band 2. Mit den Bildnissen der 24 Mitarbeiter. München 1921, 2. Auflage 1922.
  • Wie wir uns zur Fahne durchschlugen – Erlebnisse von Auslandsdeutschen und Seeleuten im Weltkrieg. F. J. Lehmann, München 1922.
  • Potsdam. Mit 48 Federzeichnungen und einem farbigen Umschlagbild von Otto H. Engel sowie 12 Tafeln. Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1925.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Kosch (Hrsg.) et al. Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Band 6: Deeg–Dürrenfeld. Walter de Gruyter, München/Zürich 2012, ISBN 3-11-096110-5, S. 173.
  2. Günter Wegner: Stellenbesetzung der deutschen Heere, 1815–1939, Biblio-Verl., 1990, S.220.
  3. Kösener Corpslisten 1960, 82, 51
  4. Rangliste der Offiziere der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps 1917. Hrsg.: Kriegsministerium, E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1917, S. 3.
  5. Militär-Wochenblatt. Nr. 81 vom 19. Juni 1913, S. 1864.
  6. Reichsarchiv (Hrsg.): Der Weltkrieg 1914–1918. Band 7: Die Operationen des Jahres 1915. Die Ereignisse im Winter und Frühjahr. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1931, S. 461.
  7. Siegfried Schunke: Geschichten über Marcomannia und Marcomannen. Bd. 2 (1918–1936). Lüneburg 2004, S. 7 f.
  8. a b c d e Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914, Hrsg.: Kriegsministerium, E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 135.