Gustav Peter

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Gustav Peter (* unsicher: 1833; † 1919[1][2]) war Komponist des bekannten Musikstückes Souvenir de Cirque Renz (Deutsch: „Erinnerungen an Zirkus Renz“, auch: „Erinnerung an Zirkus Renz“ und „Zirkus Renz-Galopp)“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Leben von Gustav Peter ist wenig bekannt.[2] Sein Geburtsjahr wird häufig mit 1833 angegeben, seine Nationalität vereinzelt als ungarisch,[3] diese unbelegten Angaben können jedoch nicht als gesichert gelten. Als Name wird auch „Gustav Heinrich Peter“ oder „Heinrich Gustav Peter“ angeführt.[2] Gustav Peter wird häufig als „G. Peter“ abgekürzt und daher oft mit den Komponisten Carl Peter und Georg Peter verwechselt.

Souvenir de Cirque Renz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn des Xylophon-Solo in Souvenir de Cirque Renz

Gustav Peter ist der Komponist des Werkes Souvenir de Cirque Renz. Dieses Werk wird häufig auf 1904 datiert, tatsächlich wird Peter als dessen Komponist bereits im November 1894 erwähnt, und zwar in den Musikalisch-literarischen Monatsberichten von Friedrich Hofmeister für eine Notenausgabe für Xylophon und Orchester des Verlegers Otto Seele.[4] Souvenir de Cirque Renz ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf zahllosen Tonträgern erschienen; es wurde für andere Soloinstrumente und verschiedene Begleitungen arrangiert und ist international bekannt. Als Werk der Zirkusmusik ist es ebenso beliebt wie als unterhaltsames und effektvolles Xylophon-Solowerk.

Die Entstehung des Werkes fällt in eine Zeit, in der schnelle Tänze wie der Galopp in der Unterhaltungsmusik beliebt waren, das Xylophon als Instrument wiederentdeckt wurde und Circus Renz sich in Berlin großer Beliebtheit erfreute. So komponierten eine Reihe von Zeitgenossen Gustav Peters ähnliche Werke, die heute jedoch überwiegend in Vergessenheit geraten sind.[5][6][7][8][9]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Souvenir de Cirque Renz. Galopp für Xylophon mit Orchester. Leipzig, Verlag Otto Seele.[4]
  • Valse-Caprice für Xylophon mit Orchester. Leipzig, Verlag Otto Seele.[4]
  • In wilder Jagd. Konzert-Galopp. Leipzig, Verlag Otto Seele.[10]
  • Der Karneval von Venedig. Brillante Fantasie mit Bravour-Variationen. Leipzig, Verlag Otto Seele.[10]
  • Kosakenpost. Bravour-Galopp für Xylophon (oder Tubus-Campanaphon) mit Orchester. Leipzig, Verlag Otto Seele.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel Musik im Zirkus, Abschnitt "III: Funktion und Repertoire der Zirkusmusik". In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Neuausgabe, Sachteil, Band 6. Bärenreiter, Kassel 1997, ISBN 3-7618-1107-1, hier: Sp. 714. Zitat: „Es gibt einige wenige im zirzensichen Bereich schon fast ›klassisch‹ gewordene Werke, die sofort mit Zirkus assoziiert werden, z. B. die Erinnerungen an den Circus Renz (um 1904/1908) von Gustav Peter († 1919), [...]“
  2. a b c Ursula Hemetek, Rudolf Pietsch: Volksmusik, Wandel und Deutung. Böhlau, Wien 2000, ISBN 3-205-99238-5, S. 585 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. The Saigon Times (Englisch)
  4. a b c Hofmeister: Musikalisch-literarischer Monatsbericht über neue Musikalien, neue Schriften. Band: November 1894, Seite: 478, Musik für Schlaginstrumente: „Peter, Gustav, Souvenir de Cirque Renz. Galopp f. Xylophon m. Orch. Mk 2 n. Leipzig, Seele. – Valse-Caprice f. Xylophon m. Orch. Mk 2 n. Leipzig, Seele.“
  5. Oertel, W. G.: Kunstreiter Galopp. ca. 1905, [1]
  6. Israel, J.: Renz-Galopp f. Pfte. [2], darin: p213: Israel, J., Op. 82. Renz-Galopp f. Pfte. Altona, Hinz Mk 0,60.
  7. Fr. Pazdírek, Universal-Handbuch der Musikliteratur, Vol. D, darin: Daase R.: Renz Galop (f. Orch.). Hofmeister, Juli 1866, darin: Daase R. op 185, Renz Galop (f. Orch. Leipzig, Forberg 1 Rt. 10 Ngr.)
  8. Haase, Eugen: Op. 6. Circus Renz. Galopp f. Pfte. Königsberg, Jakubowski Mk 0,60. Hofmeister, November 1877
  9. Hermann Fliege: Fliege, H., Opus 105, Gavotte Circus Renz f. Klavier, 1872 (worldcat) Noten
  10. a b Hofmeisters Handbuch der Musikliteratur, Band 13, 1904, Seite 583 in der Google-Buchsuche
  11. Hofmeisters Handbuch der Musikliteratur, Band 14, 1909, Seite 597 in der Google-Buchsuche
  12. Die Bedeutung der Angabe Dietrich ist unklar.
  13. Die dortige Komponistenangabe von H. Fliege beruht offensichtlich auf einer Verwechslung mit dessen Gavotte Circus Renz Op. 105 und ist demnach falsch.