Gustav Schiefler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gustav Schiefler, 1906

Gustav Schiefler (* 28. Dezember 1857 in Hildesheim; † 9. August 1935 in Mellingstedt) war ein Hamburger Richter, Kunstsammler, Mäzen und Kunstkritiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edvard Munch: Porträt Gustav Schiefler, Radierung, 1905/06
Familiengrab Friedhof Bergstedt

Gustav Schiefler trat im Jahr 1888 in dem hamburgischen Staatsdienst als Richter im Amtsgericht ein, später wurde er Landgerichtsdirektor. Schiefler war zusammen mit seiner Frau Luise Schiefler ein bedeutender Förderer des Expressionismus und ausgewiesener Sammler von Druckgraphiken. Sein Haus in der Oberstraße wurde ab 1895 zum Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen. Unter anderem waren in seinem Haus Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff zu Gast.

Wie Rosa Schapire wurde er passives Mitglied der Künstlervereinigung Die Brücke und hatte engen Kontakt zum Hamburgischen Künstlerklub. Schiefler verfasste Kataloge der Graphischen Werke von Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Max Liebermann und Edvard Munch.

Der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, hatte großen Einfluss auf sein Kunstverständnis, und Schiefler brachte ihm große Verehrung entgegen. Lichtwark ernannte ihn zum Schriftführer in der von ihm gegründeten Gesellschaft hamburgischer Kunstfreunde. In dieser Eigenschaft weckte er das Interesse vieler Hamburger Bürger für die Künstler der Gegenwart wie Max Liebermann, Ernst Eitner sowie Arthur Illies, der das Ehepaar Schiefler 1902 porträtierte. Als Lichtwark 1914 starb, hielt Schiefler die Trauerrede. Später wandte sich Schieflers Interesse auch den Vertretern der Hamburgischen Sezession zu.

Im Jahr 1927 gab er in der Gesellschaft der Bücherfreunde ein Buch heraus mit dem Titel Meine Graphiksammlung. Die Auflage betrug 500 Exemplare. Darin beschrieb Schiefler, wie er in Kontakt zur Brücke kam. Karl Schmidt-Rottluff war der erste Brücke-Maler, der ihn 1907 in Hamburg besuchte. Ihr Ende kommentierte er wie folgt: [...] „Als Künstlergruppe haben sie ihre Aufgabe mit Ehren erfüllt. Wir erkennen in ihrem Werk den Auftakt zu der Entwicklung, die die deutsche Kunst im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts nahm.“ (Meine Graphiksammlung, S. 53)

1930 besuchte ihn sein Neffe, der Schweizer Maler Max Böhlen.[1]

Gustav Schiefler starb 1935 in Mellingstedt, wo er seit 1912 ein Haus besaß.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine hamburgische Kulturgeschichte 1890 - 1920. Beobachtungen eines Zeitgenossen. Bearb. Georg Ahrens, Hamburg 1985, ISBN 3-923356-05-6
  • Die Künstler der Brücke. Auszug in: Beiheft. Lebensdaten und Selbstzeugnisse zu Beispiele: Kunst in der Verfolgung. Entartete Kunst (Ausstellung) 1937 in München Bildmappe. Hg. Landesinstitut für Erz. und Unterricht Stuttgart. Neckar, Villingen-Schwenningen (1998) ohne ISBN, S. 30f. (ferner Texte von Max Beckmann, Karl Hofer, Paul Klee, Oskar Schlemmer u. a.) Aus: Meine Graphiksammlung. Hamburg 1919, Neuaufl. 1974

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gustav Schiefler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Huggler: Max Böhlen. Huber, Frauenfeld 1973, ISBN 3-7193-0466-3 (mit Werkeverzeichnis).