Gut Warnberg

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Herrenhaus von Gut Warnberg
Nebengebäude von Gut Warnberg
Burgstall auf dem Warnberg

Gut Warnberg ist ein ehemaliger Gutshof in München, in dem heute ein Kloster und eine Schule untergebracht sind. Auf dem Gelände befinden sich Reste eines mittelalterlichen Turmhügels, der mit 580,50 m ü. NHN der höchste Punkt Münchens ist. Der Gutshof ist sowohl als Baudenkmal[1] als auch als Bodendenkmal[2] in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gutshof liegt im Süden des Münchner Stadtteils Solln auf der Kuppe einer Anhöhe, des Warnbergs, auf einer Höhe von etwa 576 bis 580 m ü. NHN. Der Gutshof bildet auch den wesentlichen Teil des Sollner Ortsteils Warnberg. Es ist von landwirtschaftlich genutzter Fläche umgeben, nördlich des Guts liegt der Warnberger Weiher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle des späteren Gutshofs stand vermutlich bereits im frühen 12. Jahrhundert eine Burg. Wann die Burg abgegangen ist, ist nicht überliefert.

1269 ist im herzoglichen Urbar ein Schwaighof in Warnberg verzeichnet. Dieser Schwaighof wurde 1308 zu einem lastenfreier Edelsitz (Sedelhof). 1594 überließ Herzog Wilhelm V. den Schwaighof den Jesuiten. Damals stand auf dem Hof ein zweigeschossiges Herrenhaus. Hier wohnte auch der Jesuit und Dichter Jacob Balde während seines Aufenthalts in München.

1667 wurde das Herrenhaus neu errichtet. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 kam das Gut in private Hände. Seit 1888 wurde das Gut als Mädchenschule der Münchner Marienanstalt genutzt. 1927 wurde das Herrenhaus nach Osten erweitert. 1964 wurde für die Schule ein eigenes Gebäude errichtet.

Gelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände des Gutshofs hat eine Fläche von etwa 6 ha und ist von einem niedrigen Holzzaun umgeben. Drei Wirtschaftsgebäude sind auf drei Seiten eines rechteckigen Hofs angeordnet. Östlich des Südflügels liegt das Herrenhaus. Weitere Gebäude liegen nördlich des Dreiseithofs. Hier ist auch eine Tierarztpraxis mit Pferdepension untergebracht.[3]

Östlich des Herrenhauses liegt ein 1964 errichtetes Schulgebäude. Südlich des Herrenhauses liegt der Klostergarten mit einer „Balde-Laube“ genannten Gartenlaube, westlich davon eine Gärtnerei mit Gewächshaus. Weiter nach Süden folgen der Burgstall der ehemaligen Turmhügelburg und an der Südgrenze des Geländes der Friedhof der Klosterschwestern.

Herrenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Herrenhaus, auch Schloss genannt, ist ein dreigeschossiger Bau mit Schopfwalmdach.

Ignatiuskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Herrenhaus liegt die Ignatiuskapelle, die den Jesuiten als Hauskapelle diente.

Verwalterhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch das nördlich des Hauptgebäudes liegende Verwalterhaus, ein zweigeschossiger Schopfwalmdachbau, steht unter Denkmalschutz.

Schulgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das östlich des Herrenhauses gelegene Schulgebäude erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über einer Grundfläche von etwa 16 m * 40 m. Es ist ein dreigeschossiger Bau mit einem flachen Satteldach. Das Gebäude ist Sitz der Privaten Realschule Gut Warnberg (bis Februar 2012: Hans-Hofer-Realschule), die (Stand 2013) 105 Schüler hat.[4]

Burgstall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 100 m südlich des Hauptgebäudes liegt der Burgstall der mittelalterlichen Turmhügelburg (Motte). Verblieben ist ein flacher Turmhügel mit einem Durchmesser von 18 Meter. Der Hügelrest wird zur Erinnerung an den Aufenthalt Jacob Baldes auf dem Warnberg auch Balde-Höhe genannt. Er hat eine relativ ebene Oberfläche und ist an seinem Rand mit alten Bäumen bewachsen. Auf einem Foto von 1912[5] lassen sich noch Grabenreste erahnen. Auf dem Hügelstumpf liegt mit 580,50 m ü. NHN der höchste Punkt Münchens.[6] Vom Herrenhaus aus führte ein unterirdischer Gang, der mittlerweile zugemauert ist, zum Burgstall.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dennis A. Chevalley, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Südwest (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/2). Karl M. Lipp Verlag, München 2004, ISBN 3-87490-584-5, S. 666 f., 721.
  • Ingrid Sand: Warnberg. In: Hermann Sand, Ingrid Sand (Hrsg.): Solln. Das Stadtviertelbuch. München 1999, ISBN 3-923395-12-4, Kap. 4.3.1, S. 87–89.
  • Michael Weithmann: Burgen in München. Stiebner Verlag, München 2006, ISBN 3-8307-1036-4, S. 33–35.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gut Warnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehemaliges Schlossgut Warnberg (Memento des Originals vom 2. Februar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/geodaten.bayern.de beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  2. Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Teile des Schlosses und späteren Klostergutes Warnberg mit Burgstall (Memento des Originals vom 4. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/geodaten.bayern.de beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  3. Tierarztpraxis. Abgerufen am 16. Juni 2013.
  4. Private Realschule Gut Warnberg. Abgerufen am 11. Juni 2013 (Offizielle Website).
  5. Denkmäler München Südwest, S. CXLIII
  6. Weithmann 2006, S. 33

Koordinaten: 48° 4′ 0,4″ N, 11° 30′ 34,9″ O