Gutach im Breisgau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gutach im Breisgau
Gutach im Breisgau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gutach im Breisgau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 7′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 293 m ü. NHN
Fläche: 24,77 km2
Einwohner: 4344 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79261
Vorwahlen: 07685, 07681
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 014
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 33
79261 Gutach im Breisgau
Webpräsenz: www.gutach.de
Bürgermeister: Urban Singler
Lage der Gemeinde Gutach im Breisgau im Landkreis Emmendingen
Frankreich Ortenaukreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Schwarzwald-Baar-Kreis Bahlingen am Kaiserstuhl Biederbach Biederbach Biederbach Denzlingen Elzach Emmendingen Endingen am Kaiserstuhl Forchheim (Kaiserstuhl) Freiamt (Schwarzwald) Gutach im Breisgau Herbolzheim Kenzingen Malterdingen Malterdingen Reute (Breisgau) Rheinhausen (Breisgau) Riegel am Kaiserstuhl Sasbach am Kaiserstuhl Sexau Simonswald Teningen Vörstetten Waldkirch Weisweil Winden im Elztal Wyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild

Gutach im Breisgau ist eine Gemeinde im Elztal im Landkreis Emmendingen, Baden-Württemberg. Sie liegt am Übergang des Breisgaus zum Schwarzwald rund 20 Kilometer nordöstlich von Freiburg im Breisgau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutach im unteren Elztal (hinten), bei Bleibach mündet von links die Wilde Gutach

Gutach liegt im Bereich einer Talspinne der Elz, eines rechten Nebenflusses des Rheins. Diesem entlang einer bedeutenden Verwerfungslinie geradlinig nach Südwesten fließenden Hauptgewässer der Gemeinde läuft von Südosten die Wilde Gutach zu und aus dem Nordnordwesten der kleinere Siegelbach. Das Gemeindegebiet erstreckt sich sichelförmig von seiner Ostspitze auf dem Gipfel des Hörnlebergs (905,2 m ü. NN) über die genannte Talspinne mit dem nördlichsten Ausläufer des Kandel, vor allem das Siegelbachtal bis hin zu weiter nördlich gelegenen Oberläufen zweier Elz-Nebenbäche. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Hörnlebergs, der mit etwas unter 280 m ü. NN tiefste liegt dort, wo die Grenze nach Waldkirch die Elz quert. Die größten Orte sind der namengebende Hauptort im weiten unteren Elztal und Bleibach an der Mündung der Wilden Gutach, der kleinste der drei dörflichen Siedlungskerne ist Siegelau im Siegelbachtal. Daneben gibt es, vor allem im Talsystem des Siegelbachs, etliche weitere Weiler, Zinken, Siedlungsplätze und Einzelhöfe.

Alter Gutshof in Gutach
Katholische Kirche St. Michael

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unmittelbar angrenzenden Gemeinden sind elzabwärts und im Südwesten Waldkirch mit seinen Ortsteilen Siensbach und Kollnau, im Westen Freiamt, im Norden Biederbach, im Nordosten Elzach, elzaufwärts und im Nordosten Winden im Elztal sowie im Südosten Simonswald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gutach im Breisgau ist in die Ortsteile Bleibach, Gutach und Siegelau gegliedert. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens.[2]

  • Zur Teilgemarkung Bleibach gehören der obere Abschnitt des Elzstals in der Gemeinde und die beidseitigen Randhöhen, links weit bis hinauf auf den Hörnleberg. In ihm liegen das Dorf Bleibach, der Weiler Kregelbach und der eine Teil des Weilers Stollen sowie die Wohnplätze Berghaus und Bergwerk.
  • Zur Teilgemarkung Gutach, der südwestlich davon anschließt und den unteren Abschnitt des Elzstals in der Gemeinde umfasst, gehören das Dorf Gutach im Breisgau, der Weiler Ottensteg, der andere Teil des Weilers Stollen und das Gehöft Riedern. Hier liegt wohl auch die Wüstung Glashof, auf die ein Flurname hindeutet.
  • In der bei weitem flächengrößten Teilortgemarkung Siegelau finden sich das Dorf Siegelau, die Weiler Mußbach, die Zinken Dobel, Gescheid, Obertal und Untertal, die Höfe Eckleberg und Zinken und der Wohnplatz Schwarzenberg – diese alle im Einzugsgebiet des Siegelbachs – sowie der Weiler Oberspitzenbach im Obertal des Spitzenbachs, der direkt und oberhalb des Gemeindegebietes in die Elz mündet.

Auf der Gutacher Teilortgemarkung liegt wohl auch die Wüstung Glashof, auf die ein Flurname hindeutet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Bleibach wurde erstmals im Jahr 1178 in einer päpstlichen Bulle Alexanders II. als Besitztum des Klosters St. Margareta zu Waldkirch als Plybach erwähnt. Von einer Kirche in Bleibach war erstmals 1350 als Filiale der Pfarrei St. Peter in Waldkirch die Rede.

Siegelau wurde erstmals 1251 als Sigilnowe urkundlich erwähnt. Im Jahr 1360 wurde dann von einer Kirche im Ort berichtet.

Die erstmalige urkundliche Erwähnung Gutachs findet sich im Jahr 1309 in einem topografischen Wörterbuch als Guota. 1315 kam Gutach zusammen mit Bleibach und Siegelau in den Besitz der Schwarzenberger auf Kastelberg. Von einer Kapelle in Gutach wurde erst 1699 berichtet.

Im 16. Jahrhundert wurden die Gemeinden Gutach, Bleibach und Siegelau vorderösterreichisch. Sie gehörten zur Landgrafschaft Breisgau, bis sie 1805 dem Großherzogtum Baden zugeschlagen wurden.

Den Namenszusatz „im Breisgau“ führt Gutach seit dem 27. Juni 1961. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1974 durch Vereinigung der Gemeinden Gutach im Breisgau, Bleibach und Siegelau neu gebildet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus der Gemeinde Gutach im Breisgau

Bis zu den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 1999 galt die unechte Teilortswahl; die Ortsteile bildeten zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Ergebnisse:[5]

CDU 32,1 % 4 Sitze − 1
Freie Wähler 47,8 % 7 Sitze ± 0
Ökologische Liste 20,1 % 3 Sitze + 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2014 wurde Urban Singler für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 1997 besteht eine offizielle Partnerschaft zwischen Elzach, Gutach, Simonswald und Waldkirch mit dem englischen Worthing in Sussex.
  • Am 13. Juni 2002 wurde die innerdeutsche Partnerschaft mit dem sächsischen Ort Grumbach im Erzgebirgskreis besiegelt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Gutach

Neben mittelständischen Industrieunternehmen und dem Tourismus mit Gastronomie ist die Landwirtschaft bedeutendster Wirtschaftsfaktor. Insbesondere der Ortsteil Siegelau mit seinen Weilern Oberspitzenbach, Schwarzenberg, Eckleberg, Gscheid, Obertal, Untertal, Dobel und Mußbach ist bäuerlich-dörflich geprägt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist über die Bundesstraße 294 (BrettenGundelfingen) an das Oberzentrum Freiburg im Breisgau (21 km bis zur Stadtmitte) angebunden. Die Bundesautobahn 5 (BaselKarlsruhe) ist ortsdurchfahrtsfrei in 20 km zu erreichen.

Die Elztalbahn (ElzachFreiburg im Breisgau), auf der die Breisgau-S-Bahn die Bahnhöfe Gutach und Bleibach bedient, und mehrere Linien des Südbadenbus binden Gutach an den öffentlichen Nahverkehr an.

Elztalbrennerei Weis

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gütermann ist einer der größten Hersteller von Näfäden und Garn. Mit über 350 Beschäftigten in Gutach ist der Betrieb einer der größten im Elztal.
  • Die Elztalbrennerei Georg Weis ist einer der größten Hersteller von Branntwein in Deutschland.
  • Die Wasserkraft Volk AG zählt zu den weltweit führenden Herstellern von kleinen und mittleren Wasserkraftanlagen.

Tourismus und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golfplatz Gütermann

Gutach liegt im Naturpark Südschwarzwald, dem größten Naturpark Deutschlands. Die Ortsteile Siegelau, Oberspitzenbach sowie das als staatlicher Erholungsort anerkannte Bleibach sind beliebte Wanderziele bei Touren durch den Naturpark.

Gutach ist Mitglied im Tourismusverband „ZweiTälerLand“, der sich um die touristische Vermarktung der Gemeinden des Elztales und des Simonswälder Tales bemüht. Dafür wurde am 1. Januar 2000 die Elztal & Simonswäldertal Tourismus GmbH & Co. KG gegründet. Gesellschafter sind neben Gutach fünf weitere Gemeinden, die entsprechend ihrer Einwohner- und Übernachtungszahlen die Gesellschaft finanzieren. Der drei Kilometer lange Walderlebnispfad am Hörnleberg im Ortsteil Bleibach ist eine Mischung aus Lehrpfad und „Ökorallye“, der auf spielerische Weise über alle Sinne Wissen über das Ökosystem Wald vermitteln soll.

Der Golfclub Gütermann Gutach und ein Freibad mit Beachvolleyballfeld ergänzen das Freizeitprogramm.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gutach besteht eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, außerdem gibt es im Ortsteil Bleibach ebenfalls eine Grundschule. Für Kinder mit Lernschwierigkeiten ist die Elztal-Schule in Bleibach als Förderschule zuständig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg in Bleibach, Beinhaus rechts

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Georg in Bleibach ist – nicht nur – für kunsthistorisch Interessierte sehenswert. Der eigenwillige Bau vereinigt fünf Stil- und Bauepochen vom späten Mittelalter bis in die Moderne, die der Kirche mit dem letzten Umbau 1978 ein ganz neues Gesicht gegeben hat. Durch die Kirche gelangt man in das im süddeutschen Raum seltene Beinhaus mit dem noch vollständig erhaltenen Bleibacher Totentanz aus dem Jahre 1723, dem u. a. der Basler Totentanz als Vorbild gedient hat.[7]

Auf dem Friedhof befindet sich das zum Teil in Betonwerkstein erstellte achteckige Kolumbarium der Familie Gütermann. In ihr ist unter anderem Horst Gütermann bestattet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolumbarium Gütermann

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Fimpel (1895–1965), Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Hirtler, erster Pfarrer in Gutach, 1963[8]
  • Horst Gütermann, 2002.
  • Alex P. Gütermann, 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Gutach im Breisgau vom 23. Oktober 2001 (PDF; 399 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 252–254.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 511.
  5. Website Gutach: Politik, Wahlen
  6. https://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/gutach-im-breisgau/
  7. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. „Muos ich doch dran – und weis nit wan“. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0, S. 234ff.
  8. Kirchliche Mitteilungen aus den Pfarrgemeinden, in Mitteilungsblatt der Gemeinde Gutach, Nr. 29/2005, S. 8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gutach im Breisgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien