Gutenstein (Niederösterreich)

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Gutenstein
Wappen von Gutenstein
Gutenstein (Niederösterreich) (Österreich)
Gutenstein (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Fläche: 104,03 km²
Koordinaten: 47° 52′ N, 15° 53′ OKoordinaten: 47° 52′ 0″ N, 15° 53′ 0″ O
Höhe: 481 m ü. A.
Einwohner: 1.336 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 2763, 2770
Vorwahl: 02634
Gemeindekennziffer: 3 23 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 100
2770 Gutenstein
Website: www.gutenstein.at
Politik
Bürgermeister: Michael Kreuzer (GFG)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
8
7
4
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Gutenstein (Niederösterreich) im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Wallfahrtskirche Mariahilfberg
Wallfahrtskirche Mariahilfberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gutenstein ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich mit 1336 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016).

Gutenstein ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort. Bedingt durch seine klimatische Lage ist Gutenstein auch Luftkurort.

Schloss Gutenstein
Waldbauernmuseum Gutenstein

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutenstein liegt im Industrieviertel im Tal der Piesting in Niederösterreich. Das Gebiet gehört zu den Nördlichen Kalkalpen, zu der nach dem Ort benannten Gruppe der Gutensteiner Alpen, deren Kernzone das Piestingtal bildet. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 104,2 km². 91,22 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Gutenstein (359)
  • Hintergschaid (6)
  • Klostertal (160)
  • Längapiesting (122)
  • Steinapiesting (66)
  • Urgersbach (2)
  • Vorderbruck (555)
  • Zellenbach (12)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Gutenstein.

Ortschaften in der Gemeinde
Gutenstein

Erioll world.svg Gutenstein (M)
Erioll world.svg Hintergschaid (ZH)
Erioll world.svg Klostertal (ZH)

Erioll world.svg Aichlmühl (W)
Erioll world.svg Putzenhof (W)
Erioll world.svg Wegscheid (W)

Erioll world.svg Längapiesting (ZH)

Erioll world.svgMariahilfberg (W)
Erioll world.svgÖhlersimmerl (ZH)

Erioll world.svg Steinapiesting (ZH)
Erioll world.svg Urgersbach (ZH)
Erioll world.svg Vorderbruck (D)

Erioll world.svg Blättertal (Sdlg)
Edeltal (R)
Eichberggraben (ZH)

Erioll world.svgZellenbach (ZH)

Legende unter: Topographische Siedlungskennzeichnung
f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der Gemeinde: OSM, Google oder Bing

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 15 v. Chr. war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg, welche Hauptort für das gesamte Nord-Ost-Norikum war. Mit der Einverleibung Noricums in das Imperium Romanum unter Kaiser Augustus fiel auch das Gebiet um das heutige Gutenstein unter die Herrschaft der Römer und lag zunächst in der Provinz Noricum, nach Veränderung der Grenzen ab dem Jahr 8 n. Chr. in der Provinz Pannonia.

Der Ort zu Füßen der gegen Ende des 12. Jh. erbauten Burg Gutenstein (erste urkundliche Erwähnung 1220) blieb zunächst bedeutungslos. 1321 erhob Friedrich der Schöne, der die Burg zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort wählte, Gutenstein zum Markt. 1487 kam Gutenstein unter die Herrschaft von Matthias Corvinus, 1490 wieder unter die Habsburger. Die Türkeneinfälle 1529 und 1532 übersteht Gutenstein vergleichsweise unbehelligt. 1576 verkaufen die Habsburger die Burg und die Herrschaft Gutenstein an die Familie Hoyos. Kaiser Ferdinand II. erhebt den Besitz 1628 zur Grafschaft. 1661 bringt der Marktrichter Sebastian Schlager ein wundertätiges Marienbild auf den Mariahilfberg, darauf wird dort von 1679 - 1685 ein Kloster erbaut, 1688 eine Wallfahrtskirche, die nach einem Brand 1727 wiedererrichtet wird.

1671 begann die Familie Hoyos ihr Schloss im Tal zu bauen. Der Dichter Ferdinand Raimund kam ab 1825 regelmäßig nach Gutenstein, wo er auch 1836 begraben wurde. Nach der Verwaltungsreform von 1848 übernahm die Gemeinde Gutenstein von der gräflichen Herrschaft Hoyos die Verwaltung. 1877 wurde die Gutensteinerbahn eröffnet, die für die im 19. Jh. errichteten Industriebetriebe (Eisenverarbeitung, Sägewerke und Kohlenmeiler) wichtig war. 1912 wurde die Gutensteiner Wasserleitung gebaut; Gutenstein entwickelte sich anschließend zum Fremdenverkehrsort.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gutenstein kurzzeitig Frontgebiet und gehörte nach Kriegsende bis 1955 zur sowjetischen Besatzungszone.

Die Raimundspiele Gutenstein im Bleichgarten wurden 1993 gegründet und im Jahr 2000 wiederaufgenommen.[2] Seit 1995 finden musikalische Sommerkurse statt, zuerst unter dem Namen „Cartusiana“, dann als Meisterklassen Gutenstein.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gutenstein (Niederösterreich)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kultursommer Gutenstein mit den Festspielen Gutenstein (eigentlich: Raimundspiele): Gegründet 1993 von Peter Janisch. In den Jahren 2000–2007 wurden unter der Regie von Ernst Wolfram Marboe alle acht von Ferdinand Raimund geschriebenen Theaterstücke in einer Reihe von nahezu demselben Ensemble aufgeführt. Die Aufzeichnung der Stücke durch das ORF-Landesstudio Niederösterreich ergab erstmals eine komplette Sammlung der Raimund-Werke, die bereits im ORF und auf 3sat zu sehen war. Ab 2008 wurden auch Werke anderer Autoren wie Tutanchamun – Das Musical gespielt. Die Raimundspiele änderten ihren Namen in Festspiele Gutenstein. 2013 übernahm Isabella Gregor die Intendanz der Festspiele. Sie führte wieder Stücke von Ferdinand Raimund auf. Mitte 2015 lief der Vertrag mit Gregor aus, ihre Nachfolgerin ist Kammerschauspielerin Andrea Eckert, die 2016 das Stück "Der Diamant des Geisterkönigs" aufführen wird. Von nun an heißen die Festspiele wieder Raimundspiele.
  • Konzerte der Meisterklassen Gutenstein, Lesungen am Mariahilfberg, Kabaretts und anderes

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
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70
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20
10
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44,75 %
(-26,82 %p)
35,25 %
(n. k.)
20,00 %
(-8,43 %p)
GFG
2010

2015

Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 waren 80,6 % der Einwohner römisch-katholisch, 3,7 % evangelisch, 3,8 % sind Muslime. 2,2 % gehörten orthodoxen Kirchen an, 7,9 % der Bevölkerung hatten kein religiöses Bekenntnis.


Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 85, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 69. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 547. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 40,29 %.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl die Gutensteiner Straße B 21 als auch die in Gutenstein endende Gutensteinerbahn bilden eine direkte Verbindung in die Hauptstadt des Industrieviertels Wiener Neustadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Beziehung zu Gutenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich der Schöne (1289–1330), Herzog von Österreich und Steiermark, 1314–1330 (als Friedrich III.) Gegenkönig des Heiligen Römischen Reiches, verstarb auf Burg Gutenstein, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte.
  • Ferdinand Raimund (1790–1836), österreichischer Dramatiker; Gutenstein ist untrennbar mit Ferdinand Raimund verbunden. Der Dichter und Schauspieler des Biedermeier ist zwar nicht in Gutenstein geboren, ließ sich aber 1834 hier nieder, nachdem er schon in den vorangegangenen Jahren viel Zeit hier verbracht hatte, und ist auch hier begraben.
  • Rudolf Tyrolt (1848–1929), österreichischer Schauspieler und Schriftsteller, in Gutenstein gestorben und begraben.
  • Peter Kempny (1862–1906), österreichischer Insektenforscher, Gutensteins erster Gemeindearzt, Komponist
  • Hans Kaltneker (1895–1919), österreichischer Erzähler, Lyriker und Dramatiker, einer der Hauptvertreter des österreichischen Expressionismus, in Gutenstein begraben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Mariahilfberg bei Gutenstein (Niederösterreich). Ein vollständiges Wallfahrtsbüchlein für die Pilger zu diesem Gnadenorte. Gutenstein 1903.
  • Hildtraud Ast, Dreihundert Jahre Gnadenstätte Mariahilfberg, Gutenstein 1968.
  • Hermann Maurer, Zeichenstein und Wunderbaum. Österreichs Kirchen und Klöster in ihren Ursprungslegenden. Stiftsmuseum Klosterneuburg 2000, Kat. Nr. 50 und 51a (Seite 114f.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gutenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. http://www.gutenstein.at/kultur/raimundspiele
  3. http://www.meisterklassen-gutenstein.com
  4. Ehrenbürgerschaft für Bgm. a.D. Adi Reuscher gutenstein.at, 23. Juli 2011