Guyans-Vennes

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Guyans-Vennes
Guyans-Vennes (Frankreich)
Guyans-Vennes
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Pontarlier
Kanton Valdahon
Gemeindeverband Portes du Haut-Doubs
Koordinaten 47° 9′ N, 6° 34′ OKoordinaten: 47° 9′ N, 6° 34′ O
Höhe 540–984 m
Fläche 19,67 km2
Einwohner 822 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 42 Einw./km2
Postleitzahl 25390
INSEE-Code

Guyans-Vennes ist eine Gemeinde im französischen Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guyans-Vennes liegt auf 727 m über dem Meeresspiegel, 12 km nördlich von Morteau und etwa 42 km östlich der Stadt Besançon (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im Jura, in einer Talmulde, die leicht in das Becken von Vennes eingetieft ist, am Südfuß der Waldhöhe des Bois de Gassard und westlich des Tals des Dessoubre.

Die Fläche des 19,67 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der Hauptteil des Gebietes wird vom Becken von Vennes eingenommen, das eine Breite von ungefähr 4 km und eine Länge von fast 10 km aufweist und durchschnittlich auf 770 m liegt. Es ist überwiegend von Acker- und Wiesland bestanden. Das Plateau besitzt keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert. In das Becken eingetieft ist das Trockental von Guyans-Vennes, das topographisch zum Einzugsgebiet des Dessoubre gehört.

Im Norden und Nordwesten wird das Becken von einem bewaldeten Höhenzug flankiert, zu dem der Bois de Gassard (970 m), der Frémont (mit 984 m die höchste Erhebung von Guyans-Vennes) und der Bois du Roi (859 m) gehören. Dieser Höhenrücken bildet eine Antiklinale des Faltenjuras und ist gemäß der Streichrichtung des Gebirges in Südwest-Nordost-Richtung orientiert. Begrenzt wird der Gemeindeboden im Norden durch das Erosionstal der Reverotte, im Osten durch den Taleinschnitt des Dessoubre, wobei die Grenze nicht entlang der Flussläufe, sondern an den steilen, teils von Felsbändern durchzogenen Talhängen verläuft. Mit einem schmalen Zipfel erstreckt sich das Gemeindeareal nach Osten bis auf die Hochfläche von Le Russey südlich des Felszirkus Cirque de Consolation.

Zu Guyans-Vennes gehören neben dem eigentlichen Ortskern auch verschiedene Weiler und zahlreiche Einzelhöfe, darunter:

  • Village-Haut (735 m) in der Talmulde von Guyans-Vennes am Fuß des Bois de Gassard
  • Les Plains de Guyans (781 m) auf einem Plateau im Becken von Vennes
  • Grand-Chaux (793 m) auf einem Plateau im Becken von Vennes, westlich des Dessoubre-Tals
  • Sous le Bois (805 m) im Becken von Vennes am Ostfuß des Bois de Gassard

Nachbargemeinden von Guyans-Vennes sind Plaimbois-Vennes im Norden, Plaimbois-du-Miroir, Laval-le-Prieuré, Consolation-Maisonnettes, Mont-de-Laval und Le Bélieu im Osten, Fuans und Fournets-Luisans im Süden sowie Vennes im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Guyans-Vennes war schon sehr früh besiedelt. Auf die späte Bronzezeit wird ein Tumulus zurückdatiert. Beim Weiler Grand-Chaux wurden Spuren eines römischen Lagers gefunden. Im Mittelalter gehörte Guyans-Vennes zunächst zur Herrschaft Montfaucon, danach zur Herrschaft Vennes. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte das Dorf mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich. Seit 1998 ist Guyans-Vennes Mitglied des 44 Ortschaften umfassenden Gemeindeverbandes Communauté de communes du Pays de Pierrefontaine-Vercel.

Am 1. Januar 2009 erfolgte eine Änderung der Arrondissementszugehörigkeit der Gemeinde. Bislang zum Arrondissement Besançon gehörend, kamen alle Gemeinden des Kantons zum Arrondissement Pontarlier.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche von Guyans-Vennes wurde im Stil des Klassizismus erbaut und besitzt ein Gemälde von Notre-Dame de Consolation aus der Zeit um 1500. Das Hôtel Normand stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von der mittelalterlichen Burg Châtel-Neuf sind Ruinen erhalten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 481
1968 499
1975 532
1982 530
1990 536
1999 575
2006 667

Mit 822 Einwohnern (1. Januar 2016) gehört Guyans-Vennes zu den kleinen Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts markant abgenommen hatte (1906 wurden noch 700 Personen gezählt), wurde seit Beginn der 1960er Jahre wieder ein leichtes Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guyans-Vennes war bis ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft (Viehzucht und Milchwirtschaft, Ackerbau) und die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des Kleingewerbes, unter anderem in den Branchen Käseherstellung, Holzverarbeitung und Uhrenindustrie. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den umliegenden größeren Ortschaften ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen, ist aber von Orchamps-Vennes an der Hauptstrasse D461, die von Besançon nach Morteau führt, leicht erreichbar. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Fuans und Consolation-Maisonnettes.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. INSEE-Modifications de communes