Gwen Graham

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Gwen Graham (2015)

Gwendolyn „Gwen“ Graham (* 31. Januar 1963 in Miami Lakes, Florida) ist eine amerikanische Politikerin der Demokraten. Von 2015 bis 2017 vertrat sie den 2. Kongresswahlbezirk Floridas im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Sie trat nicht zur Wiederwahl im November 2016 an und schied daher am 3. Januar 2017 aus dem Kongress aus. Stattdessen will sie sich 2018 für das Amt der Gouverneurin ihres Bundesstaats bewerben.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gwen Graham ist die Tochter des demokratischen Politikers Bob Graham, der von 1979 bis 1987 Gouverneur Floridas war und später diesen Staat im US-Senat vertrat. Im Jahr 1980 absolvierte sie die Leon High School in Tallahassee. Anschließend studierte sie bis 1984 an der University of North Carolina in Chapel Hill. Nach einem anschließenden Jurastudium an der American University in Washington, D.C. begann sie nach ihrer Zulassung 1988 als Rechtsanwältin zu arbeiten. Zeitweilig war sie Direktorin für Personalangelegenheiten (Director of employee relations) im Schulbezirk des Leon County.

Bei der Wahl zum US-Repräsentantenhaus im November 2014 zog sie für den zweiten Kongresswahlbezirk von Florida in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten in Washington ein, wo sie am 3. Januar 2015 die Nachfolge des Republikaners Steve Southerland antrat, den sie bei der Wahl geschlagen hatte. Damit war sie eine von nur drei demokratischen Kandidaten bei dieser für die Regierungspartei schwierigen Halbzeitwahl, die sich in zuvor durch Republikaner vertretenen Bezirken durchsetzen konnten, und galt deshalb als „Liebling“ der Demokraten[1] und „aufgehender Stern“ in Floridas Politik.[2] Im Repräsentantenhaus war Graham Mitglied im Landwirtschaftsausschuss und im Streitkräfteausschuss sowie in vier Unterausschüssen.

Innerhalb ihrer Partei steht sie in Opposition zu Fraktionschefin Nancy Pelosi.[3] Die legislative Arbeit der gerade in den Kongress eingezogenen Abgeordneten wird von der Lokalzeitung Tallahassee Democrat als wenig wirksam eingestuft; sie habe aber einige punktuelle Erfolge in den Bereichen der Bildung, Umwelt und außenpolitischen Sicherheit mit Unterstützung von republikanischen Kollegen erzielen können.[1] So brachte die „Pragmatikerin“ 2015 13 Gesetzesvorhaben mit überparteilicher Unterstützung ein.[4] In einigen Entscheidungen stellte sie sich auf die Seite der Republikaner und zog damit den Unmut ihrer Parteikollegen auf sich, etwa bei der Unterstützung der Keystone XL-Pipeline, der Ablehnung des Verhandlungsergebnisses von Präsident Obama im Atomstreit mit dem Iran oder der Erschwerung des Zugangs zur reformierten und erweiterten Krankenversicherung. Grahams Kongresswahlbezirk, der bisher weitgehend mit Leon County identisch gewesen war, war durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Floridas 2015, das die bisherige Einteilung der Wahlkreise als unfair verworfen hatte, neu zugeschnitten worden. Dabei wurde ein Teil der demokratisch dominierten Stadt Tallahassee aus diesem entfernt und dem 5. Kongresswahlbezirk zugeordnet. Durch diesen Neuzuschnitt erhielt der Wahlbezirk eine noch stärkere republikanische Grundtendenz (vorher R+6, nachher R+18), was Grahams Aussichten für eine Wiederwahl im November 2016 stark schmälerte. Sie überlegte daher, ihre Parteifreundin Corrine Brown, die Mandatsinhaberin des 5. Kongresswahlbezirks Floridas, herauszufordern,[1] der sich, hauptsächlich von ethnischen Minderheiten bewohnt, entlang der Nordgrenze Floridas von Jacksonville nach Tallahassee zieht.[5]

Graham schied deshalb am 3. Januar 2017 aus dem Kongress aus. Mitte Juni 2016 hatte sie angekündigt, sich stattdessen als Gouverneurskandidatin für Florida 2018 zur Wahl zu stellen. Sie wolle eine neue politische Führung etablieren, ähnlich der ihres Vaters als Gouverneur, in der die Verwaltung nicht mehr politisiert sei.[2]

Gwen Graham ist verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ledyard King: Gwen Graham faces ‘tough decision’ on political future. In: Tallahassee Democrat, 17. Januar 2016 (englisch).
  2. a b Scott Powers: Gwen Graham: I want to run for governor. In: Florida Politics, 13. Juni 2016 (englisch).
  3. Gwen Graham says she doesn’t support Pelosi, despite Democrats’ vote. In: Tampa Bay Times, 18. November 2014 (englisch).
  4. Jeff Burlew: Gwen Graham might run for governor. In: Tallahassee Democrat, 21. April 2016 (englisch).
  5. Diane Roberts: GOP race for Gwen Graham’s CD 2 seat certainly not crazy-free. In: Florida Politics, 18. Mai 2016 (englisch).