Gymnasium Fürstenried

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gymnasium Fürstenried-West)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gymnasium München-Fürstenried
Schulform Gymnasium
Gründung 1971
Adresse

Engadiner Str. 1

Ort München
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 5′ 24,4″ N, 11° 28′ 52,3″ O48.09011944444411.481188888889Koordinaten: 48° 5′ 24,4″ N, 11° 28′ 52,3″ O
Träger staatlich
Schüler 910 (Schuljahr 2012/13)[1]
Lehrkräfte 75
Leitung Werner Fiebig
Website www.gymnasium-fuerstenried.de
Gymnasium Fürstenried

Das Gymnasium Fürstenried (ehemals „Gymnasium Fürstenried-West“) ist ein naturwissenschaftlich-sprachliches Gymnasium im Münchner Stadtteil Fürstenried.

Lage[Bearbeiten]

Das Gymnasium liegt direkt an der Kreuzung Engadiner Straße/Graubündener Straße, nahe der U-Bahn-Haltestelle und dem Busbahnhof Fürstenried West. Das Schulgebäude teilt sich das Gymnasium mit der staatlichen Joseph-von-Fraunhofer-Realschule. Nördlich der Schule befinden sich neben einer Grundschule die Turnhallen und die Bezirkssportanlage, die auch vom TSV Forstenried benutzt wird.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Der Stadtteil Fürstenried spielte eine zentrale Rolle in den Planungen der Landeshauptstadt München, mit denen man dem enormen Bevölkerungswachstum der sechziger Jahre gerecht werden wollte: am 15. September 1957 war Münchens millionster Bürger geboren worden, seither wuchs die Stadtbevölkerung jährlich um 25.000 Personen an. Im Jahr 1971 nahm das Gymnasium Fürstenried-West den Schulbetrieb in Räumen der Grundschule an der Berner Straße auf. Etwa 300 Schüler wurden in 10 Klassen von 13 Lehrkräften unterrichtet. Aufgrund des akuten Raummangels fand der Unterricht im Schichtbetrieb statt. Parallel dazu errichtete die Stadt München an der Engadiner Straße ein Schulzentrum mit Gesamtkosten von über 43 Millionen DM. Geplant war eine kooperative Gesamtschule, die in einer Realschule und einem Gymnasium über 2000 Schüler aufnehmen sollte. 1974 zog das Gymnasium von der Berner in die Engadiner Straße. 1976 nahm die Realschule den Schulbetrieb auf. In diesem Jahr erfolgte auch die offizielle Einweihung des Schulzentrums. Zu diesem Zeitpunkt war die Idee einer Gesamtschule bereits weitgehend vom Tisch. Elternproteste, praktische Probleme bei der Raumaufteilung und nicht zuletzt pädagogische Interessenskonflikte führten zu einer klaren Trennung im schulischen Bereich, sowohl in räumlicher als auch verwaltungstechnischer und unterrichtlicher Hinsicht. Die Schülerzahlen bewegten sich im Gymnasium über lange Jahre im Bereich von 600 Schülern. Seit dem Schuljahr 2007/2008 sind die Zahlen stark angestiegen, was in der demographischen Entwicklung am Ortsrand Münchens begründet ist, vor allem aber in einer deutlichen Veränderung des Angebotsprofils der Schule. Im Schuljahr 2012/2013 besuchen über 900 Schüler das Gymnasium, die von 75 Lehrkräften unterrichtet werden. Das "West" ist mittlerweile aus dem Schulnamen verschwunden, die offizielle Schulbezeichnung lautet "Gymnasium München-Fürstenried".

Schulleiter[Bearbeiten]

  • Richard Mock (1971–1991)
  • Konrad Raab (1991–2000)
  • Willi Eisele (2000–2011)
  • Werner Fiebig (seit 2011)

Ausbildungsausrichtung[Bearbeiten]

Das Gymnasium bietet im Rahmen eines achtjährigen Gymnasiums folgende Ausbildungszweige an:

  1. Sprachliches Gymnasium (SG)
  2. Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG)

Für das Schuljahr 2013/2014 ist die Einführung eines neuen Ausbildungszweiges mit drei modernen Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Italienisch) geplant.

Gebäude[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Der Text ist unbelegt und riecht zudem stark nach Theoriefindung. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Eingang zum Schulzentrum Fürstenried West

Peter Lanz, der Architekt des Schulgebäudes, stand vor der schwierigen Aufgabe, auf einer begrenzten innerstädtischen Fläche einem sehr großen Raumbedarf gerecht zu werden. Gleichzeitig gab es klare Vorgaben hinsichtlich der Kosten und der eingeschränkten Bauzeit. Das Ergebnis war der "Bunker", wie die neue Schule sehr schnell genannt wurde, ein mächtiger Gebäudekomplex, ganz dem Modernismus der damaligen Zeit verschrieben und geprägt von jenem architektonischen Pioniergeist, der in der Architektur der Olympiabauten 1972 in München seinen einzigartigen Höhepunkt gefunden hatte. Allerdings entpuppte sich das Gebäude bei näherem Hinsehen schnell als Kompromiss, der die Vorgaben zwar einlöste, in Form und Funktion aber deutlich hinter den Erwartungen und Möglichkeiten zurückblieb. Die Hülle aus Lecabeton erwies sich als wenig widerstandsfähig und wurde aufgrund der Witterungsbedingungen schnell unansehnlich. Fortschrittliche planerische Elemente (Terrassen vor den Klassenzimmern, ein Pausenhof auf dem begrünten Dach) fielen dem Kleingeist bürokratischer Bedenkenträger zum Opfer, die Farbgebung im Außenbereich wurde aufgrund von Anwohnerprotesten schnell wieder geändert. Die Halbherzigkeit setzte sich in der Innengestaltung fort. Im von Peter Lanz als Veranstaltungsraum geplanten Atrium sah man Einsparungspotential. Die Folge war eine unansehnliche Betonschüssel, deren Stufen für den praktischen Gebrauch ungeeignet waren. Die von dem Münchner Maler Rupprecht Geiger konzipierte kühne Farbgebung wurde nur halbherzig und unvollständig realisiert und im Laufe der Jahre ständig verändert. Obwohl man noch heute von der "Rupprecht-Geiger-Schule" spricht, ist von seinem ursprünglichen Konzept nur noch wenig vorhanden, die verbliebenen Akzente wirken deplatziert und alles andere als schülergerecht. Dennoch stellt der Bunker ein für den Stadtteil Fürstenried prägendes architektonisches Element dar, das für die Schulfamilie des Gymnasiums in hohem Maße identitätsstiftend wirkt. Die Schüler stehen zu ihrem Bunker, die Lehrer haben sich mit den Besonderheiten des Gebäudes arrangiert und schätzen die Überraschungselemente und die unorthodoxen Möglichkeiten, die die verschrobene Architektur ermöglicht. Jüngste Veränderungen zeugen von einem Konzept, dem es um klare Linien und offene Strukturen im pädagogischen Raum geht und Lehrern wie Schülern zeitgemäßes Arbeiten in einer zeitgemäßen Umgebung ermöglicht.

Schulleben[Bearbeiten]

Das Gymnasium Fürstenried bietet naturwissenschaftlich-technologische und sprachliche Ausbildungsrichtungen an, mit Englisch oder Latein als erster Fremdsprache. In einer Vielzahl unterschiedlichster Wahlkurse haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre persönlichen Neigungen zu vertiefen. Musisch-kreative Angebote (Theater, Schülerzeitung "Bunker Blatt'l", Film und Video, Chor, Orchester, Band, Instrumentalunterricht, Informatik / Webdesign, Kreatives Basteln und Werken) werden ergänzt durch Sportkurse (Basketball, Dart, Fußball, Rugby, Schach, Schwimmen, Volleyball), Arbeitsgemeinschaften im Rahmen der Schülermitverantwortung und international orientierte Arbeitskreise (Model United Nations, Burkina Faso Gruppe). Spitzensport wird u. a. im Rahmen des Ski-Rennteams gefördert. Für den Schwimmunterricht steht eine eigene Halle zur Verfügung. Für Schüler mit Migrationshintergrund und mangelnden Sprachkenntnissen gibt es speziellen Zusatzunterricht. Die Unterstufentheatergruppe "Multi-Kulti" ist Teil dieses Projekts. Ab dem Schuljahr 2012/2013 bietet die offene Ganztagesschule ein rhythmisiertes Nachmittagsprogramm mit Hausaufgabenbetreuung sowie unterschiedlichen Sport-, Kreativ- und Lernangeboten. Ein spezielles Tutorenteam unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei Problemen in einzelnen Fächern.

Schülerorganisationen[Bearbeiten]

Die Schülermitverantwortung (SMV) wird am Gymnasium Fürstenried von gewählten Stufensprechern unterstützt sowie von Schülerteams, deren Mitglieder sich über spezielle schulinterne Ausbildungswege für ihre Aufgaben qualifizierten (Tutoren, Mediatoren, Streitschlichter, Coaching Team).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schulzentrum Fürstenried-West – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Überblick über die Schülerzahlen der Gymnasien (PDF; 22 kB) auf der Seite des RatsInformationsSystems der Stadt München; Abgerufen am 13. September 2011