Gymnasium Oberursel

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Gymnasium Oberursel
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Schulform Gymnasium
Gründung 1988
Ort Oberursel (Taunus)
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 12′ 9″ N, 8° 35′ 13″ OKoordinaten: 50° 12′ 9″ N, 8° 35′ 13″ O
Träger Hochtaunuskreis
Schüler 1519 (Stand: 25. Februar 2013)
Lehrkräfte etwa 130
Leitung Volker Räuber, Christiane Schichtel
Website www.gymnasium-oberursel.de
Gymnasium Oberursel

Das Gymnasium Oberursel (GO) ist ein Gymnasium in Oberursel (Taunus) im Hochtaunuskreis. Das Gymnasium verfügt über einen zweisprachigen Zweig und setzt den Schwerpunkt auf Musik. Zum Einzugsgebiet zählen hauptsächlich Oberursel mit seinen Stadtteilen sowie Oberhöchstadt (Stadtteil von Kronberg im Taunus), Steinbach und Schmitten. Am 25. Februar 2013 wurde die Schule 100 Jahre alt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation bestand in Oberursel eine Lateinschule. Nachdem diese 1821 ihren Betrieb einstellte, bestand bis 1862 in Oberursel nur eine Elementarschule. 1862 wurde in der Schulstrasse 22, dem „Realbauernhof“, eine Realschule eröffnet, die mit Ministerialerlass vom 7. August 1876 mit der Volksschule zur Vereinigten Volks- und Realschule zusammengeschlossen wurde. Die Versuche der Stadt Oberursel, ein Realprogymnasium zu errichten, wurden vom Ministerium nicht genehmigt, da die finanzielle Beteiligung der Stadt zu gering war. Auch scheiterte die Anregung 1885 Mädchen die Aufnahme an der Realschule zu ermöglichen. Neben dem allgemeinen Verbot der Koedukation wurde auf die bestehende höhere Mädchenschule verwiesen. Im Oktober 1910 wurde eine sechsklassige Realschule eröffnet, die 1916 als Oberrealschule anerkannt wurde.

Die Stadt Oberursel schrieb 1911 einen Architekturwettbewerb für ein neues Schulgebäude aus, den der Frankfurter Architekt Franz Thyriot gewann. Am 25. Februar 1913 wurde das Schulgebäude, das Platz für 290 Schüler in neun Klassen bot feierlich eröffnet. Am 12. September 1916 erfolgte die Anerkennung der Schule als Oberrealschule durch das Ministerium. Am 1. April 1916 war die höhere Mädchenschule bereits als Lyzeum anerkannt worden. 1931 wurde das Lyzeum aufgelöst und Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet. 1936 erhielt die Schule den Namen Oberrealschule für Jungen, obwohl nach wie vor Jungen und Mädchen unterrichtet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schule als Realgymnasium wiedereröffnet. Seit 1956 trägt sie den Namen "Gymnasium Oberursel".

Zum 1. Januar 1970 ging die Schulträgerschaft von der Stadt Oberursel auf den Obertaunuskreis über. Die bundesweite Bildungsdiskussion infolge der Bildungsreform-Vorstellungen der 68er-Bewegung machte auch vor Oberursel nicht Halt: Die Schule wurde 1972 in eine Gesamtschule umgestaltet. Aufgrund des Widerstandes der CDU im Kreistag wurde lediglich eine Additive Gesamtschule eingerichtet, bei der die einzelnen Schulformen unter einem gemeinsamen Dach weiter bestanden. Nach der Landtagswahl in Hessen 1987 setzte die Union das Schulfreiheitsgesetz durch. Die Gesamtschule wurde daraufhin 1988 aufgeteilt: Der Hauptschul- und der Realschulzweig wurden in die 500 Meter entfernte Erich-Kästner-Schule ausgelagert, das Gymnasium erhielt seinen alten Namen zurück.

Unterrichtsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium Oberursel legt einen Schwerpunkt auf musikalische und zweisprachige Bildung. So werden ab der fünften Klasse spezielle Streicher- und Bläserklassen angeboten, in denen jeder Schüler ein Instrument spielt und regelmäßig in der Schule geprobt wird.

Im Rahmen des Sprachunterrichts werden in Oberursel teilweise der Geschichts- und Erdkundeunterricht in englischer Sprache angeboten. Der naturwissenschaftliche Unterricht wird momentan in Biologie in Englisch angeboten. Auch das Abitur kann in Biologie bilingual abgelegt werden. In begrenzter Stundenzahl in der Oberstufe werden außerdem noch Mathe und Physik bilingual angeboten. Fachunterricht in Französisch, Spanisch, Latein und Deutsch runden das Sprachangebot ab.

Auch in der Mathematik sind die Schüler des Gymnasiums Oberursel besonders stark: So nehmen die Oberurseler an vielen Mathematikwettbewerben erfolgreich teil. Für die Mittelstufe wird nachmittags ein Mathetreff angeboten. Darüber hinaus existiert eine Betreuung von Teilnehmergruppen zum Wettbewerb Jugend forscht.

Dafür verfügt die Schule über mehr als fünf vollausgestattete Computerräume, was es auch ermöglicht Präsentationen in großen Gruppen zu erstellen. Zudem werden jedes Jahr für die Schüler der fünften bis achten Klassen Computerkurse durchgeführt, die ihnen neben den wichtigsten Grundkenntnissen des Microsoft-Office-Pakets auch erweiterte Fähigkeiten, wie Internetrecherche und Webseitenprogrammierung beibringen. Beachtenswert ist, dass dieser Kurs allein von Schülern veranstaltet und geplant wird.

Außerdem werden am Gymnasium Oberursel viele Arbeitsgemeinschaften (AG) angeboten. Dazu zählen zum Beispiel die Chronik-AG, die jedes Jahr eine Schulchronik herausgibt, die Naturwissenschafts-AG für die sechste Klasse, die Theater-AG für die Oberstufe und die Musical-AG für alle Klassen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr finden zwei große Konzerte, eines im Winter und eines im Sommer, des Sinfonieorchesters, der Chöre und der Streicher-, Bläser- und Chorklasse statt. Die Musical-AG der Schule führt seit 1989 jedes Jahr ein Musical auf. Die 1988 gegründete Theater-AG „Irre-Parabel“ führt regelmäßig selbst erdachte und fremde Produktionen auf. Außerdem setzt sich die Schülervertretung des Gymnasiums Oberursel durch diverse Aktionen für Hilfsprojekte, wie zum Beispiel die Partnerschule in Kolumbien oder gemeinnützige Vereine, ein. Jährlich findet das Hoffest (Schulfest) statt, bei dem der Reinerlös komplett an das kolumbianische Sozialprojekt des Gymnasiums Oberursel gespendet wird. Beim Spendenlauf laufen Schülerinnen und Schüler, welche sich vorher Sponsoren gesucht haben, auf dem Sportplatz für einen guten Zweck.

Ausbau im Rahmen des Konjunkturpaktes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützter Altbau

Im Rahmen des Konjunkturpaktes II investiert der Hochtaunuskreis mehr als 57 Millionen Euro (von denen 20 Millionen Euro aus den Mitteln des Konjunkturpaktes stammen) in den Ausbau des Gymnasiums Oberursel. Zum Schuljahr 2011/2012 wurden zwei Anbauten fertiggestellt, die von den Jahrgangsstufen 5 und 6 bezogen wurden. Im zweiten Halbjahr (Winter 2011/2012) wurde auch die dreiteilige Sporthalle, die unter dem Pausenhof liegt, in Betrieb genommen. Der restliche Neubau wurde nach den Sommerferien 2012 genutzt.[1]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sieben Gebäude heißen Gebäude A, B, C, D, E, F, G und S. Dabei ist Gebäude A der denkmalgeschützte Altbau mit der ehemaligen Mediothek und Cafeteria, B ist der sogenannte "Schwimmbadbau" mit neuen Anbauten, C ist ein neuer Trakt mit Klassenräumen, D ist für die Musikräume, die neue Mediothek und den Ganztagesbereich, E ist die große Aula, die während der Schulzeit als Mensa verwendet wird, F sind die Fachräume für Naturwissenschaften, die speziell für Experimente ausgestattet sind, G ist das Verwaltungsgebäude und S ist die unterirdische dreifach-Sporthalle. Alle Gebäude sind durch Brücken verbunden.

Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bericht über das Winterhalbjahr 1910|11. Oberursel 1911 (Digitalisat)
  • Festschrift zur Feier der Eröffnung des neuen Gebäudes für die Realschule i. E. in Oberursel a. T. und des 50jährigen Bestehens der Anstalt am 25. Februar 1913. In: Jahresbericht, Jg. 1913 (Digitalisat)
  • Jahresbericht. Oberursel 1914–1915 (Digitalisat)
  • Andrea Bott: Von der Lateinschule zum Gymnasium Oberursel. In: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 1999, ISBN 3-7973-0681-4, S. 116–121.
  • "Festschrift 100 Jahre Gymnasium Oberursel. 1913 - 2013 gestern, heute, morgen." Herausgeber Schulleiter Volker Räuber. Oberursel, Eigenverlag Gymnasium Oberursel, Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gymnasium Oberursel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Schulleben als Spiegel der Geschichte, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. Juni 2013, Seite 43