Gymnasium St. Augustin

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Gymnasium St. Augustin zu Grimma
Das Gymnasium St. Augustin, die einstige Landes- und Fürstenschule Grimma, von der Mulde aus.JPG
Das von Landbaumeister Hugo Nauck gestaltete Gymnasium St. Augustin, die einstige Landes- und Fürstenschule Grimma, von der Mulde aus – Foto: Holger Zürch
Schulform Gymnasium
Gründung 1550
Adresse

Klosterstraße 1

Ort 04668 Grimma
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 14′ 8,9″ N, 12° 43′ 52,3″ OKoordinaten: 51° 14′ 8,9″ N, 12° 43′ 52,3″ O
Schüler 2015–2016: 897[1]; 2014–2015: 917 (weibl. 494 : männl. 423)[2]; 2006–2007: 1.297
Lehrkräfte 2015–2016: 77[3]; 2014–2015: 75 (weibl. 56 : männl. 19); 2013–2014: 80 (58:22); 2012–2013: 86 (62:24); 2011–2012: 94 (67:27); 2010–2011: 100 (74:26)[4]
Leitung Wolf-Dieter Goecke
Website www.staugustin.de
Gymnasium Sankt Augustin (2015), Gesamtansicht von Mulde-Seite
Prachtgiebel am Wohnzimmer der einstigen Rektorenwohnung
Gymnasium St. Augustin, Ansicht Klosterstraße
Mittelportal des Gymnasiums St. Augustin
Fassade des Gymnasiums zur Klosterstraße - mit Haupteingang in der Gebäudemitte

Das Gymnasium St. Augustin zu Grimma ist Sachsens einziges Regelgymnasium mit Internat[5][6]. Die Bildungsstätte ist eine der traditionsreichsten im Freistaat: Gegründet 1550 als jüngste der drei sächsischen Fürstenschulen, war sie fast vier Jahrhunderte voruniversitäre Lehranstalt für den Beamten- und Theologen-Nachwuchs in Kursachsen und Mitteldeutschland, meist für ein Studium an der Leucorea oder der Universität Leipzig. Das heutige Schulgebäude wurde vom 23. bis 25. September 1891 feierlich eingeweiht, es ist im Jahr 2016 also 125 Jahre alt geworden.

Im Schuljahr 2014–2015 hat das Gymnasium 129 Schülerinnen und Schüler in die Klassenstufe 5 aufgenommen, die in fünf Parallel-Klassen unterrichtet werden. St. Augustin ist ein Gymnasium mit vertiefter sprachlicher Ausbildung (entsprechend § 4 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung – SOGYA): Es bietet erstmals ab Schuljahr 2014–2015 die vertiefte Ausbildung in Englisch ab Klassenstufe 5 an; diese Spezialklasse hat 24 Schülerinnen und Schüler.[7] Auch interessierte Schülerinnen und Schüler aus dem weiteren geografischen Umfeld können dieses Angebot nutzen – für sie ist die Unterbringung im schuleigenen Internat möglich.[8] Zuvor bot das Gymnasium lange Zeit die vertiefte sprachliche Ausbildung mit Latein als zweiter Fremdsprache an – letztmals ab Klasse 5 im Schuljahr 2010/2011.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma gehören das Stammhaus (dem Moldanum, das Ur-Haus in der Klosterstraße für die Klassenstufen 8–12), das Seume-Haus (das einstige Seume-Gymnasium für die Klassenstufen 5–7) und seit 2016 das Stammhaus-Nachbargebäude „Altes Seminar“.

Seit 2006 ist das Gymnasium St. Augustin das einzige verbliebene Regelgymnasium im Großraum Grimma – nach Auflösung des Sophiengymnasiums in Colditz sowie des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Bad Lausick und nach Fusion mit dem Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium.[9][10][11] Schulleiter ist Wolf-Dieter Goecke.

Aktuelle Zahlen und Informationen zum Gymnasium sind online zu finden in der Sächsischen Schuldatenbank.[12]

Fortlaufende Chronik für das aktuelle Schuljahr mit Übersichten zu Klassen, Schülern, Lehrern und Mitarbeitern sowie vielfältigem Rückblick auf das zu Ende gegangene Schuljahr mit seinen schulischen, kulturellen und sportlichen Höhepunkten ist das alljährlich im Herbst erscheinende Augustiner Blätter Jahrbuch.[13]

Direkt am Ufer der Mulde gelegen, ist das Stammhaus des Gymnasiums (Moldanum) immer wieder von Überflutungen betroffen, so auch vom Augusthochwasser am 13. August 2002. Die Bauschäden betrugen damals 6,7 Millionen Euro; hinzu kamen die Schäden an der Schulausstattung (Möbel, Unterrichtsmittel etc.) von 1,2 Millionen Euro.[14][15] Erneut kam es beim Jahrhunderthochwasser 2013 zur Überflutung. Dank zahlreicher Helfer, Spenden und Fördermittel werden die Folgen der Wasserschäden schrittweise beseitigt.

Die Stadt Grimma hat seit dem Hochwasser 2002 bis 2017 für Arbeiten am Stammhaus, am Haus Seume und am Gebäude Altes Seminar mit Hilfe von Fördermitteln fast 15 Millionen Euro bereitgestellt.[16]

Zusätzliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausragende Schüler-Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den gymnasialen Leistungskursen entstehen immer wieder herausragende Schüler-Arbeiten, die - auch als eigenständige Veröffentlichungen - weit über Grimma und das Muldental hinaus Wahrnehmung und Anerkennung finden:

  • Im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema „Gott und die Welt - Religion macht Geschichte“ gewannen Anja Höfer (16) mit ihrer Arbeit „›Ein zart Ding um die religiöse Haussitte‹. Der Betsaal des Gymnasiums St. Augustin in Vergangenheit und Gegenwart“ sowie Muriel Wegner (17) mit ihrer Arbeit „Der Kreuzzug des SED-Regimes - Kirchenkampf in der DDR“ jeweils einen Landespreis; Jakob Eißner (17) errang einen Förderpreis für seine Arbeit „Vertrauen wagen - Ausgestaltung des Lutherjahres 1983 am Fallbeispiel der Region Grimma“.[17][18] Die Tutorin der drei Arbeiten ist Geschichtslehrerin Herma Lautenschläger gewesen.
  • Hans Daniel Cleemann ist Verfasser der Facharbeit zu Tino Hemmanns Buch „Hugo. Der unwerte Schatz“. Eine Untersuchung einer dramatischen Erzählung frei nach Begebenheiten aus der Zeit des Nationalsozialismus, die als Buch 2016 in Leipzig mit der ISBN 978-3-96008-379-5 veröffentlicht wurde.
  • Anna Ebert hat ein Projekt über das „Anderssein“ von Punks und Gothic-Fans geschaffen und als Film umgesetzt. Mit ihrem Beitrag „Nicht gegen den Staat, sondern den Einheitsbrei“ hat sie untersucht, ob und wie Anhänger der Gothic-Szene Außenseiter waren, es sein wollten oder spätestens ab 1986/87 von DDR-Staatsorganen in der Region Leipzig dazu gemacht wurden. Damit konnte sie die Jury beim 24. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten überzeugen. Anna Ebert wurde im November 2015 mit einem 3. Bundespreis belohnt und von Joachim Gauck ausgezeichnet.[19]
  • Magdalena Roder; Mona Schenk; Sarah Schrempel; Anne-Kristin Stoye: Der Nachgeschmack von Speck und Pörkölt. Das Paneuropäische Picknick – Der Durchbruch in die Freiheit (19. August 1989) / A pörkölt és szalonna utóíze. A Páneurópai Piknik – Áttörés a szabadságba (1989, augusztus 19.). Broschüre in deutscher und ungarischer Sprache, 88 Seiten, Format A5. Veröffentlicht mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Grimma 2014, ISBN 978-963-89918-4-3. Die vier Autorinnen erhielten für Broschüre und Film im November 2014 den Sonderpreis des Sächsischen Landespreises für Heimatforschung[20][21] (dotiert mit 500 Euro).[22]
  • Anne-Marlen Gaebler; Carolin Reichel; Charlene Thäsler: „Ménage-à-trois“ – Ist bei einer Freundschaft zu dritt nicht einer zu viel? Dokumentation u.a. mit Robert Tournier. Broschüre, 24 Seiten, Format A5, Grimma 2014, ohne ISBN
  • Sarah Schrempel: Der Bilderstreit zwischen dem Gymnasium St. Augustin und dem Kreismuseum Grimma. Grimma 2013. (Online PDF)
  • Vivian Lechner und Carolin Reichel: Zukunft ohne Traditionen? Kulturfrevel am St. Augustin zu Grimma. Arbeit zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, Grimma 2011[23]
  • Jule Lieber / Augustiner-Verein e.V. Grimma (Hrsg.): „Amboss oder Hammer sein – wir waren Opfer und Täter!“ – Was vom Pennalismus am heutigen Gymnasium St. Augustin zu Grimma während der DDR-Zeit noch geblieben ist. Beucha 2008, ISBN 978-3-86729-030-2. - Jule Lieber hatte am 31. Oktober 2007 einen 1. Bundespreis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten »miteinander – gegeneinander? Jung und Alt in der Geschichte« gewonnen und war von Bundespräsident Horst Köhler ausgezeichnet worden.[24]

Schüler-Theater, Theater-Ring, Seume-Wanderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater-Aufführungen der Schüler gehören seit vielen Jahrzehnten zu den Schul-Traditionen. So war etwa am einstigen Seume-Gymnasium Grimma (2006 mit dem St. Augustin fusioniert) unter der Leitung von Lehrer Jens Richter die Theatergruppe Shakespeares Erben jahrelang aktiv.[25] Im November 2008 kam das Stück Norway.today zur Aufführung und wurde bei einem Wettbewerb in Leipzig ausgezeichnet.[26] Seit 2009 erarbeitete die Theatergruppe Die Ponys[27] folgende Aufführungen: 2010 das Räuber-Projekt[28], 2011 Die Möwe[29], 2012 Ein Sommernachtstraum auf Long Island[30] und vom 3. bis 5. Juli 2014 Romeo & Julia – unchained.[31]

Seit 1960 besteht ohne Unterbrechung ein Gruppen-Abonnement für Theater-Besuche in Leipzig. 20 bis 40 Teilnehmer dieses Theater-Rings fahren regelmäßig in die Messestadt, um dort Theateraufführungen zu erleben, die vor- und/oder nachbereitet werden; Theaterbeauftragte ist Latein-Lehrerin Ulrike Weigelt.

Mit Bezug auf den lauffreudigen, mit Grimma verbundenen Johann Gottfried Seume fand viele Jahre die Seume-Wanderung nach Leipzig statt – salopp-sächsisch auch „Seume-Latsch“ genannt. Die jüngsten Seume-Wanderungen waren am 16. April 2010, 29. Oktober 2010, 25. Mai 2012, 3. Mai 2013 und 9. Mai 2014.[32][33][34][35]

Schüler-Fahrradtour Grimma–Prag–Grimma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1976 gibt es die jährlichen Schüler-Fahrradtouren von Grimma nach Prag und zurück. Das sportlich-touristische Ereignis gehört zu den Traditionen des Gymnasiums: Jeweils rund 20 Fahrrad-Enthusiasten nehmen teil an der Tour in die tschechische Hauptstadt, die Lehrer Volker Beyrich initiierte.[36] Im Juli 2015 fand die Tour zum 40. Mal statt: 17 Schüler der achten bis zwölften Klassenstufen fuhren mit zwei Lehrern insgesamt 696 Kilometer Strecke; die Route verlief erstmals auch über Polen.[37]

Augustiner-Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Augustiner-Verein ist der Förderverein für das Gymnasium St. Augustin. Er unterstützt auf vielfältige Weise dessen weitere Profilierung. Er fördert Bildung und Erziehung am Gymnasium sowie im zugehörigen Internat und beschafft dafür Mittel. Der Augustiner-Verein wahrt die Tradition des Gymnasiums St. Augustin und pflegt die Verbundenheit zwischen ehemaligen Schülern, Eltern, Freunden und Förderern der Schule. Er unterstützt die Augustiner-Stiftung Grimma. Vereins-Vorsitzender ist Klaus-Dieter Tschiche.[38]

Fassadensanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat Grimma hat im Juli 2017 den Betrag von 540.000 Euro für die weitere Sanierung der teils stark verwitterten Fassade in der Klosterstraße und im Innenhof bereitgestellt. Der Augustiner-Verein steuert 50.000 Euro bei, mit denen Fenster denkmalgerecht saniert werden sollen. Die Planungsleistung für Konservierung und Sanierung der Fassade wurde dem Architektur+Statikbüro Beyer-Lätzsch aus Grimma anvertraut, deren Volumen 61.400 Euro beträgt.[39]

Restaurierung in der einstigen Rektorenwohnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2016 beherbergte das Gymnasium das Archiv der Fürstenschüler-Stiftung in der ursprünglichen Rektorenwohnung. Nach der Eröffnung des sanierten, benachbarten „Alten Seminars“ zog das Archiv dorthin. Nun wird dank der Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Muldental die originalgetreue Restaurierung eines Zimmers dieser einstigen Wohnung möglich. Am 20. Juni 2017 übergab Landrat Henry Graichen den Zusagebescheid an Klaus-Dieter Tschiche. Damit wird es künftig möglich, die Gäste des Augustinervereins und der Schulleitung im architektonisch einzigartigen Ambiente zu empfangen.[40]

Auszeichnungen für hervorragende Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 verleiht der Augustiner-Verein in Anerkennung hervorragender Leistungen in verschiedenen Bereichen und im direkten Zusammenhang mit den Vereinszielen folgende Preise:

  • Adam-Siber-Preis (Verleihung alle zwei Jahre): 2016: Siegfried Bellmann[41]; 2014: Jens Negwer; 2012: Herma Lautenschläger; 2010: Harry Schuster.
  • Samuel-von-Pufendorf-Preis: 2017: Muriel Wegner[42];2016: nicht vergeben[43]; 2015: Mona Schenk, Magdalena Roder, Sarah Schrempel und Anne-Kristin Stoye[44][45]; 2014: Anne-Marlen Gaebler; Carolin Reichel; Charlene Thäsler[46][47]; 2013: Sarah Schrempel[48]; 2012: Nadine Schrempel[49]; 2011: Paul Reiche und Julien Reimer; 2010: Richard Kurth und Martin Reichel; 2008: Jule Lieber[50][51]
  • Paul-Gerhardt-Preis: 2017: Sophia Dütthorn[52]; 2016: Mirko Zeder[53];2015: Anna Ebert[54][55]; 2014: Anne-Marlen Gaebler; 2013: Miriam Dütthorn; 2012: Julien Reimer; 2011: Jenny Kießig; 2010: Maria Tschiche; 2009: Schülertheatergruppe „Auberge Francophile“ mit Toni Trommer, Corinna Wendisch, Konrad Schaller, Claudia Bernhard, Stephanie Müller, Stefanie Schubert und Elisabeth Kunze; 2008: Claudia Bernhard.
  • Ernst-Florens-Friedrich-Chladni-Preis: 2017: Malte Weigelt und Arne Weigelt[56]; 2016: nicht vergeben[57]; 2015: Susanne Held[58]; 2012: Andre Grigulewitsch; 2011: Kristina Mohr; 2010: Martin Reichel und Patrick Weber; 2009: Paul Rautenberger; 2008: Robert Pracht, Markus Teucher und Tobias Wilker.
  • Georg-Henning-Preis (benannt nach dem Heimatforscher Georg Henning[59]): 2017: Anja Höfer[60]; 2016: nicht vergeben[61]; 2015: Felix Wenzel[62][63]; 2013: Lisa Höer und Nicole Jacob; 2012: Mathis Nicolaus; 2010: Pia Thiele; 2009: Lisa Oehlert.[64]
  • Die Restauratoren Burga Marx und Uwe Marx aus Grimma erhielten 2005 als Dank und Anerkennung für ihre Arbeit zur Rekonstruktion des historischen Kleinen Betsaals im Gymnasium die Kurfürst-Moritz-Goldmedaille.[65]

Paul-Gerhardt-Kammerchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2013 hat der Schul-Förderverein einen zugehörigen Chor, der nach Paul Gerhardt, dem bekanntesten Schüler von St. Augustin, benannt ist. Als „Paul-Gerhardt-Kammerchor des Augustiner-Vereins e.V.“ vertritt er den Verein in der Öffentlichkeit (laut vertraglicher Vereinbarung zwischen Vereins-Chef Klaus-Dieter Tschiche und Chorleiter Tommy Meinhardt-Vetter).[66]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium St. Augustin zu Grimma, gegründet 1550, ist die traditionsreichste Schule in Leipzigs Umgebung. 400 Jahre war die Bildungsstätte eine Säule der Reformation – viele ihrer Abiturienten wurden evangelische Pfarrer und Gelehrte. Im September 2015 feierte die einstige Fürsten- und Landesschule Grimma ihren 465. Geburtstag. Das heutige Gebäude im Neorenaissance-Stil wurde als Schulneubau 1891 von König Albert von Sachsen eingeweiht; sein Schul-Innenhof ist wohl einer der schönsten Schulhöfe in Deutschland.

Das Gymnasium besteht heute aus Stammhaus – auch Moldanum genannt – und Seume-Haus. Das einzige Regelgymnasium im Altkreis Grimma, nachdem 2006 die Gymnasien in Colditz und Bad Lausick aufgelöst sowie Grimmas Seume-Gymnasium und St. Augustin fusioniert wurden, leitet Wolf-Dieter Goecke.

Es ist Kurfürst Moritz von Sachsen, dem Grimma die Schule zu verdanken hat. Der ließ 1550 im leerstehenden Kloster seine dritte Landesschule einrichten – so wie zuvor in Meißen und bei Naumburg. Sein Ziel waren gescheite und verlässliche Kopfarbeiter für die evangelische Kirche und seine Verwaltung. Begabte Jungen aus allen Schichten der Gesellschaft erhielten dort – größtenteils über Freistellen – gründliche Schulbildung, protestantischen Glauben und festen Wertekanon. Zum Platz an der Schule gehörte auch das Bett im Alumnat (das als modernes Internat fortbesteht), wo die Schüler einander erzogen. Sie lernten Latein und Altgriechisch, erkundeten die Antike und deren humanistische Ideale. Nach Universitätsstudium wurden viele zu Lenkern und Denkern in Staat, Religion und Gesellschaft – als Theologen, Lehrer, Professoren, Wissenschaftler und Politiker.

Das Grundkonzept - stets verzögert dem Zeitgeist angepasst - funktionierte fast 400 Jahre. Ab 1936 zerstörte nationalsozialistische Ideologie die Schulideale. Nach 1945 schufen die neuen Machthaber ihr sozialistisches Fundament, duldeten Bilderstürmereien – so die Auflösung und teilweise Plünderung der umfangreichen, wertvollen Schulbibliothek. 1945 fiel das Geschlechts-Monopol – aktuell lernen mehr Mädchen als Jungen am Gymnasium. Ab 1990 besannen sich Lehrer und Schüler gemeinsam auf ihr Schul-Erbe: Seit 1992 heißt die Schule „Gymnasium St. Augustin zu Grimma“. Das Vorhaben, wie die beiden Schul-Schwestern St. Afra in Meißen und Schulpforta in Sachsen-Anhalt erneut Landesschule zu werden, misslang jedoch.

Die Liste namhafter Personen, die dort ein und aus gingen, ist umfangreich: Sie reicht vom Kirchenlied-Dichter Paul Gerhardt (1607–1676) bis Carmen Nebel, vom Politiker und Dresdens Oberbürgermeister Wilhelm Külz (1875–1948), über Ex-Landrat Gerhard Gey bis Petra Köpping und Knut Löschke. Auch die Thomaner waren ab 5. Dezember 1943 bis Kriegsende 1945 dort zu Hause, nachdem ihr Alumnat beim Bombenhagel auf Leipzig beschädigt wurde - zu ihnen gehörte auch Reiner Süß (1930–2015), der in seiner Autobiographie auf die Zeit in Grimma eingeht. Seit März 2015 darf sich das Gymnasium mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ schmücken. St. Augustin zu Grimma zählt zu den besten Gymnasien in Sachsen – mit hervorragendem Ruf darüber hinaus.

Einleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Pädagogen Friedrich Paulsen stammt die viel diskutierte These, die drei sächsischen Fürstenschulen seien seit 1543 die leistungsfähigsten hochschulvorbereitenden Einrichtungen im protestantisch-deutschsprachigen Raum gewesen.[67]

Zur Geschichte der Schule, ihrer Lehrer und Schüler seit 1550 sowie der bis 1945 zugehörigen Klosterkirche Grimma finden sich vielfältige Dokumente verschiedenster Art im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung, das von 1992 bis 2010 von Kurt Schwabe auf- und ausgebaut sowie geleitet wurde, seit 2011 von Volker Beyrich geführt wird und in der einstigen Rektorenwohnung im Schulgebäude beheimatet war.[68][69][70] Seit Frühjahr 2016 ist das Archiv im Dachboden des benachbarten Gebäudes Altes Seminar, zuvor Döringsches Freihaus, untergebracht.

Nachdem Augustiner-Eremiten ab 1287 in Grimma ein Kloster an der Mulde errichtet und es nach der Reformation 1541 verlassen hatten, war es ab da weitgehend ungenutzt.

Reformation und die Landesschule Grimma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volker Beyrich verweist im Zusammenhang mit der Luther-Dekade und dem Jubiläum „500 Jahre Reformation“ 2017 darauf, dass die drei Fürstenschulen in Schulpforta, Meißen und Grimma beabsichtigte „stabilisierende Rückwirkungen“ auf die Reformation hatten, wie der Text der Stiftungsurkunde belegt: Die Schulen sollten gegründet werden, „damit es mit der Zeit an Kirchendienern … nicht Mangel gewinne“. Das heißt, es sollten rechtzeitig genügend hervorragend ausgebildete Landesschulabgänger für das Theologiestudium zur Verfügung stehen – Absolventen, die später als Pfarrer in evangelisch-lutherischen Gemeinden tätig werden oder höhere kirchliche Ämter ausüben konnten. So studierten nach Beyrichs Recherche 15 von den 25 Knaben, die im Gründungsjahr 1550 in die Schule in Grimma aufgenommen wurden und für die der spätere Beruf überliefert ist, Theologie. Untersuchungen zu 550 Schülern, die von 1701 bis 1750 die Landesschule Grimma besuchten, ergaben, dass mehr als 40 Prozent von ihnen später kirchliche Berufe ausübten.

Die Reformation machte die Landesschulen erst möglich – sowohl inhaltlich als auch materiell. Umgekehrt trugen die Landesschulen nach Beyrichs Ansicht „nicht unwesentlich zur Stabilisierung der Reformation und der evangelisch-lutherischen Kirche bei: Sie haben damit auch Anteil an der Stärkung des sächsischen Pfarrhauses, das über die Jahrhunderte nicht nur für den christlichen Glauben und die evangelisch-lutherische Kirche eine große Rolle spielte, sondern für die gesamte kulturelle Entwicklung Sachsens.“[71]

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1550 schließlich profitierte Grimma davon, dass 60 Kilometer westlich ein katholischer Bischof anders wollte als der protestantische Landesvater: 1543 setzte Herzog Moritz von Sachsen einen Rat von Georg von Carlowitz, den dieser ihm 1537 gegeben hatte[72], in die Tat um: Er erließ am 21. Mai 1543 die „Neue Landesordnung“, mit der im Abschnitt Von dreyen neuen Schulen die dauerhafte Grundlage für die Fürsten- und Landesschulen in der Region gelegt wurde[73]:

1550 wurde die dritte sächsische Landesschule im ehemaligen Augustiner-Eremiten-Kloster zu Grimma gegründet und auch Collegium Moldanum genannt. Ihr erster Rektor war der Pädagoge Adam Siber.

Fürstenschule Grimma: Das erste Bauwerk bis 1820

Zwischen 1622 und 1627 besuchte der spätere protestantische Kirchenliederdichter Paul Gerhardt die Landesschule Grimma und zwischen 1645 und 1650 war der Philosoph und Völkerrechtler Samuel von Pufendorf Schüler der Fürstenschule. Die Brüder Johann Heinrich und Gottlieb Stöckhardt begründeten um 1690 nach ihrem Schulbesuch die beiden Hauptlinien der Gelehrtenfamilie Stöckhardt in Putzkau und Lauterbach.

Bis zum Jahre 1721 trug der Kantor der Fürstenschule und Komponist Samuel Jacobi die sogenannte „Sammlung Jacobi“ in Grimma zusammen, die als eine der bedeutendsten Sammlungen barocker Kirchenmusik gilt.

Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 1989 hat das Lehren und Lernen an dieser Schule zum Thema: Die Diplomarbeit beleuchtet die Zeitspanne von 1580 bis 1773 aus pädagogischer Sicht.[74]

Fürstenschule Grimma: Das zweite Bauwerk ab 1828

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fürstenschule (rechts) und die Klosterkirche Grimma (links) im Jahr 1915

Zweimaliger Schulneubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1820 wurde das alte Schulgebäude abgerissen und an gleicher Stelle ein neuer Bau errichtet, welcher 1828 eingeweiht wurde. Dieser Bau ist während des 19. Jahrhunderts mehrmals erweitert worden, reichte aber für die gewachsene Schülerzahl – so mussten beispielsweise 34 Freistellen von Schulpforta wegen der Teilung Sachsens 1815 nach Grimma übertragen werden – nicht mehr aus. Dennoch wurden Anträge auf Schulerweiterung bis 1874 vom Sächsischen Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts aus finanziellen Gründen abgelehnt. Zum Meinungswandel kam es erst, als König Albert nach Grimma kam und die Fürstenschule besuchte: Er befürwortete die Bauvorschläge der Schule.

Aus Gründen des Hochwasserschutzes fiel die Entscheidung zugunsten eines Neubaues. Landbaumeister Hugo Nauck schuf die Baupläne im Neorenaissance-Stil, einer Unterart des Historismus. Sie wurden im September 1886 vom Sächsischen Landtag beschlossen. Der Neubau wurde bei laufendem Schulbetrieb in zwei Bauetappen errichtet. Am 20. Juni 1887 war Grundsteinlegung, am 9. Mai 1888 Richtfest für den nördlichen Teil des Schulneubaus. Ende Mai 1889 begann der zweite, südliche Bauabschnitt. Ostern 1891 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Die festliche Einweihung des Schulgebäudes, wie es bis heute besteht und seitdem – gemeinsam mit der angrenzenden Klosterkirche – zu den bekanntesten Stadt-Ansichten von Grimma zählt, vollzog der sächsische König Albert während der Eröffnungsfeierlichkeiten vom 23. bis 25. September 1891.[75] Kritiker meinten, dass dieses Schulgebäude weder mit dem 16. Jahrhundert (auf das es sich bezog) noch mit regionalen Bautraditionen zu tun hätte.[76]

Das bis heute außen und innen (außer der Aula) überwiegend original erhaltene, stets als Schule und Alumnat/Internat genutzte, von Hugo Nauck gestaltete Gebäude erinnert aus der Vogelperspektive in seiner Gestalt an eine eckige Null und hat beeindruckende Maße:

Länge an der Straßenseite: 108,5 Meter, Länge an der Muldenseite: 116,3 Meter (wegen Hochwassergefahr stärkere Eckbefestigungen am Muldenflügel); Breite: 58 Meter; Höhe des Straßenflügels: etwa 16 Meter bis etwa 22,5 Meter; Höhe der anderen drei Flügel: etwa 22 Meter bis – einschließlich der Schmuck-Elemente – etwa 28 Meter. Der Schul-Innenhof – wohl einer der schönsten Schul-Innenhöfe Deutschlands – ist 78,86 Meter lang und an der breitesten Stelle 32 Meter breit.[77]

Klosterkirche Grimma und Gymnasium St. Augustin in ihrer heutigen Erscheinung
Grundriss des Schulgebäudes (Erdgeschoss) im Jahr 2015

Von der Schulgründung bis Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Landes- und Fürstenschule zu Grimma rund 7500 Schüler besucht.[78]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg begann 1924 der Umbau der konservativen Fürsten- und Landesschule in ein Reformgymnasium mit republikanischer Prägung.

Die Schule wurde 1936 per Dekret von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet[79]. Jedoch scheiterte das Vorhaben der Nazis, die Landesschule in eine Nationalpolitische Lehranstalt (Napola) umzugestalten (wie es in Schulpforta 1935 tatsächlich geschah), wohl auch aufgrund der Intervention von Rektor Georg Fraustadt.[80]

Ab 1936 trug die Schule die Bezeichnung Fürstenschule Grimma – Staatliche Oberschule für Jungen – zu dieser Zeit wurde das Alumnat von 144 Schülern bewohnt.

An der Fürstenschule Grimma wurde 1939 der Unterricht im Fach Griechisch eingestellt. In der schuleigenen Publikation „Augustiner Blätter“ fand sich dazu folgendes Wort an Eltern und Schüler zu den bildungspolitischen Veränderungen am Gymnasium: „Die sprachliche Gabel der 8. Klasse ist der letzte Rest des reformgymnasialen Zuges; mit noch ganzen drei Stunden Griechisch führt sie zu Ostern das alte humanistische Erbe der Fürstenschule zu Ende.“[81] Durch diese Zeilen von Studienrat Stephanus, einem Lehrer für altsprachlichen Unterricht, schimmern Betroffenheit und Bedauern, bedeutete dies doch das endgültige Aus für die fast 400-jährige Tradition und damit eine der Hauptwurzeln dieser besonderen Bildungseinrichtung.

Anfang Februar 1943 wurden die verbliebenen Schüler zum "Kriegshilfsdienst der deutschen Jugend" herangezogen – mit dem 25. Februar 1943 endete der reguläre Schulbetrieb.[82]

Innerhalb von 380 Jahren – von 1550 bis 1930 – haben rund 8.000 Schüler die Fürsten- und Landesschule St. Augustin zu Grimma besucht;[83] laut Kurt Schwabe sind es zwischen 1550 und 1945 rund 8.700 Schüler gewesen.[84]

Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration wurde am 1. Oktober 1945 der Schulbetrieb wieder aufgenommen.[85]

Schul-Vereinigung und Änderungen des Schulnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab September 1946 wurden mit Genehmigung der Landesverwaltung Sachsen die bisherige Landesschule Grimma und die bisherige Staatliche Oberschule Grimma zur „Landesschule Grimma (Oberschule)“ vereinigt.[86] Die pädagogische Neugestaltung geschah nach dem Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule von 1946; gefolgt vom Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der Deutschen Demokratischen Republik vom 2. Dezember 1959 und der DDR-Schulreform wurde die einstige Landes- und Fürstenschule Grimma endgültig zur Oberschule sozialistischer Prägung umgestaltet.

Am 14. November 1949 bildete sich an der Schule in Grimma die Initiative, diese in Wilhelm-Külz-Schule umzubenennen: Külz war dort ab 1888 zur Schule gegangen und hatte 1894 das Abitur erhalten. Am 11. Februar 1953 erfolgte die Umbenennung in Dr.-Wilhelm-Külz-Schule.[87]

Im September 1960 stimmte der Pädagogische Rat der Schule einstimmig dem Vorschlag der Schulleitung zu, den Namen Wilhelm-Pieck-Oberschule zu beantragen. Auch wurde die Oberschule im Schuljahr 1960/61 in eine Erweiterte Oberschule (EOS) umgewandelt. Ab 4. Oktober 1974 trug die EOS – wohl im Zusammenhang mit den offiziellen Feierlichkeiten zum Jubiläum „25 Jahre DDR“ – den Namen Erweiterte Oberschule Ernst Schneller Grimma.[88]

Eine Chronologie der Erweiterten Oberschule Grimma 1957-1990 hat Grimmas Ehrenbürger Horst Naumann im Jahr 2000 veröffentlicht[89] - Naumann war nach seiner Emeritierung ab 1991 am Gymnasium als Vertragslehrer tätig und hat Latein unterrichtet[90].

Mit Wende und friedlicher Revolution in der DDR änderte sich auch an der EOS die Atmosphäre: Der Schülerrat startete im Februar 1990 eine Befragung zum Schulnamen. Dabei befürworteten Schüler und Lehrer mehrheitlich die Ablegung des Namens Ernst Schneller mit dem Ergebnis, dass ab September 1990 der Name Erweiterte Oberschule Grimma lautete. Am 11. Juni 1992 einigte sich das Lehrer-Kollegium auf den Namen Gymnasium St. Augustin zu Grimma. Den führt das Gymnasium offiziell seit dem Schuljahr 1992–1993.[91]

Madrigalchor St. Augustin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende begann Diethard Hellmann als Neulehrer für Musik an der Fürstenschule. Hellmann gründete den Madrigalchor St. Augustin, der 1946 nachweisbar ein Dutzend größere Auftritte in Grimma und Umgebung hatte. Dieser Madrigalchor wurde hohen Ansprüchen gerecht, dass die Mitteldeutsche Rundfunk AG (MIRAG) im Dezember 1946 dessen Weihnachts-Konzert aufzeichnete und am 25. und 28. Dezember 1946 sendete. Höhepunkt und Abschluss von Hellmanns Engagement an dieser Schule war Mozarts Singspiel Bastien und Bastienne im Mai 1948, dann verließ er Grimma in Richtung Leipzig.[92]

Schul-Bibliothek, Musikalien-Sammlung, Jubiläums-CD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelblatt eines Bandes von 1722, ehemals der Schulbibliothek, später in der Universität Leipzig, heute in der Bibliothek der University of Pennsylvania

In fast 400 Jahren war bis etwa 1933 an der Schule eine eindrucksvolle Bibliothek von rund 14.000 Bänden entstanden – nicht zuletzt dank zahlreicher Bibliotheks-Schenkungen vieler Absolventen und Lehrer der Fürstenschule (der einstige Schüler und spätere Archivleiter Kurt Schwabe spricht sogar von 30.000 Bänden[93]). Doch die damals herrschende Politik sorgte dafür, dass innerhalb weniger Jahrzehnte diese einzigartige Bibliothek zwangsweise aufgelöst wurde.

Zum besseren Verständnis für das Geschehen in Grimma ein kurzer Schwenk nach Meißen: Eine Anordnung vom März 1948 des Ministeriums für Volksbildung der Landesverwaltung Sachsen befasste sich mit der Bibliothek der Fürsten- und Landesschule St. Afra. In ihr wird die Überführung der umfangreichen Bestände nach Dresden festgelegt. Bei der Übergabe der Bibliothek 1948 wurden laut Übernahmeprotokoll von 13000 erhalten gebliebenen Büchern der Schulbibliothek rund 4400 in Meißen belassen. Dieser Bestand setzte sich zusammen aus Objekten der einzelnen Wissensgebiete sowie 800 Bänden afranischer Spezialliteratur. Es gibt keine Angaben über den Verbleib dieser Bücher.[94] Es scheint so, dass über die Bibliothek der Landesschule Grimma in einer ähnlich lautenden Anordnung gleichermaßen verfügt wurde.

Ehren-Büste für den einstigen Schüler Paul Gerhardt im Gymnasium St. Augustin Grimma (Haupt-Eingang)

Auslöser für die Bibliotheks-Auflösung war eine Anordnung des DDR-Ministeriums für Volksbildung von 1960/1961, dass die Überführung historischer Gymnasial-Bibliotheken an wissenschaftliche Bibliotheken festlegte (im heutigen Sachsen überstand nur die Bibliothek am Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg diese Anordnung). Daraufhin betrieb die Sächsische Landesbibliothek in Dresden seit Ende 1961 die Auflösung der einstigen Fürstenschul-Bibliothek und erhielt rund 11.000 Bände, deren Titel jedoch nicht mit einer Übergabe-Übernahme-Liste erfasst wurden. Weitere Bücher gingen an das Kreismuseum Grimma und die Universität Leipzig. Zwischen 1.000 und 3.000 Bücher sollen an der Erweiterten Oberschule verblieben sein in sachgebietsbezogenen Handbibliotheken der dortigen Fachlehrer.[95] Zumindest von der Universität Leipzig wurden Bände ausgesondert und kamen in den Antiquariatshandel; ein Band befindet sich heute in der Bibliothek der University of Pennsylvania.[96]

Als aussagekräftiger Beleg für 300 Jahre gelebte schulisch-akademische Musikpflege gehörten zum Bestand der Fürstenschul-Bibliothek Grimma rund 1.300 musikalische Handschriften und Drucke – die zugehörigen Gottesdienste und Konzerte fanden regelmäßig in der angrenzenden Klosterkirche Grimma statt. Sie sind heute in der Landesbibliothek Dresden zu finden. Bedeutend ist die Vollständigkeit dieser Musikalien-Sammlung: Sie umfasst Motetten ab 1550, Einzelhandschriften wie geistliche Konzerte und frühe Kantaten als auch Abschriften von Kirchenmusik der Wiener Klassik, Oratorien und mitteldeutsche Kirchenmusik des 18. und 19. Jahrhunderts. Zu den bedeutenden, in diesen Musikhandschriften vertretenen Fürstenschul-Kantoren und Komponisten gehören Tobias Petermann, Samuel Jacobi, Johann Sigismund Opitz, Johann Gottfried Reichard und Heinrich Ludwig Hartmann. Den vollständigen Katalog hat der musikwissenschaftliche Verein „Repertoire International des Sources Musicales“, RISM-Außenstelle Dresden erstellt – er liegt in Buchform im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung[97] in Grimma vor und ist in elektronischer Version bei Qucosa online[98] verfügbar.[99]

Im Jahr 2000 erschien eine CD mit klassischer Musik, die dem Jubiläum 450 Jahre Landes- und Fürstenschule St. Augustin gewidmet war. Die Besonderheit dieser musikalischen Gratulation ist, dass bei fast allen der dort dokumentierten Musikstücke jeweils ein Absolvent, ein Kantor oder ein Lehrer von St. Augustin beteiligt gewesen ist – entweder als Komponist, Textdichter oder interpretierender Musiker (Paul Gerhardt, Samuel Jacobi, Christian August Jacobi, Heinrich Gottfried Reichard, Sigfrid Karg-Elert, Diethard Hellmann, Gottfried Fischer).[100]

Lehrer und Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tradition und Geschichtspflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule hat den Wahlspruch

Schulmotto St. Augustin
PIETATI VIRTUTI DOCTRINAE

Die drei lateinischen Worte für Gottesfurcht, Tugendhaftigkeit und Gelehrsamkeit grüßen in goldfarbenen Lettern über dem Eingangsportal im Innenhof der Schule. Rektor Schnelle nahm sie am 20. Juni 1887 bei der Grundsteinlegung des heutigen Schulgebäudes auf. Es ist ihre erste urkundliche Erwähnung.[101][102]

Ehrentafeln, Statuen, Porträtgemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehren-Büste für Martin Luther im Gymnasium St. Augustin Grimma (Haupt-Eingang)

Im Durchgang des Hauptportals des Stammhauses halten Ehrentafeln das Andenken wach für folgende mit der Schulgeschichte verbundenen Persönlichkeiten:

Martin Hayneccius, Samuel von Pufendorf, Christian Gottlob Lorenz, Christian Gottfried Körner, Richard von Volkmann, Wilhelm Külz, Otto Leonhard Heubner, Ernst Florens Friedrich Chladni, Nikolaus Krell, Paul Gerhardt, Gustav Friedrich Dinter, Johann Georg Theodor Grässe und Eduard Friedrich Poeppig.

Dort grüßen auch zwei historische Büsten – mit dem Abbild von Martin Luther und Paul Gerhardt – die Vorbeigehenden.

Im Innenhof erinnern Statuen an Schulgründer Moritz von Sachsen (1550) und an König Albert, der den Neubau des heutigen Schulgebäudes veranlasste und 1891 einweihte. Zwei Gedenksteine sind den in den Weltkriegen gefallenen Schülern gewidmet.

In der Aula im Gymnasium St. Augustin in Grimma befinden sich elf historische Ölgemälde, welche Schulgründer Moritz von Sachsen sowie zehn Rektoren der Fürstenschule Grimma zeigen: Adam Siber, Johannes Merck, August Weichert, Noa Hofmann, Immanuel Schwarz, Johann Heinrich Mücke, Georg Ermel, Friedrich Wilhelm Sturz, August Schumacher sowie Johann Tobias Krebs.[103]

Seume-Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Seume-Haus am Schwanenteich gibt es seit 1989 ein großformatiges Porträt des Johann Gottfried Seume (1,75 m x 1,70 m). Geschaffen hat es der in Bahren bei Grimma lebende Künstler Günter Ketelhut[104] (* 1926) im Auftrag des damaligen Seume-Clubs in Grimma. Das farbenfrohe und anspielungsreiche Gemälde (Öl auf Hartfaser) entstand in der Niedergangsphase der DDR und bekam seinen Platz in der Aula. Aktuell (2017) bleibt dem Kunstwerk die angemessene Rezeption versagt.[105]

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017: St. Augustin als Kirchentagungs-Stätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium St. Augustin diente als Tagungsstätte und Herberge für die Teilnehmer der Vollkonferenz der Konfessionellen Evangelisch-Lutherischen Konferenz in Deutschland vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 - ihren Abschluss-Gottesdienst feierten sie am 2. Juli in der benachbarten Klosterkirche Grimma.[106][107][108]

2015: Läuten der Augustiner-Glocke, von 1925 bis 1952 Schulglocke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulglocke der Fürstenschule Grimma fiel als Metallspende des deutschen Volkes dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. So übernahm die Glocke aus der benachbarten Klosterkirche – auch Augustiner-Glocke genannt – aus dem Jahr 1491[109] (sie gehört zu den ältesten noch erhaltenen Glocken in und um Grimma) deren Aufgaben: Auf Betreiben von Rektor Fraustadt wurde mit Genehmigung des zuständigen Ministeriums in Dresden und mit Zustimmung der regionalen Kircheninspektion die Augustiner-Glocke am 27. August 1925 aus dem Dachreiter der Klosterkirche ausgebaut und auf dem Schuldach des Muldenflügels des Fürstenschule installiert. Erstmals ertönte sie zum Schulfest am 14. September 1925. Ihr Glockenklang regelte von nun an für die Schüler den Tagesablauf: Geläutet wurde um 6 Uhr zum Wecken, 12 Uhr mittags, 18.30 Uhr abends und 20.30 Uhr zum Tagesausklang.[110] Auch erklang sie sonntags um 9 Uhr zum Hauptgottesdienst in der Klosterkirche. Ob und wie die Glocke nach dem Zweiten Weltkrieg weiter schulischen Zwecken diente, dazu gibt es verschiedene Überlieferungen. Am 8. Februar 1952 wurde das Glockenritual offiziell abgeschafft – den schulischen Tagesablauf regelte von da an ausschließlich die schon viele Jahre vorhandene und parallel genutzte elektrische Pausenklingel.

1974 wurde die Glocke abgebaut und ins Stadtarchiv, 1989 ins Kreismuseum gebracht, wo sie bis 1993 zum Inventar zählte. 1993 erfolgte die Neu-Eindeckung des Kirchendaches, und die alte Augustiner-Glocke wurde vom Unternehmen Schnabel aus Naunhof wieder in den Dachreiter gehängt. Nach Auskunft dieser Firma vom Januar 2014 wurde die Glocke damals mit elektrischer Läuteeinrichtung installiert. Dennoch hielt sich bis Februar 2014 landläufig die Meinung, dass die Glocke nicht klingen könne, da sie ohne Klöppel montiert worden sei (so eine Zeitungsmeldung vom 9. Januar 1995). Seitdem schwieg die Glocke.

Im Februar 2014 stieg ein trainierter Lehrer mithilfe des Hausmeisters von St. Augustin zur Glocke empor – und ihm gelang in luftiger Höhe der Foto-Beweis: Die Augustiner-Glocke hat doch ihren Klöppel. Nun wurde auch bekannt, dass es nach dem Hochwasser 2002 eine Läuteprobe der Glocke gegeben und diese tadellos funktioniert hatte.[111] Somit kann die historische Glocke also nach Jahrzehnten des Schweigens bei passenden Schul- und Stadtereignissen erklingen. Dies geschah erstmals wieder offiziell nach 63-jähriger Pause bei Grimmas Festival der Reformation 2015 am 30. August 2015.[112]

1997: Gymnasium als „Tatort“-Kulisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 wurde im Gymnasium die mit dem Titel „Fürstenschüler“ nach ihrer Ausstrahlung heftig umstrittene 387. Episode der ARD-Krimi-Serie „Tatort“ gedreht.

1943–1945: Die Thomaner in der Fürstenschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Bombenangriffen der Alliierten auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde auch das Alumnat des Thomanerchores in der Hillerstraße stark beschädigt: Ein Bombentreffer machte das Bewohnen unmöglich; die Thomaner brauchten kurzfristig ein neues, sicheres Zuhause. Bereits am folgenden Tag – am Sonntag, dem 5. Dezember 1943 – kamen Kantor Günther Ramin und sein Chor in der Muldestadt unter: Ausweichquartier wurde die Fürstenschule zu Grimma – letztlich für 18 Monate. Aus Grimma reisten die Thomaner – unter ihnen auch Reiner Süß, der davon in seiner Autobiographie erzählt[113] – regelmäßig nach Leipzig zu ihren Motetten-Aufführungen und zu zahlreichen Auftritten vielerorts in Deutschland.

Am 18. Dezember 1993 sangen die Thomaner erneut in der Frauenkirche Grimma – sie erinnerten mit Bachs Weihnachtsoratorium an ihr Konzert in derselben Kirche mit demselben Musikwerk auf den Tag genau vor 50 Jahren und an jene anderthalb Jahre, als die Muldestadt mit ihrer Fürstenschule den Thomanern Heimat war.[114]

1942: Vom Jungen-Alumnat zum Internat für Schüler und für Schülerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 14. April 1942 hatte das Alumnat der Fürstenschule kriegsbedingt auch Schülerinnen der Lehrerinnenbildungsanstalt LbA aufzunehmen. Damit endete dessen fast 400-jährige Tradition als reines Jungen-Internat – es kam zum Paradigmen-Wechsel. Seit dieser Zeit steht der schulische Wohn- und Lernbereich Jungen und Mädchen gleichermaßen zur Verfügung.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Alumnat 144 Plätze ausschließlich für Jungen. Es gab acht Studiersäle, die seit Rektor Fraustadts Zeit sächsisch-heimatbezogene Namen trugen: sechs Säle mit je 18 Studierplätzen, einen mit 12 und einen mit 24. Untergebracht waren die Alumni in zwei Schlafsälen mit rund 60 sowie rund 90 Betten. Weder an der Schule noch im Alumnat waren weibliche Kräfte tätig; es gab ausschließlich männliche Lehrer und Betreuer.[115] Fast alle Schüler wohnten im Alumnat; die wenigen Ausnahmen waren als so genannte „Extraneer“ bei zur Schule gehörenden Lehrern in Grimma zuhause.[116] Aktuell (2014) leben rund 50 Schülerinnen und Schüler im Internat, die entweder das Gymnasium oder andere schulische oder berufliche Bildungseinrichtungen in Grimma besuchen.[117]

1850: „… daß sie auch mit Ehren klein zu sein wissen“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Feier des 300-jährigen Stiftungsjubiläums 1850 durfte Ephraim Oskar Taube, der die Landesschule von 1842 bis 1848 besucht hatte, im Namen der jüngsten Absolventen zur Festversammlung sprechen. Der damalige Student der Rechtswissenschaft in Leipzig beendete seine Festrede mit folgenden Worten, die zugleich wohl auch als indirekter Trost für die unzähligen damaligen wie folgenden weniger namhaften und weniger berühmten Absolventen der Landesschule Grimma gedacht waren:

„Aber dir, o alma Mater, Mutter dieser fröhlichen aber hungrigen Schaaren, dir rufe ich noch zu: „Da du trotz deines guten Willens unmöglich lauter große Männer gebären kannst, dann Heil dir, wenn du deine Söhne so erziehest, daß sie auch mit Ehren klein zu sein wissen.““[118]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gymnasium St. Augustin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anja Höfer: Zwischen Freiheit und Zwang: Traditionell-religiöse Werte an der Grimmaer Landesschule. - Der Kleine Festsaal in Vergangenheit und Gegenwart. Tutorin: Herma Lautenschläger. Sächsischer Landespreis für Heimatforschung 2017, Format A4, 47 Seiten, Grimma, 3. Mai 2017[119]
  • Burga Marx und Uwe Marx: Fotodokumentation zu Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten im ehemaligen Betsaal von St. Augustin. Bearbeitungszeitraum Februar - Juli 2003, > 73 Seiten - Zitiert nach: Anja Höfer: Zwischen Freiheit und Zwang: Traditionell-religiöse Werte an der Grimmaer Landesschule. - Der Kleine Festsaal in Vergangenheit und Gegenwart. Grimma 2017, S. XX[120][121]
  • Claudia Stosik (Herausgeberin): Schulzeit in der Fürstenschule St. Augustin zu Grimma – eine lückenhafte Klassenchronik des Jahrgangs 1939–1946. 122 S. (Format < A4), Dresden 2013, ohne ISBN. Im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung.
  • Jonas Flöter: Eliten-Bildung in Sachsen und Preußen. Die Fürsten- und Landesschulen Grimma, Meißen, Joachimsthal und Pforta (1868–1933). Beiträge zur Historischen Bildungsforschung 38. Köln 2009. ISBN 978-3-412-20319-1
  • Jonas Flöter: Eliten-Bildung in Sachsen. Ausbildungssystem und Sozialstruktur der sächsischen Fürstenschulen Grimma und Meißen von der Gründerzeit bis zum Ende der Weimarer Republik. Hochschulschrift Universität Leipzig (331 Bl.), Habilitations-Schrift, Leipzig 2007.
  • Ralf Thomas: Die Neuordnung der Schulen und der Universität Leipzig (mit Abschnitt: Die Gründung der fürstlichen Schulen). S. 115–132 in: Helmar Junghans (Hrsg.): Das Jahrhundert der Reformation in Sachsen (Herausgegeben im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für Sächsische Kirchengeschichte anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens). 2., erweiterte Auflage, Leipzig 2005. ISBN 978-3-374-02311-0
  • Jonas Flöter und Günther Wartenberg: Die sächsischen Fürsten- und Landesschulen. Interaktion von lutherisch-humanistischem Erziehungsideal und Eliten-Bildung. Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 9, Leipzig 2004, ISBN 3-937209-46-8
  • Ulrich Adolph: Meine Schulzeit von 1950 bis 1954. 50 Jahre danach. Erinnerungen und Reflexionen. 2. Fassung, Leipzig 2004
  • Jonas Flöter und Marita Pesenecker: Erziehung zur Elite. Die Fürsten- und Landesschulen zu Grimma, Meißen und Schulpforte um 1900. Publikation zur Ausstellung im Kreismuseum Grimma. Leipzig 2003, ISBN 3-937209-33-6
  • Gerhard Arnhardt; Gerd-Bodo Reinert: Die Fürsten- und Landesschulen Meißen, Schulpforte und Grimma – Lebensweise und Unterricht über Jahrhunderte. Weinheim 2002, ISBN 3-407-32015-9
  • Helmut Hoffmann: Nachbelichtet. 3. Auflage, Dresden 2001, ISBN 3-932434-17-X[122]
  • Gymnasium St. Augustin zu Grimma (Hg.): Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550 – 2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3
  • Klausjürgen Miersch: „Damit es an Kirchendienern und andern gelarnten Leuten in unsern Landen nicht Mangel gewinne!“ Von der churfürstlichen Landschull ze Grym zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma. Ravensburg 1996
  • Georg Fraustadt u.a.: Die Fürsten- und Landesschule St. Augustin zu Grimma in Vergangenheit und Gegenwart. 132 Seiten, mit 31 Tafeln. Grimma 1930.
  • Albert Fraustadt (Bearb.): Grimmenser-Stammbuch 1900. Lebensnachrichten über Zöglinge der Fürstenschule Grimma vom Jahre der Gründung 1550 bis heute. (Digitalisat; PDF; 42,8 MB)
  • Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 19: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). Dresden 1897, S. 99–110 (Digitalisat).
  • Karl Julius Roeßler: Geschichte der Königlich Sächsischen Fürsten- und Landesschule Grimma. Leipzig 1891. (Digitalisat)
  • G.E. Dippoldt: Historische Beschreibung der Landschule zu Grimma (1783)
  • Christian Gottlob Lorenz: Bericht über die Gründung und Eröffnung der Landesschule zu Grimma im Jahr 1550, ihre äußeren Verhältnisse und Schicksale während ihres Bestehens und über die Jubelfeiern derselben 1650, 1750 und 1850 (1850)
  • M. Chr. G. Lorenz: Grimmenser-Album. Verzeichniss sämmtlicher Schüler der königlichen Landesschule zu Grimma von ihrer Eröffnung bis zur dritten Jubelfeier. Grimma, 1850, (Volltext in der Google-Buchsuche)
  • Linda Wenke Bönisch: „Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden. Eine Matrikeluntersuchung zur mitteldeutschen Bildungslandschaft im konfessionellen Zeitalter (1563–1650)“, Verlag epubli GmbH, Berlin 2013, ISBN 978-3-8442-7505-6. (Vorschau in der Google-Buchsuche) Untersucht werden die Universitäten Alma mater Lipsiensis in Leipzig, Leucorea in Wittenberg, Salana in Jena, Alma mater Erffordensis in Erfurt sowie die Fürstenschulen St. Afra in Meißen, St. Marien in Schulpforta und St. Augustin in Grimma.
Über Internat / Alumnat
  • Jule Lieber: Amboss oder Hammer sein - wir waren Opfer und Täter! - Was vom Pennalismus am heutigen Gymnasium St. Augustin zu Grimma während der DDR-Zeit noch geblieben ist. Hrsg.: Augustiner-Verein e.V. Grimma, Beucha 2008, ISBN 978-3-86729-030-2
  • Julia Ebert: Nach Hause? Nein, erst am Wochenende. Leben im Internat gestern und heute. Facharbeit im Fach Geschichte, Gymnasium St. Augustin, Grimma 2006
  • Uta Hunger: Erinnerungen an das Internat. Grimma 2006
  • Maren Rethemeier: Über den Pennalismus in den sächsischen Fürstenschulen von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Arbeit für die Erste Staatsprüfung für das Lehramt für die Primarstufe, Dortmund, August 1994

Andere Veröffentlichungen zu St. Augustin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Prenzel: Rektorenzimmer soll im Glanz von 1891 erstrahlen. Online auf lvz.de sowie in der Druckausgabe der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 31. Mai 2017, Seite 29
  • Cornelia Braun: Musikaliensammlung der Landesschule kehrt an Ursprungsort in Grimma zurück. Online seit 24. Mai 2017 auf lvz.de, abgerufen am 9. Juli 2017
  • Cornelia Braun: Grimmaer Gymnasium St. Augustin profiliert sich als Schule für Hochbegabte. Online auf lvz.de sowie in der Druckausgabe der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 11. Mai 2017, Seite 28
  • Cornelia Braun: Gymnasiasten gehen auf historische Spurensuche in ihrer Heimatstadt Grimma. Online auf lvz.de sowie in der Druckausgabe der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 19. April 2017, Seite 30
  • Cornelia Braun: Spagat zwischen Denkmalschutz und moderner Technik für den Schulbetrieb - Schüler des Gymnasiums St. Augustin ziehen am 1. April ins Alte Seminar um. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 31. März 2016, S. 30
  • Haig Latchinian und Holger Zürch: Am Montag feiert Grimmas Gymnasium den 465. Geburtstag. Es zählt zu den bedeutendsten Bildungsstätten Mitteldeutschlands. Thematische Zeitungsseite (Rubrik „Thema des Tages“) mit Beitrag von Haig Latchinian: Ein Leben für St. Augustin – Lehrer Tschiche brennt für seine Schule (Porträt) sowie Beitrag von Holger Zürch: Seit 465 Jahren Wissensschmiede – auch für Paul Gerhardt, Wilhelm Külz, Carmen Nebel und Petra Köpping. Veröffentlicht in der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 12. September 2015, Seite 31.
  • Cornelia Braun: Uralt und einzigartig – das Internat von St. Augustin. Schlafen in der Schule? in Grimma ist das seit 465 Jahren erlaubt. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 13. Mai 2015, S. 34
  • Volker Beyrich: Reformation und Landesschulen – „… damit es mit der Zeit an Kirchendienern und anderen gelahrten Leuten nicht Mangel gewinne …“ In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 6. Oktober 2014, S. 29
  • Volker Beyrich: Eine Fundgrube im St. Augustin – Archiv der Grimmaer Fürstenschule beherbergt beachtliche Sammlung zur Regionalgeschichte. S. 219–223 in: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 1. September 2014, S. 32
  • Volker Beyrich: Die Fürstenschule in Grimma. In: Horst Naumann: Mein Grimma lob’ ich mir – von Grimma und dem Muldenland. Band 2. Wurzen 2013, ISBN 978-3-00-045946-7[123]
  • Christoph Bode: Mittelalterliche Steingebäude in Grimma und ihre Geschichte in den folgenden Jahrhunderten. In: Horst Naumann: Mein Grimma lob’ ich mir – von Grimma und dem Muldenland. Band 2. Wurzen 2013, ISBN 978-3-00-045946-7; S. 173–180, über St. Augustin ab S. 177.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Zürch: Zahlen & Fakten auf der Thema-des-Tages-Seite 465 Jahre Gymnasium St. Augustin zu Grimma der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 12. September 2015, Seite 31
  2. Schüler – Gymnasium St. Augustin Grimma. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  3. Holger Zürch: Zahlen & Fakten auf der Thema-des-Tages-Seite 465 Jahre Gymnasium St. Augustin zu Grimma der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 12. September 2015, Seite 31
  4. Personelle Ressourcen – Gymnasium St. Augustin Grimma. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  5. http://www.internat-grimma.de/
  6. Cornelia Braun: Uralt und einzigartig – das Internat von St. Augustin. Schlafen in der Schule? In Grimma ist das seit 465 Jahren erlaubt. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 13. Mai 2015, S. 34
  7. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 3. September 2014, S. 32
  8. Weitergehende Informationen auf Seite 1 und 2 im Amtsblatt der Großen Kreisstadt Grimma, Nr. 2/2014 – abgerufen am 25. Januar 2014
  9. Die Fusion erfolgte am 1. August 2006 aufgrund des Stadtrats-Beschlusses der Stadt Grimma vom 23. Mai 2001 mit 19 Dafür-Stimmen, 3 Dagegen-Stimmen und keiner Stimmenthaltung
  10. Augustiner Blätter Grimma, Jahrgang 2001/2002, Heft 2, S. 22
  11. Schulleiter des Seume-Gymnasiums war Peter Heinig
  12. Schulporträt Gymnasium St. Augustin Grimma. Abgerufen am 23. Oktober 2013.
  13. Herausgeber ist der Schulleiter, verantwortlicher Redakteur ist Lehrer Mike Beutner. Format A4, Umfang jeweils 68 bis 80 Seiten.
  14. Augustiner Blätter Grimma, Jahrgang 2002/2003, Heft 1, S. 21
  15. Mehr dazu im Sonderheft Nr. 5 der Augustiner Blätter mit dem Titel St. Augustin unter Wasser – die Flutkatastrophe 2002, Grimma 2002, im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung
  16. Cornelia Braun: Was lange währt, wird endlich gut (Kommentar). In: Leipziger Volkszeitung, Druckausgabe Muldental, 8. August 2017, S. 25
  17. 1) Cornelia Braun: Betsaal hat wechselvolle Geschichte, 2) Frank Schmidt: Kirchenkampf in der Grimmaer Kirche, 3) Frank Schmidt: Die DDR-Geschichte zum Luther-Geburtstag - erschienen in der Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 20. Juni 2017, Seite 27
  18. https://www.dresden.de/media/pdf/presseamt/20170620_Preistraegerliste_Sachsen.pdf
  19. http://www.lvz.de/Region/Grimma/Grimmaer-Schuelerin-erfolgreich-beim-Bundes-Geschichtswettbewerb
  20. http://www.schule.sachsen.de/7906.htm
  21. http://www.stadtwikidd.de/wiki/Sächsischer_Landespreis_für_Heimatforschung
  22. Birgit Schöppenthau: Heimatpreis geht an Grimmaer Gymnasiastinnen – Film und Broschüre zum Paneuropäischen Picknick in Sopron sorgen für Aufsehen. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 11. November 2014, S. 25
  23. http://www.koerber-stiftung.de/bildung/geschichtswettbewerb/datenbank/beitrag/zukunft-ohne-traditionen-kulturfrevel-am-st-augustin-zu-grimma.html
  24. http://www.koerber-stiftung.de/bildung/geschichtswettbewerb/aktuelles/news-details-geschichtswettbewerb/artikel/jule-lieber-veroeffentlicht-preistraegerarbeit.html
  25. http://www.shakespeares-erben.de/
  26. http://www.up-to-literatur.de/projekte/norway%20today/
  27. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/index.php
  28. http://www.up-to-literatur.de/projekte/Raeuber/index2.html
  29. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/0497fca02a1499601/index.html
  30. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/0497fc9f9c0daa701/index.html
  31. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/0497fca1f00fa8e01/index.html
  32. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/0497fc9e210b80201/0497fca01a122a802/index.html
  33. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/0497fc9e210b80201/index.html
  34. http://www.up-to-literatur.de/projekte/ponys/0497fc9e210b80201/0497fca2c80c03301/index.html
  35. Haig Latchinian: Theaterfreunden ist kein Weg zu weit. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 2. Juli 2014, S. 36
  36. Augustiner Blätter, Jg. 2002-03, Heft 1, S. 26 ff
  37. Cornelia Braun: Grimmaer Schüler radeln bis Prag – und zurück. Bei der Jubiläumstour des Gymnasiums St. Augustin geht es über 696 Kilometer. S. 25 in: Leipziger Volkszeitung, Regionalteil Multentalzeitung, 22. Juli 2015
  38. Gymnasium St. Augustin – Augustiner-Verein e.V. Abgerufen am 23. Oktober 2013.
  39. Frank Prenzel: Eine halbe Million für Schulfassade - Stadtrat beschließt Sanierung in Teilbereichen. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 10. Juli 2017, Seite 25
  40. Amtsblatt Grimma, Juli 2017, Seite 7
  41. https://www.staugustin.de/de/101/p1/ausgezeichnet.html
  42. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental (Druckausgabe), 19. September 2017, S. 26
  43. https://www.staugustin.de/de/101/p1/ausgezeichnet.html
  44. Für ihr Projekt „Der Nachgeschmack von Speck und Pörkölt – das Paneuropäische Picknick. Der Durchbruch in die Freiheit (19. August 1989)“ – erstellt als Ausstellung sowie als Dokumentation (Broschüre, 88 Seiten, Format A5, Grimma 2014, ISBN 978-963-89918-4-3)
  45. Augustiner Verein vergibt zum achten Mal Förderpreise. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 22. September 2015, S. 26
  46. Für ihr Projekt „Ménage-à-trois“ – Ist bei einer Freundschaft zu dritt nicht einer zu viel? – erstellt als Ausstellung sowie als Dokumentation (Broschüre, 24 Seiten, Format A5, Grimma 2014, ohne ISBN)
  47. Birgit Schöppenthau: Dreiecksbeziehung und Radelnder – Augustiner-Verein ehrt Schüler und Förderer des Gymnasiums mit Stifterpreisen. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 1. Oktober 2014, S. 32
  48. Für ihre Arbeit Der Bilderstreit zwischen dem Gymnasium St. Augustin und dem Kreismuseum Grimma, Grimma 2013
  49. Für ihre Arbeit Bausoldaten in der DDR – Ein Gesetz befolgen und dafür lebenslänglich bestraft werden?!, Grimma 2011
  50. Jule Lieber erhielt die Auszeichnung für ihre Arbeit „Amboss oder Hammer sein – wir waren Opfer und Täter!“ Was vom Pennalismus am heutigen Gymnasium St. Augustin zu Grimma während der DDR-Zeit noch geblieben ist (Grimma 2008), welche 2007 mit einem ersten Preis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurde.
  51. Informationen zur Arbeit von Jule Lieber in der Datenbank zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
  52. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental (Druckausgabe), 19. September 2017, S. 26
  53. https://www.staugustin.de/de/101/p1/ausgezeichnet.html
  54. http://www.staugustin.de/de/101/p1/ausgezeichnet.html
  55. Anna Ebert erhält Paul-Gerhardt-Preis. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 24. September 2015, S. 29
  56. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental (Druckausgabe), 19. September 2017, S. 26
  57. https://www.staugustin.de/de/101/p1/ausgezeichnet.html
  58. Augustiner Verein vergibt zum achten Mal Förderpreise. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 22. September 2015, S. 26
  59. Georg Henning (* 30. Oktober 1873 in Oschatz; † 18. Juli 1957 in Lunzenau) war 1939-1945 Lehrer an der Landesschule und Heimatforscher in Grimma. Er gründete den Grimmaer Geschichts- und Altertumsverein und 1902 das Heimatmuseum Grimma, das er später bis 1951 leitete. Von 1920 bis 1955 Leiter des dortigen Stadtarchivs. Ab 1922 überarbeitete er die Lorenzsche Grimma-Chronik und führte sie weiter. Von Henning stammen rund 500 Beiträge in zahlreichen Publikationen zur Lokal- und Regionalgeschichte. In Grimma ist ihm zu Ehren eine Straße nach ihm benannt. Weitere Informationen in: Horst Naumann: Mein Grimma lob´ ich mir - von Grimma und dem Muldenland 2. Wurzen 2013, ISBN 978-3-00-045946-7, S. 132–135
  60. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental (Druckausgabe), 19. September 2017, S. 26
  61. https://www.staugustin.de/de/101/p1/ausgezeichnet.html
  62. Er erhielt ihn für hervorragende Leistungen als Initiator und Vorsitzender der Schülerinitiative „St. Augustin denkt bunt“
  63. Augustiner Verein vergibt zum achten Mal Förderpreise. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 22. September 2015, S. 26
  64. Träger der Augustiner-Preise vom 13.09.2013. Abgerufen am 23. Oktober 2013.
  65. http://www.farbdesign-uwemarx.de/
  66. http://www.staugustin.de/_project/media/uploads/files/chor-vertrag.pdf
  67. Zitat aus der Buchvorstellung auf der Verlags-Internetseite, abgerufen am 16. Mai 2014
  68. Einen guten Einstieg in die Geschichte von St. Augustin bietet das Sonderheft Nr. 1 der Augustiner Blätter mit dem Titel Zur Geschichte der Klosterkirche und der Landesschule, Grimma 1995, im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung
  69. Volker Beyrich: Eine Fundgrube im St. Augustin – Archiv der Grimmaer Fürstenschule beherbergt beachtliche Sammlung zur Regionalgeschichte. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 1. September 2014, S. 32
  70. Cornelia Braun: Fürstliche Fundgrube für findige Forscher – Volker Beyrich und Martina Bloi hüten Stiftungsarchiv im Grimmaer Gymnasium / Umzug geplant. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 14. April 2015, S. 26
  71. Volker Beyrich: Reformation und Landesschulen. „... damit es mit der Zeit an Kirchendienern und anderen gelahrten Leuten nicht Mangel gewinne ...“ S. 29 in: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 6. Oktober 2014
  72. Schulpforte – Schulpforte historisch – Landesschule (Memento vom 2. August 2013 im Webarchiv archive.is) – Aus diesen Einrichtungen gingen bis 1945 in St. Afra und in St. Augustin jeweils mehr als 8.000 sehr gut ausgebildete Schul-Absolventen hervor (für Pforta, das ab 1815 preußisch wurde, dürfte es eine ähnliche Anzahl gewesen sein), die nach ihrem Universitäts-Studium optimal auf ihre Aufgaben in Verwaltung, Kirche, Wissenschaft, Militär und Regierung vorbereitet gewesen sind (dies zeigt sich auch an den langen Listen berühmter einstiger Schüler dieser Schulen in den jeweiligen Wikipedia-Einträgen). Dieses „sächsische Landes- und Fürstenschul-Modell“ erwies sich als so erfolgreich, dass es bald anderswo Nachahmer fand: So entstanden nach dem Vorbild dieser drei Schulen beispielsweise die Fürstenschule Schwerin, gegründet 1553 von Herzog Johann Albrecht I., die Fürstenschule Heilsbronn, 1582 gegründet von Markgraf Georg Friedrich an der Stelle eines 1578 geschlossenen Klosters, das Joachimsthalsche Gymnasium, gegründet 1607 in Joachimsthal in Brandenburg unter Kurfürst Joachim Friedrich und die Fürstenschule Neustadt (Hochfürstlich Brandenburgisch-Culmbachische Teutsche und Lateinische Stadtschule).
  73. Beurkundung der Schulgründung von 1543. Archiviert vom Original am 24. Juli 2012; abgerufen am 23. Oktober 2013.
  74. Gabi Händler: Ausgestaltung des Lehrens und Lernens an der Fürstenschule Grimma von 1580 bis 1773. Grimma/Dresden, Januar 1989 – Kopie im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung
  75. Jonas Flöter: „Die Neubauten in Meißen und Grimma“. S. 25–32 in: „Erziehung zur Elite. Die Fürsten- und Landesschulen zu Grimma, Meißen und Schulpforte um 1900“. Publikation zur Ausstellung. Leipzig 2003, ISBN 3-937209-33-6
  76. S. 46 in: Rudolf Priemer: Grimma und Muldental (aus der Reihe Sax-Führer). Beucha 1992, ISBN 3-9802997-1-6
  77. Auf entsprechende Anfrage erteilte Auskunft von Volker Beyrich, Leiter des Archiv der Fürstenschüler-Stiftung im Gymnasium St. Augustin zu Grimma vom 17. September 2015
  78. Jonas Flöter und Marita Pesenecker: Erziehung zur Elite. Die Fürsten- und Landesschulen zu Grimma, Meißen und Schulpforte um 1900. Publikation zur Ausstellung im Kreismuseum Grimma. Leipzig 2003, S. 95, ISBN 3-937209-33-6
  79. Das Dekret verfügte die Überführung der meisten humanistischen und Reform-Gymnasien in Deutsche bzw. Staatliche Oberschulen. (Nach einer Information von Klausjürgen Miersch, Jahrgang 1925, der ab 1938 im Moldanum lebte und lernte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs mussten er und seine Mitschüler das Abitur nachholen, das sie 1948 erhielten.)
  80. Friedrich Wermuth, Karl Irmscher u.a.: Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550–2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3, S. 40
  81. Stephanus (1938): Ein Wort an die Eltern und Schüler über die neue Höhere Schule in: Augustiner Blätter, Nr. 15, S. 26
  82. Claudia Stosik (Herausgeberin): Schulzeit in der Fürstenschule St. Augustin zu Grimma – eine lückenhafte Klassenchronik des Jahrgangs 1939–1946. S. 15 + 25 + 64 + 78 + 84, Dresden 2013. Im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung.
  83. Paul Lotichius: Bekanntere Grimmenser. In: Georg Fraustadt u.a.: Die Fürsten- und Landesschule St. Augustin zu Grimma in Vergangenheit und Gegenwart. Grimma 1930, S. 106–116
  84. Kurt Schwabe: „Die sächsische Fürsten- und Landesschule St. Augustin zu Grimma 1550–1945“. In: „Sächsische Heimatblätter“ 3, 2008 – thematische Heft zum 17. Tag der Sachsen mit Beiträgen zur Stadt Grimma, S. 212
  85. Claudia Stosik (Herausgeberin): Schulzeit in der Fürstenschule St. Augustin zu Grimma – eine lückenhafte Klassenchronik des Jahrgangs 1939–1946. S. 116, Dresden 2013. Im Archiv der Fürstenschüler-Stiftung.
  86. Volker Beyrich: Neuanfang und Ende – Die Landesschule Grimma im Schuljahr 1945/46. S. 138–140 in: Friedrich Wermuth, Karl Irmscher u.a.: Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550 – 2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3
  87. Lisa Oehlert: „Aus Gefühl wird Überzeugung ...“ – Ernst Schneller, der zum Vorbild einer Generation werden sollte – aufdiktiert und verlorengegangen, Grimma 2009, S. 16
  88. Volker Beyrich: Neuanfang und Ende – Die Landesschule Grimma im Schuljahr 1945/46. S. 138–140 in: Friedrich Wermuth, Karl Irmscher u.a.: Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550–2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3
  89. S. 190–193 in: Gymnasium St. Augustin zu Grimma (Hg.): Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550 – 2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3
  90. Episoden aus dem Schulleben, S. 169–170 in: Gymnasium St. Augustin zu Grimma (Hg.): Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550 – 2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3
  91. Lisa Oehlert: „Aus Gefühl wird Überzeugung ...“ – Ernst Schneller, der zum Vorbild einer Generation werden sollte – aufdiktiert und verlorengegangen, Grimma 2009, S. 25–26
  92. Volker Beyrich: Singen gegen die Unmenschlichkeit. In: „Archivstäubchen. Mitteilungen aus dem Archiv der Fürstenschüler-Stiftung – Kurt-Schwabe-Archiv“, Ausgabe März 2013, S. 3–5
  93. Kurt Schwabe: „Die sächsische Fürsten- und Landesschule St. Augustin zu Grimma 1550–1945“. In: „Sächsische Heimatblätter“ 3, 2008 – thematisches Heft zum 17. Tag der Sachsen mit Beiträgen zur Stadt Grimma, S. 213
  94. Beate Brück: Zur Geschichte der Bibliothek St. Afra (Kurzfassung ihrer Diplomarbeit Die Geschichte der Bibliothek der Fürsten- und Landesschule St. Afra zu Meißen von ihren Anfängen bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1948. Meißen 1992. S. 844–854 in: Sapere aude Nr. 44, Meißen 1997)
  95. Wolfgang Frühauf: Die Bibliothek der Fürstenschule Grimma – wo ist sie geblieben? In: Augustiner Blätter, Sonderheft Nr. 6 (2010): Verramscht und vergessen – oder verantwortungsvoll bewahrt? Vom Schicksal der Musikhandschriften und anderer Kostbarkeiten der ehemaligen Bibliothek der Fürsten- und Landesschule Grimma, S. 3–11
  96. Gustav Georg Zeltner: Vitae theologorum Altorphinorum a condita Academia.. 1722 Katalogeintrag
  97. Fürstenschüler-Stiftung
  98. Katalog der Musikhandschriften der Fürstenschule Grimma
  99. Andrea Hartmann: Die Musikhandschriften der Fürstenschule Grimma. In: Augustiner Blätter, Sonderheft Nr. 6 (2010), herausgegeben vom Schulleiter des Gymnasiums St. Augustin zu Grimma: Verramscht und vergessen – oder verantwortungsvoll bewahrt? Vom Schicksal der Musikhandschriften und anderer Kostbarkeiten der ehemaligen Bibliothek der Fürsten- und Landesschule Grimma, S. 12–19
  100. Vergleiche Beiheft zur CD Musikalische Jubiläumsgabe ehemaliger Schüler zum 450. Stiftungsfest von St. Augustin. Grimma, 14. September 2000. Herausgegeben vom Verein ehemaliger Fürstenschüler e.V. – im Bestand des Archivs der Fürstenschüler-Stiftung.
  101. Karl Irmscher, Bewahrte Tradition, in: Friedrich Wermuth, Karl Irmscher u.a.: Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550–2000. Beucha 2000, 240 Seiten, ISBN 3-930076-99-3, S. 23 ff.
  102. Jule Lieber: Amboss oder Hammer sein – wir waren Opfer und Täter! Was vom Pennalismus am heutigen Gymnasium St. Augustin zu Grimma während der DDR-Zeit noch geblieben ist. Beucha 2008, ISBN 978-3-86729-030-2, S. 10
  103. Sarah Schrempel: Der Bilderstreit zwischen dem Gymnasium St. Augustin und dem Kreismuseum Grimma. Grimma 2013, S. 65–66 in: (Online PDF)
  104. Maler Günter Ketelhut ist noch immer voller Ideen, abgerufen am 23. Januar 2017
  105. Rudolf Priemer: 1989: Grimmaer Künstler malt Seume als Grenzgänger. Bild von Günter Ketelhut ist im Nebengebäude des Gymnasiums St. Augustin unterrepräsentiert. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 23. Januar 2017, Seite 28
  106. http://www.lvz.de/Region/Grimma/Grimma-ist-Gastgeber-fuer-Bekenntnislutheraner-aus-der-ganzen-Welt
  107. http://elfk.de/html/celc/celc_2017/
  108. http://elfk.de/html/celc/wp-content/uploads/2017/05/Gastinfo_St_Augustin_de.pdf
  109. http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/1933/118/0/
  110. Nach Informationen des Historikers Klausjürgen Miersch.
  111. Martina Bloi: Odyssee einer geschichtsträchtigen Glocke. S.1-3 in: Archivstäubchen – Mitteilungen aus dem Archiv der Fürstenschülerstiftung „Kurt-Schwabe-Archiv“, Nr. 6, März 2014
  112. http://www.reformationsfest2015.de/programm/sonntag-30-august-2015/
  113. Reiner Süß: Da lag Musike drin – Erinnerungen. Leipzig 2010, ISBN 978-3-937146-82-9
  114. Michael Rietz: Thomanerchor in der Fürstenschule. S. 137 in: Gymnasium St. Augustin zu Grimma (Hg.): Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550 – 2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3.
  115. Schriftliche Informationen von Klausjürgen Miersch vom 14. September 2014.
  116. http://www.archiv.sachsen.de/cps/bestaende.html?oid=01.05.06&file=22028.xml
  117. http://www.internat-grimma.de/
  118. Christian Gottlob Lorenz: Bericht über die Gründung und Eröffnung der Landesschule zu Grimma im Jahr 1550, ihre äußeren Verhältnisse und Schicksale während ihres Bestehens und über die Jubelfeiern derselben 1650, 1750 und 1850 (1850), S. 114–116
  119. Vorlage
  120. Vorlage
  121. http://www.farbdesign-uwemarx.de/
  122. Biographisches zum Altaugustiner Helmut Hoffmann
  123. http://www.druckereibode-wurzen.de/News.htm