Gymnasium Wasagasse

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Gymnasium Wasagasse
Gymnasium Wasagasse (2010)
Schulform Allgemeinbildende höhere Schule (Gymnasium)
Gründung 1871
Adresse

Wasagasse 10

Ort Wasagasse 10, 1090 Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 13′ 0,1″ N, 16° 21′ 42,1″ O48.2166916.361684Koordinaten: 48° 13′ 0,1″ N, 16° 21′ 42,1″ O
Träger Republik Österreich
Schüler etwa 650
Lehrkräfte etwa 80
Leitung Johannes Bauer
Website www.bg9.at
Das Logo der Schule

Das Gymnasium Wasagasse (Bundesgymnasium Wien IX, kurz BG9) ist eine Schule im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Eingang zur Schule

Das Wasagymnasium wurde nach Plänen von Heinrich von Ferstel 1869 bis 1871 an der Adresse Wasagasse 10 (noch im Bereich der Wiener Stadterweiterungszone) errichtet und am 16. Oktober 1871 als das K. K. Real- und Obergymnasium im XI. Bezirke in Wien eröffnet. Der Gebäudekomplex, ein Rohziegelbau, umfasst auch ein anschließendes Miethaus. Von 1877 bis 1895 hieß das Gymnasium offiziell K. K. Staatsgymnasium im XI. Bezirke Wiens, ab 1895 Maximilians-Gymnasium.

Es war über Jahrzehnte einer der Sammelpunkte der Söhne des kultivierten jüdischen Bürgertums. Um 1900 waren 70 % der Schüler jüdisch; 1938 waren es 50 %. Mit dem Beginn der NS-Herrschaft im Jahr 1938 wurde dem ein Ende gesetzt. Ins Gebäude zog die Gauleitung von Niederdonau ein. (1938 bis 1945 wurden die Schulräumlichkeiten des aufgehobenen Schottengymnasiums vom Gymnasium Wasagasse verwendet.) Der dritte Stock, in dem Büros untergebracht wurden, wurde erst Jahrzehnte später wieder zu Schulzwecken verwendet: 1938–1945 befanden sich hier Büros der NSDAP, 1945–1953 hatte hier das Zentralkomitee der KPÖ, der Kommunistischen Partei Österreichs, seinen Sitz. (Die KPÖ errichtete für sich später das Gebäude des Globus-Verlags.)

2003 wurde auf Initiative der Lehrerin Renate Mercsanits und ihrer Schüler das Schulprojekt Erinnern gestartet, um unter anderem die Schicksale ehemaliger jüdischer Schüler zu erforschen.

Im Jahr 2007 prüfte der Stadtschulrat für Wien Vorfälle am Wasagymnasium. Ein Schüler aus der dritten Klasse habe gedroht, eine Schusswaffe in die Schule mitzubringen und quäle Mitschüler. Infolge trat sein Vater, Georg Zakrajsek, Pressesprecher der Österreichischen Notariatskammer, von seiner Funktion zurück. Der Dreizehnjährige lerne von seinem Vater das Schießen. Kurz nach diesem Vorfall wechselte der Schüler die Schule.[1][2]

Nachdem der langjährige Direktor Michael Sörös zum Landesschulinspektoren ernannt wurde, folgte auf ihn als provisorischer Direktor Helmut Langegger.[3] Seit dem Schuljahr 2009/10 ist Johannes Bauer Schulleiter.

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Gedenktafel am Gymnasium

Kulturschaffende[Bearbeiten]

Wissenschaftler[Bearbeiten]

Personen aus anderen Bereichen[Bearbeiten]

Bekannte Lehrer[Bearbeiten]

Bildungsangebot und Aktivitäten[Bearbeiten]

Grafik des Bildungsangebotes

Das Wasagymnasium ist seit seiner Gründung ein humanistisches Gymnasium, an dem Latein und Altgriechisch unterrichtet werden. Zur Wahl steht aber auch neusprachliche Zweig (mit Latein und Französisch als zweite und dritte Fremdsprache) und das Realgymnasium.

Regelmäßig nehmen Schüler des Wasagymnasiums an verschiedenen Wettbewerben teil, wie z.B. dem Wiener Englisch/Französisch-Redewettbewerb und der Latein- und Griechischolympiade.

Ungefähr 90 % der Schüler besuchen nach der gymnasialen Unterstufe anschließend auch die Oberstufe.

Das Gymnasium nutzt die Möglichkeiten der Autonomieverordnung von Dezember 2003 und hat neue Oberstufenmodelle entwickelt und umgesetzt.

Das Wasagymnasium dient auch als Gastschule für chinesische Kinder in Wien, das Freifach Chinesisch wird ebenfalls unterrichtet.

Die Schule besitzt einen kleinen und einen großen Turnsaal, letzterer befindet sich in der Wasagasse 20.

Seit 2007 ist das Wasagymnasium ein Veranstaltungsort der Nox Latina, der Langen Nacht des Lateinischen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorfälle am Wasagymnasium I - Diepresse.com
  2. Vorfälle am Wasagymnasium II - Diepresse.com
  3. PDF-Elternbrief zum Direktorenwechsel
  4. Diepresse.com: „Presse“-Redaktion bestätigt Rainer Nowak als Chefredakteur. Abgerufen am 9. August 2012.
  5. Lehrer/innenanzeige des Gymnasiums Wasagasse mit Foto. bg9.at, abgerufen am 23. Februar 2012.
  6. Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien (Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 1912), S. 222

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gymnasium Wasagasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien