Gymnasium Zitadelle Jülich

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Gymnasium Zitadelle der Stadt Jülich
Der Ostflügel des herzoglichen Residenzschlosses
Der Ostflügel des herzoglichen Residenzschlosses
Schulform Gymnasium
Schulnummer 167587
Gründung 1572
Adresse

Postfach 1206, 52411 Jülich

Ort Jülich
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 55′ 32″ N, 6° 21′ 36″ OKoordinaten: 50° 55′ 32″ N, 6° 21′ 36″ O
Träger Stadt Jülich
Schüler etwa 1100
Leitung Dr. Edith Körver
Website www.gymnasium-zitadelle.de

Das Gymnasium Zitadelle der Stadt Jülich ist das größte Gymnasium im Stadtgebiet von Jülich. Es ist zudem die älteste noch bestehende Schule der Stadt und geht auf eine Gründung von Herzog Wilhelm V. dem Reichen von Jülich-Kleve-Berg zurück.

Zurzeit hat die Schule etwa 1100 Schüler und ist auf zwei Gebäude verteilt: Das Hauptgebäude in der Zitadelle und das Westgebäude (früher Katholische Grundschule) mit angeschlossenem Erweiterungsbau, der erst vor wenigen Jahren vollendet wurde.

Charakter der Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium Zitadelle unterscheidet sich von den beiden anderen Gymnasien der Stadt, Haus Overbach und dem Mädchengymnasium, die mit ihren kirchlichen Trägern eine eher katholisch-religiöse Linie verfolgen, durch seine liberale und säkulare Ausrichtung, die durch die öffentliche Trägerschaft und den hohen Anteil an Akademikerkindern unter den Schülern bedingt ist.

2009 wurde das Gymnasium Zitadelle für ihr Projekt „Tutorenprogramm von Mädchen (Klasse 10) für Mädchen (Klasse 6) in den Naturwissenschaften“ mit dem Brigitte-Gilles-Preis ausgezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pädagogische Zentrum in der Zitadelle

Gegründet wurde das älteste Jülicher Gymnasium von Herzog Wilhelm V. im Jahr 1572 als Partikularschule, Schulträger waren die Stiftsherren der Propsteikirche, neben der das erste Schulgebäude in der Stiftsherrenstraße auch lag. Ab 1664 übernahmen die Jesuiten die Trägerschaft und zogen in ein Gebäude an der Ecke Marktplatz/Kleine Rurstraße um.

Unter der französischen Herrschaft wurde 1774 die Schule kurzzeitig aufgehoben, aber bald nach der Übernahme der Herrschaft durch Preußen 1815 wieder gegründet. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens war sie zunächst zu einer einfachen Stadtschule degradiert, wurde dann aber sukzessive wieder zur höheren Stadtschule und schließlich zum erst Städtischen, dann Königlichen Progymnasium aufgebaut (um 1900). Träger war nun das Königreich Preußen und die Schule bezog ein neues Gebäude in der Neusser Straße. 1905 wurde sie wieder zum Vollgymnasium und wechselte in den unruhigen Jahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrfach den Namen – sie war erst Königliches Gymnasium, dann ab 1919 Staatliches Gymnasium, ab 1938 Staatliche Oberschule für Jungen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gymnasium 1944 und 1945 völlig zerstört, vom Ende des Krieges bis 1974 hieß sie wieder Staatliches Gymnasium Jülich. In den 1960er Jahren wurde der alte Schulbau trotz mehrerer Erweiterungen zu eng und man begann sich nach Alternativen umzusehen. Die Zitadelle Jülich war seit Kriegsende ein ungenutztes Trümmerfeld und wurde als Standort ausgewählt, 1968 begannen die Bauarbeiten. Beim Umbau der alten Festung wurde nur wenig Rücksicht auf die Historie des herzoglichen Residenzschlosses genommen, der ursprüngliche Zustand ist danach lediglich noch zu erahnen. 1972 bezog das Gymnasium den Neubau innerhalb der Wallanlagen, der auch eine eigene Sporthalle und ein naturwissenschaftliches Institut enthielt, hinzu kam das Pädagogische Zentrum als Versammlungshalle.

Durch die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre reichte auch die Kapazität des neuen Gebäudes, das für nur 850 Schüler ausgelegt war, Ende der 1970er Jahre nicht mehr aus. Die Schülerzahlen stiegen bis auf etwa 1600[1] und machten die Errichtung von Baracken innerhalb der Wälle und nahe der Gemeinschaftsgrundschule Nord am Wallgraben als Notklassenräume in den 1980er Jahren erforderlich; die GGS Nord trat zeitweise auch Klassenräume an das Gymnasium ab, in denen die Unterstufe untergebracht wurde. Erst in den frühen 1990er Jahren wurden die Baracken nicht mehr benötigt und konnten abgerissen werden. Die Unterstufe (Jahrgangsstufen 5 und 6) fand in der Folgezeit Unterschlupf im ehemaligen Gebäude der Katholischen Grundschule an der Düsseldorfer Straße, welche ins Schulzentrum übersiedelte. Neben diesen beiden Gebäuden nutzt das Gymnasium die Sporthalle der GGS Nord und die neben dem Westgebäude gelegene Halle. Außerdem nutzt das Gymnasium auch die Halle in der Berliner Straße. 2004 wurde der Erweiterungsbau des Westgebäudes feierlich eingeweiht, in dem jetzt die Jahrgangsstufe EF untergebracht ist. Seit dem Jahre 2008 ist das Gymnasium Zitadelle Agenda21-Schule.

Außerschulische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium nimmt regelmäßig an landesweiten Wettbewerben teil, sei es an der Mathematikolympiade oder an verschiedenen Forschungsprojekten. Auch bei Zitadellenfesten spielt das Gymnasium eine große Rolle. Es besteht eine Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich.

Traditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • jährlicher Weihnachtsbasar & Tag der offenen Tür
  • jährliche Mathematik-, Leichtathletik- & Turnolympiade
  • Abi-Gag & Karnevalssitzung
  • Gottesdienstbesuch am letzten Schultag vor den Ferien
  • jährlicher Tanzabend
  • Schulaustausch mit Schulen in Collingswood (USA), Metz (Frankreich) und Krakau (Polen)[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1593 Schüler werden am Gymnasium Zitadelle von 98 Lehrern unterrichtet, Artikel in den Jülicher Nachrichten (1. Lokalseite) vom 16. August 1979
  2. Austauschfahrten | Gymnasium Zitadelle Jülich. Abgerufen am 16. April 2018 (deutsch).