Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss

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Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss Mainz
Logo Schlossgymnasium Mainz.JPG
Schulform Gymnasium
Gründung 1831
Ort Mainz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 0′ 26,6″ N, 8° 16′ 11″ OKoordinaten: 50° 0′ 26,6″ N, 8° 16′ 11″ O
Träger Mainz
Schüler zirka 1200
Lehrkräfte zirka 120
Leitung Karin Ding
Website www.schloss-online.de

Das Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss Mainz ist ein staatliches, naturwissenschaftliches und sprachliches Gymnasium in Mainz-Altstadt. Etwa 1200 Schüler werden von rund 120 Lehrkräften unterrichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss wurde 1831 als städtische Realschule eröffnet und bereits 1836 zur Großherzoglichen Provinzial-Realschule verstaatlicht. 1854 wurde Friedrich Karl Ludwig Schoedler (1813–1884) Direktor der Schule, die zwischenzeitlich rund 300 Schüler zählte. Ab 1863 wurde israelitischer Religionsunterricht an der Realschule angeboten, der vom Mainzer Rabbiner, damals Joseph Aub, gegeben wurde.

Die Realschule wurde 1884 zum Realgymnasium aufgewertet und bezog zwei Jahre später ein neues Gebäude in der Steingasse in der Mainzer Altstadt. Ab 1912 wurde ein Neubau im nordwestlichsten Teil der Mainzer Altstadt nördlich des Kurfürstlichen Schlosses errichtet. Während des Dritten Reiches hieß die Schule „Hermann-Göring-Oberschule für Jungen“.[1] Seit 1950 trägt die Schule die Bezeichnung „Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss“.[2]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang Schloßgymnasium
Büsten an der Hauptfassade

Das Gebäude des Gymnasiums am Kurfürstlichen Schloss wurde 1914 vom Mainzer Stadtbaumeister Adolf Gelius als Realgymnasium errichtet. Gegenüber dem prächtigen Renaissancebau des Kurfürstlichen Schlosses gelegen, wurde das Gymnasium bewusst in schlichten Formen gehalten. Der Südflügel mit der Hauptfassade an der Dieter-von-Isenburg-Straße ragt weit in die Flucht der Greiffenklaustraße ein und betont so den an der Südwestecke liegenden Haupteingang. Vor dem Haupteingang entsteht durch einen Versprung gegenüber der Nachbarbebauung ein Vorplatz, der ausreichend Abstand zum gegenüberliegenden Schloss schafft. Dieser bildet auch den Auftakt zum Haupteingang der Schule, der mit tuskischen Säulen in das mit rustiziertem Mauerwerk gestaltete Sockelgeschoss eingeschnitten ist. Der Sturz über dem Eingang ist mit Reliefs von stilisierten Pflanzen und Fabelwesen geschmückt.

Oberhalb des Sockelgeschosses schließen sich drei Vollgeschosse an, die zwischen dem zweiten und dritten Obergeschoss durch ein Gesims waagerecht gegliedert werden. An der Hauptfassade sind über den mittleren vier Fenstern des 1. Obergeschosses Büsten der vier Wissenschaftlern angebracht, die das Bildungsideal der Schule repräsentieren: für die Geschichtswissenschaft Theodor Mommsen, für die Naturwissenschaften Hermann von Helmholtz, Justus Liebig und Friedrich Karl Ludwig Schoedler.

Der ursprünglich ein Geschoss niedrigere Nordflügel an der Greiffenklaustraße wurde 1953 aufgestockt. Die gesamte Schulanlage erfuhr 1984 weitreichende Um- und Neubauten. Dennoch prägt das Schulgebäude das Erscheinungsbild der Denkmalzone nördlich des Kurfürstlichen Schlosses stark mit und steht daher unter Denkmalschutz.[3]

Bekannte Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Nikolaus Becker (* 1932), emeritierter Dompräbendat und externer Richter im Bischöflichen Offizialat Mainz, unterrichtete von 1960 bis 1965 als Religionslehrer am Gymnasium
  • Anton Maria Keim, späterer Kulturdezernent der Stadt Mainz, deutscher Historiker und Autor
  • Helmut Schäfer (* 9. Januar 1933 in Mainz) ist ein deutscher Politiker (FDP). Er war von 1987 bis 1998 Staatsminister im Auswärtigen Amt.

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leo Trepp (Abitur: 1931), Rabbiner und Theologieprofessor
  • Günther Fleckenstein (Abitur: 1941), Theaterregisseur, Dramaturg und Theaterintendant
  • Hugo Brandt (Abitur: 1949), Politiker
  • Herbert Bonewitz (Abitur: 1953), Kabarettist
  • Fred Breinersdorfer, (Abitur 1966) Drehbuchautor, Filmproduzent und Rechtsanwalt
  • Bernd Brunn, (Abitur 1967), Richter am Bundesverwaltungsgericht
  • Michael Linden (Abitur: 1967), deutscher Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychologischer Psychotherapeut
  • Jürgen Häfner (Abitur: 1978), Jurist und rheinland-pfälzischer Landespolitiker der SPD
  • Roman Neustädter (Abitur: 2007), russischer Fußball-Nationalspieler

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Programm der Großherzoglichen Realschule zu Mainz. Mainz 1859–1875 (Digitalisat)
  • Programm der Großherzoglichen Realschule I. und II. Ord. zu Mainz für das Schuljahr … Mainz 1876–1884 (Digitalisat)
  • Programm des Großherzoglichen Realgymnasiums und der Realschule zu Mainz für das Schuljahr … Main 1885–1898 (Digitalisat)
  • Programm des Großherzoglichen Realgymnasiums, der Realschule und der Höheren Handelsschule zu Mainz für das Schuljahr … Mainz 1899–1902 (Digitalisat)
  • Programm des Großherzoglichen Realgymnasiums, der Ober-Realschule und der Höheren Handelsschule zu Mainz für das Schuljahr … Mainz 1903–1906 (Digitalisat)
  • Karl Beck: Geschichte der Mainzer Realschule. (Realschule, Realgymnasium, Höhere Handelschule, Oberrealschule). Mainz 1906 (Digitalisat)
  • Jahresbericht des Großherzoglichen Realgymnasiums zu Mainz für das Schuljahr … Mainz 1907–1917 (Digitalisat)
  • Jahrhundertfeier der Mainzer Realanstalten. 1831–1931. Festschrift des Realgymnasiums, o.O. [Mainz] o.J. [1931].
  • Staatliches Gymnasium am Kurfürstlichen Schloß Mainz (Hg.), 150 Jahre Staatliches Gymnasium am Kurfürstlichen Schloß zu Mainz. 1831–1981, zwei Bände, o.O. [Mainz] o.J. [1981].
  • Dass. (Hg.), 150 Jahre Staatliches Gymnasium am Kurfürstlichen Schloß zu Mainz. 1831–1981. Dokumentation der Jubiläumsveranstaltung [auf dem Deckblatt: … Jubiläumsveranstaltungen], o.O. [Mainz] o.J. [2006].
  • Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss (Hg.), 175 Jahre Schlossgymnasium Mainz. Festschrift [auf dem Deckblatt: 175 Jahre Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss Mainz. Festschrift], o.O. [Mainz] o.J. [2006].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. schloss-online.de
  2. regionalgeschichte.net
  3. Stadt Mainz – Stadterweiterungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. In: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 2.1. Schwann, Düsseldorf 1986, ISBN 3-590-31032-4, S. 74.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]