Gymnasium am Moltkeplatz

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Gymnasium am Moltkeplatz
Gymn-moltkeplatz.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1819
Adresse

Moltkeplatz 12

Ort Krefeld
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 20′ 20,7″ N, 6° 34′ 45″ O51.3390826124576.5791716993159Koordinaten: 51° 20′ 20,7″ N, 6° 34′ 45″ O
Träger städtisch
Schüler ca. 750
Lehrkräfte ca. 65
Leitung Rolf Neumann
Website www.moltke.de
Ober-Real-Gymnasium um 1910
Luftaufnahme der Gebäudeanlagen

Das Gymnasium am Moltkeplatz, umgangssprachlich als „Moltke“ bezeichnet, im Ortsteil Cracau von Krefeld wurde 1819 gegründet und ist ein städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Vorgeschichte des ältesten Gymnasiums der Stadt gehört die erste Krefelder Lateinschule mit Ursprung im 17. Jahrhundert. Als Gründungsdatum der aus der reformiert-protestantischen Gemeinde initiierten höheren Stadtschule gilt der 1. Oktober 1819, als „sang- und klanglos“ das erste Schulhaus, das vormalige Unterpräfekturgebäude, bezogen wurde. Die Initiatoren waren etwa 30 reiche Krefelder Familien. Die Schule aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren und damit als Einrichtung für jedermann bereitzustellen, lehnte der Landrat mit dem Bemerken ab, „die Unbemittelten (brächten) ihre Kinder lieber an den Spultisch als an den Schultisch …, und sich selbst zum Besten der Schule zu besteuern, seien die vermögenden Bürger gar nicht geneigt“. Die erforderlichen Mittel wurden nun in passender Auslegung des Testaments der von dem Tabakhändlererben und Privatier Adolf Wilhelm Scheuten begründeten „Scheutenschen Stiftung“ durch diese aufgebracht.[1] 1860 wurde die Stiftungsschule als städtische Realschule übernommen und entwickelte sich zum Realgymnasium. 1926 wurde die Institution zum Realreformgymnasium. Nach 1933 wurde die Schule im Sinne des Nationalsozialismus nach zwei Krefelder „Fliegerassen“ des Ersten Weltkriegs und ehemaligen Schülern, Emil Schäfer und Werner Voß, in „Schäfer-Voss-Schule“ umbenannt. Nach dem Ende des Nationalsozialismus verlor sie diese Bezeichnung wieder und erhielt den heutigen Schulnamen. Das schulische Profil war nun das eines neusprachlichen Gymnasiums mit altsprachlichem Zweig.[2]

Architektur[Bearbeiten]

Das Gymnasium befindet sich seit 1915 in einem symmetrisch angelegten Altbau im Stil eines gemäßigten Klassizismus, der aufgrund der Architektur ausreichend Platz bietet und zu den interessanten Gebäuden der Stadt zählt. Der Entwurf des Gebäudes stammte von Prof. August Biebricher. Im Zweiten Weltkrieg wurde in der Nacht vom 2. Oktober 1942 der Ostflügel des Schulgebäudes schwer beschädigt. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Schulangebot[Bearbeiten]

Sprachangebot[Bearbeiten]

Das Unterrichtsangebot der Schule umfasst die Sprachen Latein, Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch.

Schulaustauschprogramme[Bearbeiten]

  • Marvin Ridge High School, Charlotte (USA)
  • Norton Knatchbull School, Ashford (England)
  • Liceum Ogolnoksztalcace, Krakau (Polen)

„Moltke für Afrika“ (MfA)[Bearbeiten]

1998 wurde von Schülerinnen und Schülern die Arbeitsgruppe „Moltke für Afrika“ gegründet[3], in dem sich Schüler, Lehrer und Eltern mit Spendensammlungen im Rahmen der Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm engagieren. Im Osten des Landes entsteht dort die „Moltke School for Africa“. Fast 4/5 der hierfür erforderlichen Summe von 50.000 € wurden bereits gesammelt.

Ursprünglich hatte Karlheinz Böhm 1992 die Schule besucht und zu den Missständen zwischen Arm und Reich vorgetragen. 2000 besuchte seine Frau Almaz Böhm erstmals die 1998 gegründete Arbeitsgemeinschaft und im Dezember 2004 erneut, diesmal gemeinsam mit ihrem Mann. 2005 ging aus der Arbeitsgemeinschaft der heutige Verein „Moltke-Schüler für Afrika e.V.“ hervor.

Bekannte Schulangehörige[Bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alle Angaben nach: Karl Rembert (Hrsg.), Realgymnasium zu Crefeld. Festschrift zur Erinnerung an hundert Jahre Schularbeit. Den Schülern und Freunden der Anstalt gewidmet, Crefeld o. J. (1919)
  2. Benjamin K.J. Ries: Das Gymnasium am Moltkeplatz und seine Geschichte.
  3. www.moltkefuerafrika.de: Gründung der Arbeitsgruppe