Gynäkotropie
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Der Begriff Gynäkotropie (Synonym: Gynäkotropismus) bedeutet, dass von einer medizinischen Abweichung (etwa in Bezug auf eine Behinderung, Chromosomenbesonderheit, Erkrankung oder Fehlbildung) bevorzugt das weibliche Geschlecht betroffen ist. Das bedeutet, dass die Abweichung bei Mädchen und Frauen häufiger auftritt und damit das Geschlechterverhältnis deutlich unausgeglichen ist.[1] Die Entsprechung zu Gynäkotropie beim männlichen Geschlecht ist Androtropie.
Beispiele für Erkrankungen mit einer Gynäkotropie sind:
- Multiple Sklerose,
- Aicardi-Syndrom,
- Anenzephalie, Holoprosenzephalie,
- Edwards-Syndrom (Trisomie 18),
- Susac-Syndrom, Pierre-Robin-Sequenz,
- Cri-du-chat-Syndrom, Rett-Syndrom (bisher nur bei Mädchen beobachtet, Stand 1993),[2]
- Albright-Syndrom (McCune-Albright(-Sternberg)-Krankheit),
- Acanthosis nigricans, Sneddon-Syndrom, Dermatosis papulosa nigra,
- Bloch-Sulzberger-Syndrom, Stilling-Tuerk-Duane-Syndrom, Lupus erythematodes (systemisch),
- Antiphospholipid-Syndrom (Hughes-Syndrom), Dermatomyositis, Sjögren-Syndrom,
- Hashimoto-Thyreoiditis und weitere Autoimmunkrankheiten.[3]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
- ↑ Abschnitt zum Rett-Syndrom in: Weltgesundheitsorganisation (1993). Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien. 2., korr. Auflage. Verlag Hans Huber, Bern, Schweiz.
- ↑ Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. In: Hans Vogl: Lexikon der klinischen Krankheitszeichen und Befunde. Reinhardt, Basel/ München 1994, ISBN 3-8252-8066-7