Häntzschelstiege

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Video von der Durchsteigung der Häntzschelstiege

Die Häntzschelstiege ist ein Klettersteig in der Sächsischen Schweiz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiege liegt in der Gemarkung Ostrau und gehört damit zu Bad Schandau. Sie führt vom Fuß des Bloßstocks in den Affensteinen bis zur Spitze des Langen Horns, nördlich des Großen Winterbergs. Die Häntzschelstiege überwindet dabei auf einer Länge von 700 m einen Höhenunterschied von rund 160 Metern. Nach der Ende der 1990er Jahre erfolgten Sanierung zählt die Stiege 516 Stufen. Sie besteht aus zwei Teilen, zwischen dem unteren und dem oberen Teil wird der Steig von der Oberen Affensteinpromenade gekreuzt. Beide Teile können damit auch unabhängig voneinander begangen werden.

Geschichte der Stiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelegt wurde der Klettersteig in den 1960er Jahren durch Rudolf Häntzschel aus Sebnitz, dem die Stiege auch ihren Namen verdankt. Er baute den Steig aus eigener Initiative, ohne offizielle Erlaubnis und weitgehend im Alleingang mit Material, das er teilweise von Schrottplätzen gewonnen hatte. Er benötigte dafür an die zehn Jahre[1]. Die Stiege entwickelte sich schnell zu einer beliebten Tour. Dies führte 1986 zu ersten Sanierungsarbeiten durch Anlage zusätzlicher Holzstufen am Einstieg, da die hohe Frequentierung dort zu erheblichen Erosionsschäden geführt hatte. Nachdem die eisernen Tritte und Seile im Laufe der Jahre allmählich marode wurden, gab es 1998 Pläne der Nationalparkverwaltung die Stiege zu sperren. Dagegen gab es massive Proteste von Wandervereinen, dem Sächsischen Bergsteigerbund und der Sächsische-Schweiz-Initiative[2][3]. Daraufhin wurde zunächst der untere Teil saniert, im Jahr 2002 auch der obere Teil.

Seit der Sanierung des oberen Teils wird die Stiege deutlich schwerer eingestuft, da früher verwendete Metallbleche durch einfache Stahlbügel ersetzt wurden. Die Begehung ist nur im Aufstieg gestattet. Für Kinder wird eine Nachstiegssicherung mit Gurt und Kletterseil empfohlen.[4] Schwindelfreie und trittsichere Wanderer können die Stiege bei trockenem Wetter auch ohne Klettersteigset begehen.

Frequentierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Häntzschelstiege wird im Jahr von etwa 100.000 Wanderern begangen, an einzelnen Tagen sind knapp 1.000 Kletterer auf dem Steig unterwegs (Stand April 2017). Die Verwaltung des Nationalparks Sächsische Schweiz schätzt, dass etwa acht bis zehn Prozent der Kletterer jedoch den Aufstieg aufgrund des hohen Anspruchs wieder abbrechen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Rölke (Hrsg.): Stiegen-Wanderführe Sächsische Schweiz. Unterwegs auf schmalen Pfaden und den schönsten Stiegen., Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden 2012, ISBN 978-3-934514-27-0.
  • Axel Mothes: Der Weg ist das Ziel. Ein Streifzug über 50 Steiganlagen der Sächsischen Schweiz. Eigenverlag, Halle 2005.
  • Michael Bellmann: Klettersteigführer für die Klettersteige und Stiegen in der Sächsischen Schweiz: Die 100 schönsten Steiganlagen der Sächsischen Schweiz, Heimatbuchverlag, Dresden 2012, ISBN 978-3-937537-42-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.wanderpfade.de/index.asp?kat=16&wp=450
  2. http://www.1999er.gipfelbuch.de/pagenp18.htm
  3. http://www.ssi-heft.de/www_archiv/zwinki/wawe.html
  4. Klettersteigbeschreibung Häntzschelstiege (abgerufen am 27. September 2012)
  5. "Mutprobe Häntzschelstiege", Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 26.04.2017

Koordinaten: 50° 55′ 6″ N, 14° 14′ 9″ O