Härte (Film)

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Film
Originaltitel Härte
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Rosa von Praunheim
Drehbuch Nicolas Woche,
Jürgen Lemke,
Rosa von Praunheim
Produktion Rosa von Praunheim
Musik Andreas Wolter
Kamera Nicolai Zörn,
Elfi Mikesch
Schnitt Mike Shephard
Besetzung
Cast & Crew des Films bei der Berlinale 2015: Andreas Marquardt, Katy Karrenbauer, Rosa von Praunheim, Nicolas Woche, Jürgen Lemke (v. l. n. r.)

Härte ist eine deutsche Filmbiografie von Rosa von Praunheim über den deutschen Kampfsportler (Karate-Weltmeister) und ehemaligen Zuhälter Andreas Marquardt, basierend auf dessen 2006 veröffentlichter Autobiografie.

Der Film hatte 2015 seine Uraufführung bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin und eröffnete die Sektion „Panorama“,[2][3][4] unter anderem wurde er im selben Jahr beim Zinebi-Festival in Bilbao, beim Montreal World Film Festival, beim Vancouver International Film Festival sowie beim Chicago International Film Festival gezeigt. Härte fand auch im asiatischen Raum viel Beachtung und wurde zum Beispiel in Kyōto, Tokyo, beim Hong Kong International Film Festival und beim Chennai International Film Festival aufgeführt.[5] Der Kinostart war 2015, im Fernsehen wurde der Film unter anderem 2018 in der ARD ausgestrahlt.[6]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schwere Kindheit hat Andreas Marquardt für das Leben geprägt. Als 2-Jährigen übergießt ihn der Vater mit Wasser und stellt ihn bei Minusgraden auf den Balkon. Als er sechs Jahre alt ist, beginnt ihn die Mutter zu missbrauchen. Seine Aggressionen als Erwachsener kanalisiert er im Kampfsport. Als ihm angeboten wird, im Rotlichtmilieu zu arbeiten, gerät er in eine Welt aus Geld, Gewalt und Prostitution. Traumatisiert von sexuellen Erfahrungen mit seiner Mutter, tritt er seinen Frauen gegenüber roh und herrisch auf, was bei einigen zu seiner Verwunderung gut ankommt. Als er auf die Buchhalterin Marion trifft, will er sie für sich als Prostituierte arbeiten lassen. Gelangweilt von ihrem tristen Arbeitsalltag willigt sie ein. Für seine Machenschaften sitzt Marquardt später acht Jahre im Gefängnis ein. Niemand hält zu ihm außer Marion, die er sogar am Weihnachtsabend auf den Strich schickte. Sie liebt ihn trotz allem und macht ihm Mut, den Weg zurück in ein bürgerliches Leben zu finden. Als er entlassen wird, gründen beide eine Kampfsportschule in Berlin-Neukölln und engagieren sich sozial für Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist eine Produktion der Rosa von Praunheim Filmproduktion in Koproduktion mit dem Westdeutschen Rundfunk, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und Arte. Filmförderung erhielt die Produktion von der Filmförderungsanstalt sowie der Film- und Medienstiftung NRW, die den Film mit 30.000 Euro unterstützte.[7] Der Filmverleih für die Kinoauswertung liegt bei missingFILMs.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Zeitung urteilte, „dieser Film tut weh“. Er zeige „Gewalt, die nicht mit Fäusten verübt wird“ und sei eine „subtilere, aber nicht weniger grausame Grenzüberschreitung, vor der niemand gefeit ist“. Die Rückblicke in Marquardts Leben in „theaterähnlichen Kulissen in Schwarz-Weiß“ seien „Kammerspiele der sozialen Verrohung“.[8] Die Filmwebsite kino.de bezeichnet den Film als „ungewöhnliche[s], gleichermaßen wuchtige[s] wie eindringliches Dokument, [das] zugleich die typische Praunheim-Handschrift trägt“.[9] Die Zeitschrift Stern urteilte, der Film sei ein „erschütterndes, bedrückendes und zugleich Mut machendes Werk“. Insbesondere die Darstellung der Missbrauchssituationen sei „teilweise nur schwer zu ertragen“. Es wird hervorgehoben, dass das Thema der sexualisierten Gewalt durch Mütter bisher nur selten ein Thema in den öffentlichen Medien gewesen sei.[10] Das Kulturmagazin Kunst+Film schrieb, der Titel würde dem Film alle Ehre machen, „er zeichnet hart und schonungslos wie sein Protagonist dessen schillerndes Leben nach.“ Die minimalistische Ausstattung des Films wurde als gelungenes Stilmittel gelobt, diese „Beschränkung aufs Wesentliche prägt intensive atmosphärische Dichte […]. Zudem hat Praunheim wunderbare Darsteller gefunden. Katy Karrenbauer als Mutter zeigt großen Mut zur unsympathischen Hässlichkeit mit vollem, auch nacktem, Körpereinsatz. Hanno Koffler als junger Andreas überzeugt ebenso wie Luise Heyer als seine Dauerfreundin Marion.“[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Härte. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2015 (PDF; Prüf­nummer: 150 574 K).
  2. Härte. Internationale Filmfestspiele Berlin, abgerufen am 30. März 2015.
  3. a b Härte. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 30. März 2015.
  4. Berlinale 2015: Spielfilmauswahl der Sektion Panorama abgeschlossen. filmportal.de, abgerufen am 1. März 2022.
  5. Tough Love. m-appeal, abgerufen am 10. März 2022.
  6. Härte. Prisma (Fernsehzeitschrift), abgerufen am 10. März 2022.
  7. Company Credits. Internet Movie Database, abgerufen am 30. März 2015.
  8. Kerstin Krupp: Dein Schwanz gehört mir! Berliner Zeitung, 5. Februar 2015, abgerufen am 30. März 2015.
  9. Härte. In: kino.de. 2015, abgerufen am 30. März 2015.
  10. "Härte": Missbrauchsdrama mit Katy Karrenbauer. (Nicht mehr online verfügbar.) Stern, 20. April 2015, archiviert vom Original am 25. April 2015; abgerufen am 13. Oktober 2016.
  11. Härte. Kunst+Film, 2017, abgerufen am 22. April 2022.
  12. Deutscher Filmpreis 2015: Sonderpreise für Katy Karrenbauer und Alexander Fehling. Film- und Medienstiftung NRW, abgerufen am 10. März 2022.
  13. Härte. Deutscher Filmpreis, abgerufen am 10. März 2022.
  14. „Härte" und „Iraqi Odyssey" mit Platzierungen beim Panorama-Publikumspreis. Film- und Medienstiftung NRW, abgerufen am 10. März 2022.
  15. Rosa von Praunheim - Awards. Internet Movie Database, abgerufen am 10. März 2022.