Häufigkeit

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Unter einer Häufigkeit versteht man die Anzahl von Ereignissen, meistens innerhalb einer Zeitspanne und oft in Bezug zu einer Vergleichsgröße. Bei periodischen Vorgängen wird die Anzahl in einer Zeitspanne in Bezug auf diese Zeitspanne auch Frequenz genannt.

Darüber hinaus wird in der Statistik das Wort Häufigkeit nicht nur auf Ereignisse, sondern auch auf Objekte angewandt.

Häufigkeitsbegriff[Bearbeiten]

Festlegung[Bearbeiten]

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Angabe der statistischen Häufigkeit zwei Auslegungen des Begriffs:[1][2]

Dabei ist die Zählung in ihrer Dauer immer begrenzt.
  • relative Häufigkeit: Anzahl der Ereignisse relativ zu einer Vergleichsgröße; auch: Anzahl der Elemente einer Teilmenge relativ zur Anzahl der Elemente der Grundmenge
Die Vergleichsgröße unterliegt ebenfalls einer Eingrenzung, oft zeitlicher oder räumlicher Art; etwa die Bevölkerungsdichte je nach Stadtgebiet; die regionale oder jahreszeitliche Blitzhäufigkeit, die als Anzahl in einer Zeitspanne in einem festgelegten Gebiet oder als Anzahl pro Zeit oder Fläche angegeben werden kann.

Davon unabhängig wird zwischen erwarteter Häufigkeit und beobachteter Häufigkeit unterschieden. Auf einige Anwendungen in besonderen Zusammenhängen wird weiter unten verwiesen.

Die grafische Darstellung der Häufigkeit in Abhängigkeit von einem quantifizierbaren Merkmal ist die Häufigkeitsverteilung.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Vielfältigkeit in der Verwendung sollen folgende Fragen und Antworten zeigen. (Ob die Antworten numerisch korrekt sind, ist hier irrelevant.)

  • „Wie häufig zieht ein Mensch in Deutschland um?“ – Im Durchschnitt alle 7 Jahre (Verhältnis zu einer Zeitspanne) oder Achtmal in seinem Leben (Anzahl in einer gegebenen Zeitspanne; dabei wird oft die Zeitspanne weggelassen).
  • „Wie häufig kommt es zu einem Unfall?“ – In Deutschland jährlich 8,5 Millionen mal (Anzahl in einer gegebenen Zeitspanne und bei festgelegter Grundmenge (Bevölkerung in Deutschland)) oder Im Jahr 2004 10 % der Bevölkerung (Verhältnis zu einer Vergleichsgröße, bei festgelegter Zeitspanne).
  • „Wie häufig kommt es unter Neugeborenen zu einer Fehlbildung?“ – Zwei Prozent (Verhältnis zur Anzahl aller Neugeborenen).
  • „Wie häufig gibt es im Stadtpark eine Sitzbank?“ – Alle hundert Meter oder Fünf pro Hektar oder Eine pro tausend Einwohner.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Das Adjektiv häufig bedeutete noch im 16. Jahrhundert eigentlich „haufenweise“, seit dem 18. Jahrhundert „oft“.[3] Es bedeutet also so viel wie „in großer Zahl vorkommend, sich wiederholt ereignend“ oder „zahlreich in großer Zahl, in großer Menge“.[4] Haufenweise bedeutet auch „in Haufen, in Massen“[5] oder „in Scharen, massenhaft“.[6]

Ähnliches gilt für das Wort Häufung, das so viel bedeuten kann wie „Lagerung in großen Mengen“, aber auch „Ansammlung, häufiges Vorkommen (von Erscheinungen, Ereignissen)“.[4] Das Wort Häufung kann sich auch auf die „Handlung des Häufens“ etwa von Erde oder der Häufung der Geschäfte beziehen, ebenso wie das Wort Häufeln.[7]

Das Wort Häufigkeit wird manchmal auch im Sinne von Frequenz, also räumlicher oder zeitlicher Dichte des Auftretens verwendet. So verweist die Brockhaus Enzyklopädie beim Wort Häufigkeit im Kontext der Sprachwissenschaft auf das Lemma Frequenz.[8] Hier findet sich, dass das Wort Frequenz im Lateinischen für Häufigkeit steht. Die Frequenz eines Wortes meint die Häufigkeit, mit der ein Wort innerhalb eines bestimmten Textes oder einem Textkorpus auftritt. Aufgrund der Häufigkeitsverteilungen können Häufigkeitswörterbücher erstellt werden, die Auskunft über die Gebrauchshäufigkeit eines Wortes geben.[8]

Das Wort Frequenz ist Fachsprache im 17. Jahrhundert und aus dem Lateinischen „frequentia“ in der Bedeutung „Häufigkeit“ entlehnt. Dies ist ein Abstraktum zu lateinisch „frequentis“ = „häufig“ und verwandt mit lateinisch fracīare für „stopfen“.[9]

„Im Übrigen ist Häufigkeitszahl oder Häufigkeitsziffer die Zahl, die angibt, wie oft ein Ereignis innerhalb einer Zeitspanne eintritt oder eine bestimmte Erscheinung sich wiederholt.“

nach Duden[4]

Besondere Häufigkeitsbegriffe[Bearbeiten]

Beispiele für spezielle Anwendungen des Häufigkeitsbegriffs:

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Häufigkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Kohn, Riza Öztürk: Statistik für Ökonomen: Datenanalyse mit R und SPSS. Springer, 2010, S. 24 ff
  2. Rainer Diaz-Bone, Christoph Weischer (Hrsg.): Methoden-Lexikon für die Sozialwissenschaften. Springer VS, 2015, S. 171
  3. Elmar Seebold (Herausgeber): Kluge: Etymologisches Wörterbuch Der Deutschen Sprache. Walter de Gruyter, Berlin/New York: 2002, S. 396, ISBN 3-11-017473-1
  4. a b c Werner Scholze-Stubenrecht: Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 10 Bänden. Band 4, Bibliographisches Institut & F.F. Brockhaus AG, Mannheim 1999, S. 1690. ISBN 978-3-411-04773-4
  5. Joachim Heinrich Campe: Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 2. Schulbuchhandlung, Braunschweig 1808, S. 563
  6. Renate Wahrig-Burfeind: Illustriertes Wörterbuch der deutschen Sprache. ADAC Verlag, München 2004, S. 362. ISBN 3-577-10051-6
  7. Moriz Heyne: Deutsches Wörterbuch (Band 2), S. Hirzel, Leipzig 1906, S. 70
  8. a b Annette Zwahr: Brockhaus Enzyklopädie, 21. Auflage, F. F. Brockhaus, Mannheim 2006, Band 12
  9. Elmar Seebold (Editor): Kluge: Etymologisches Wörterbuch Der Deutschen Sprache. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, S. 396. ISBN 3-11-017473-1