Häuslingen

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde Häuslingen in Niedersachsen; zu anderen Bedeutungen siehe Häuslingen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Häuslingen
Häuslingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Häuslingen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 49′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Landkreis Heidekreis
Samtgemeinde: Rethem/Aller
Höhe: 16 m ü. NHN
Fläche: 13,58 km2
Einwohner: 795 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27336
Vorwahl: 05165
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 013
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 18
27336 Häuslingen
Webpräsenz: www.haeuslingen.de
Bürgermeisterin: Dr. Kathrin Wrobel (CDU)
Lage der Gemeinde Häuslingen im Landkreis Heidekreis
Karte

Häuslingen ist eine Gemeinde im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuslingen liegt zwischen Rethem (Aller) und Verden (Aller). Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Rethem/Aller an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Rethem (Aller) hat.

Die beiden Ortsteile der Gemeinde sind Groß Häuslingen und Klein Häuslingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung findet der Ort im Jahr 1220 als „Huchelem“. Weitere Bezeichnungen des Ortes sind um 1227 Huochelem, 1229 Huochselem, 1237 Huocselem, 1255 in maiori hucselem, 1295 Wickerim de Hucselem, um 1329 Lutten, Groten Huslem, 15. Jh. Hulsinge, Hulsingen, um 1800 von Grossen und Kleinen Häuslingen.

Die erste Besiedlung wurde im Bereich des Hunnenberges nachgewiesen. Bei dem Hunnenberg handelt es sich um eine Binnenlanddüne. Nach Heinrich Imhagen, dem ehemaligen Lehrer und Ortschronisten, bedeutet dieser Name „Pfahlhausheim“ oder auch „Hügelhausheim“. Dieses mag darin begründet liegen, dass der Ort im Urstromtal der Aller hochwassersicher auf einer kleinen Anhöhe liegt. Häuslingen bedeutet „hervorragender Hügel, Berg, Haufen“ mit dem Zusatz „-sel-“ für „Siedlung“ (so auch in Ortsnamen wie Brüssel, Bruchsal, Uppsala u. a.).[2]

Nachdem 1905 Probebohrungen nach Kali 200 m unter der Erdoberfläche fündig wurden, begann man 1911 mit der Anlage des Schachtes und 1912 mit der Förderung. Für den Kaliabbau führte man im Jahr 1910 die Trasse der Kleinbahn Verden – Walsrode durch den Ort. In der Folgezeit kam es zu einer stürmischen wirtschaftlichen Entwicklung der Region, die erst 1924/25 mit der Schließung aller Kalischächte im Allertal endete.

Nach Schließung der Stollen wurde kurzzeitig erwogen, hier Atommüll zwischenzulagern. An den Kalibergbau erinnern heute nur wenige hinterlassene Gebäude, ein weißer Kalisalzberg, ein gastronomischer Betrieb mit dem Namen „Glück auf“ sowie die ehemalige Bahntrasse, die heute Teil eines Rundwanderweges ist.[3]

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Häuslingen durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Groß Häuslingen und Klein Häuslingen gebildet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Häuslingen setzt sich aus neun Ratsfrauen und -herren (fünf CDU, vier SPD) zusammen.

(Stand: Kommunalwahl vom 11. September 2011)

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin ist seit 2006 Kathrin Wrobel (CDU).

Bürgermeister von Häuslingen:

  • Dreyer Alfred (1912-1996): 1974 - 1986
  • Kuhr Armin (1952-2000): 1986 - 2000
  • Voige Cort-Brün (* 1962): 2001 - 2006

[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Gold mit einer strahlenden Sonne unter einem Sparren in gewechselten Farben.“

Der Name der Gemeinde leitet sich von „Haus“ ab, was durch das stilisierte Dach (heraldisch „Sparren“) versinnbildlicht wird. Das Wappen und damit auch der Sparren ist aus zwei Hälften zusammengesetzt, da die jetzige Gemeinde Häuslingen aus den zwei früher selbständigen Gemeinden Groß Häuslingen und Klein Häuslingen gebildet wurde, die auch heute noch als zwei separate Ortsteile erkennbar sind. Die Sonne ist ein uraltes Symbol für Leben, Lebenskraft und Glück. Zudem kann die Sonne auch als Sinnbild dafür gesehen werden, dass sich Häuslingen seit vielen Jahren und als eine der ersten Gemeinden für die Erzeugung erneuerbarer Energien eingesetzt hat. Das damals aufgelegte Solar-Förderprogramm war zu seiner Zeit und auch länger danach einzigartig. So wird mit der Sonne eine Symbolik gespannt, die von frühester Menschheitsgeschichte bis in die Zukunft reicht. Die Farben Rot und Gold stehen für die jahrhundertelange Zugehörigkeit Häuslingens zu den welfischen Landen, deren Stammwappenfarben Rot und Gold waren.

Auf der Sitzung am 14. Juli 2011 hat sich der Gemeinderat von Häuslingen entschieden, ein Wappen zu führen. Im Vorfeld wurde der bekannte Publizist und Heraldiker Dr. Arnold Rabbow aus Berlin beauftragt ein Wappen für die Gemeinde zu erarbeiten. Aus einigen Vorschlägen haben sich Häuslinger Einwohner auf einer offiziellen Präsentationsveranstaltung für das angenommene Wappen ausgesprochen.

Alte Schule in der Dorfstraße 1

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kalihalde Groß Häuslingen erinnert noch heute an die Zeit des Kaliabbaus in dieser Region.
  • Direktoren Villen am Anfang des Ortes.
  • Das Ehrenmal steht in der Mitte des Ortes.
  • Im Ort finden sich eine Vielzahl denkmalgeschützter Gebäude, sowohl alte Fachwerkbauten als auch Gebäude aus der Zeit des Kalibaus.
  • Rund um den ehemaligen Bahnhof befinden sich typische Bauten der Kalizeit mit weißen Häuserwänden sowie mit roten Pfannen gedeckten Mansardendächern.
  • Die alte Schule in Groß Häuslingen wurde in der Kalizeit errichtet.
  • Ein Schafstall aus dem Jahre 1706 enthält im Fachwerkgiebel als Ziegelmuster einen Donnerbesen, der nach altem Aberglauben vor Blitz und Donner schützen soll.
  • Das Herrenhaus des Guts Klein Häuslingen zeigt einen für die Region untypischen Zwiebelturm.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn A 27 liegt östlich der Gemeinde. Die nächste Anschlussstelle ist ca. 13 km entfernt bei Walsrode. Südlich verläuft in unmittelbarer Nähe die Bundesstraße B 209, Walsrode–Nienburg/Weser.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Groß Häuslingen – ehemaliger Schacht "Aller-Nordstern"
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
  5. http://www.haeuslingen.de/formulare/Raete_Gem_Haeuslingen.pdf
  6. Chronik und Einblicke auf www.haeuslingen.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Häuslingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien