Höchberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Höchberg
Höchberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Höchberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 47′ N, 9° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 7,55 km2
Einwohner: 9371 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1242 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97204
Vorwahl: 0931
Kfz-Kennzeichen: , OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 147
Marktgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 58
97204 Höchberg
Webpräsenz: www.hoechberg.de
Bürgermeister: Peter Stichler (SPD)
Lage des Marktes Höchberg im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Höchberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchberg grenzt im Osten direkt an Würzburg. Es besteht aus zwei Ortsbereichen, dem Altort und dem Ortsteil Hexenbruch. Darüber hinaus sind Neubaugebiete, z. B. „Mehle“ und „Mehle II“ entstanden.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird fälschlicherweise angenommen, dass sich der Name Höchberg von „hoch“ und „Berg“ ableitet. Der ursprüngliche Name Huohhobura besteht aber aus den althochdeutschen Wörtern huoh und bûr. Sie bedeuten „Gelächter“ und „kleines Haus“. Es handelt sich somit um ein kleines Gebäude, das Anlass zum Spott gab.[2]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[2]

  • 779 Huohhobura
  • 1230 Hochebur
  • 1303 Hoechbur
  • 1318 Hoewechgebuer
  • 1337 Hochbuer
  • 1341 Hoechgebuer
  • 1360 Hoechbuer
  • 1383 Huchbůer
  • 1450 Huchbawr
  • 1497 Huchbur
  • 1525 Hugberg
  • 1800 Hochberg
  • 1819 Höchberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchberg wurde erstmals im Jahr 748 urkundlich erwähnt.

Mindestens seit Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts waren jüdische Familien im Ort ansässig. Sie legten einen Jüdischen Friedhof an und errichteten 1721 eine Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern ausgeraubt wurde und seit 1951 als evangelische Kirche dient. Eine Gedenktafel am Kircheneingang und ein Gedenkstein am Jüdischen Friedhof erinnern heute an diese Vorgänge.[3]

Als Teil des Hochstiftes Würzburg (Stift Burkard), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Höchberg 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Juli 1990 verlieh das Bayerische Staatsministerium des Inneren der Gemeinde das Prädikat Markt.

Hexenbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Hexenbruch wurde am Morgen des 21. Juni 1749 Maria Renata Singer von Mossau, die letzte vermeintliche Hexe Frankens, verbrannt; sie war eines der letzten Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. In den 1950er Jahren begann die Bebauung des Ortsteils. Vorher wurde das Gebiet militärisch genutzt. Außerdem wurde im alten, mittlerweile zugeschütteten Steinbruch bis weit ins 19. Jahrhundert Muschelkalk abgebaut. Seitdem trägt dieser Teil des Ortes den Namen Hexenbruch.

Ausgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde ein Gebiet von etwa 155 ha Größe im hinteren Steinbachtal an die Stadt Würzburg abgetreten. Die dort befindliche Roßbergsiedlung hatte zu dem Zeitpunkt 470 Einwohner.[4] In den amtlichen Ortsverzeichnissen wird dieses Gebiet als Gemeindeteil Steinbachtal geführt. [5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Höchberg.svgEinwohnerentwicklung von Höchberg - ab 1871.svg
Einwohnerentwicklung von Höchberg. Oben ab 1598 bis 2016. Unten ein Ausschnitt ab 1871
Jahr Einwohner
1598 300
1814 847
1898 1608
1939 3093
1945 4281
1950 4545[7]
1961 4935[8]
Jahr Einwohner
1970 5437[8]
1987 8761[9]
1991 9224
1995 9393
2000 10029[10]
2005 9370
2010 9440
2015 9329
2016 9324

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 16. März 2014 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Marktgemeinderates von Höchberg:[11]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 31,3 % 6
SPD 33,4 % 7
Grüne 14,4 % 3
Freie Wähler Höchberger Mitte (HM) 12,5 % 2
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 5,7 % 1
FDP/Freie Bürgerliste 2,8 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1994 Peter Stichler (SPD). Bei der Bürgermeisterwahl am 11. März 2012 wurde er mit 76,2 % der gültigen Stimmen erneut im Amt bestätigt.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchberg unterhält Partnerschaften mit der französischen Gemeinde Luz-Saint-Sauveur (seit 1977) und mit der italienischen Gemeinde Bastia Umbra (seit 1990).[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnen in der Ortsmitte

Sehenswert sind der Ortskern mit einem künstlich angelegten Wasserlauf und einer Brunnenanlage im Altort und die historische katholische Pfarrkirche Mariä Geburt.

Im oberen Bereich des künstlichen Wasserlaufs der Brunnengasse befindet sich eine (Stand 2005) renovierte ehemalige jüdische Präparandenschule.

Ein Mischwaldgebiet grenzt an die Nachbargemeinden Waldbüttelbrunn, Kist und Zell am Main an. Einmal im Jahr findet der Höchberger Grenzweg-Wandertag statt.

Die Bibliothek hat im Ranking der Bibliotheksorte mit weniger als 15.000 Einwohner einen sechsten Platz belegt. Seit kurzem kann das Angebot auch online eingesehen werden.

An der alten Würzburger Straße nach Höchberg befindet sich ein Kreuzweg, der sich über mehrere Kilometer erstreckt und aus sieben in Sandsteinen gehauenen, altarähnlichen Bildstöcken besteht. Die ersten drei Stationen befinden sich noch auf dem Stadtgebiet Würzburgs, die Stationen vier bis sieben auf dem Gebiet des Marktes Höchberg.

Ein Teil der Wasserversorgung der Festung Marienberg in Würzburg erfolgte früher von einer Quelle am oberen Ende der Brunnengasse (bzw. im Bereich der Sonnemannstraße schräg gegenüber der ehemaligen Präparandenschule).

Neben der Präparandenschule und dem Geburtshaus von Leopold Sonnemann (Begründer der Frankfurter Zeitung, dem Vorläufer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) gibt es als weiteres Zeugnis einen ehemaligen jüdischen Friedhof in Höchberg.

Freizeitgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchberg bietet verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Im Ortsteil Hexenbruch befindet sich z. B. das Mainlandbad (Hallen- und Freibad mit Saunaanlage), daneben eine 18-Loch-Minigolfbahn. Des Weiteren gibt es einen Sportplatz mit Tartanbahn und für Hobbyfußballspieler einen Waldsportplatz. Für nicht vereinsgebundene Fußballspieler bietet sich der sogenannte Bolzplatz auf der Scheckertswiese an. Auf dem Sportplatzgelände befinden sich auch vier Tennisplätze.

Der bekannteste Wanderweg auf Höchberger Gemarkung ist der Naturpfad. Er führt vom Kloster Oberzell durch den Staats- und Gemeindewald bis zum Erbachshof im Nachbarort Eisingen. Man kommt an sechs kleinen Seen vorbei.

Wanderwege sind auch die Wege zur Frankenwarte und in das Steinbachtal. Ausgangspunkt ist das Kreuzle, das am Ende der Straße Weg zum Kreuz steht.

Nicht nur für Weinkenner ist der Weinwanderweg interessant, der am Parkplatz Waldstraße beginnt und über den Alleeweg und den Hexenbruchweg durch die Weinberge unterhalb der Festung Marienberg bis zur Burkarder Kirche führt.

Ein Steinbruch bietet für Mountainbike-Fans mit kleinen bis mittleren Ansprüchen kleine Trails und Swingin'-Ramps.

In den Sommerferien gibt es jährlich auf einem Feld in der Nähe der Scheckertswiese für Kinder und Jugendliche ein Hüttendorf. Aus Paletten und Brettern wird der sogenannte Ferienspielplatz meist unter einem Motto eingerichtet. Betreut werden die jugendlichen Bastler mitunter von Freiwilligen aus dem Höchberger Jugendzentrum.

Neben der Mainlandhalle existiert die TGH-Halle der Turngemeinde Höchberg als weitere Sporthalle. Sie befindet sich in der Jahnstraße im Altort und wird im Volksmund auch Jahnsporthalle genannt.

Maskottchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Maskottchen des Marktes Höchberg ist ein Rabe, der den Namen „Krack“ trägt. Die Höchberger Bürger werden im mainfränkischen Sprachgebrauch auch als „Höchberger Krack’n“ bezeichnet.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariä Geburt
Kirche Sankt Norbert am Hexenbruch
Ehemalige Synagoge, heute evang.-luth. Kirche St. Matthäus

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Höchberg führen die Bundesstraßen 8 und 27, teilweise als ortsumgehende Ausbaustrecke. Nächste Autobahnanschlussstelle ist Würzburg-Kist an der A 3.

Außerdem ist Höchberg von Würzburg aus gesehen der zweite Ort an der Romantischen Straße. Durch Höchberg führen der Radweg Romantische Straße sowie der Aalbach-Radweg, der Würzburg mit Wertheim verbindet.

An der Haltestelle Karwinkel, die an der Hauptstraße liegt, halten viele Buslinien, die in den westlichen und südlichen Landkreis Würzburg fahren. Nach Höchberg selbst fahren vom Würzburger Busbahnhof die Buslinien 17 und 18, die im Taktverkehr von 20 bzw. 30 Minuten verkehren.

Siehe dazu auch: Omnibusverkehr im Raum Würzburg

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Höchberger Volksschule
  • Leopold-Sonnemann Realschule am Rudolf-Harbig-Platz
  • Sonderschule des Landkreises Würzburg „Rupert-Egenberger-Schule“

Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kindertagesstätte Mariä Geburt
  • St. Norbert
  • St. Matthäus
  • Kindergarten im Wiesengrund
  • Kinderkrippe im Wiesengrund
  • Kinderkrippe Pusteblume

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopold Sonnemann, (1831–1909), Journalist, Gründer (1856) der Frankfurter Zeitung und Reichstagsabgeordneter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Höchberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 104 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 147
  4. Richard Bauer: Markt Höchberg. Heimatbuch und Chronik. Höchberg, 1993. S. 7 und 281 f.
  5. Höchberg im Amtlichen Ortsverzeichnis von Bayern 1973 S. 195
  6. Würzburg im Amtliches Ortsverzeichnis von Bayern 1978 S. 169
  7. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425 (gemäß Bayerisches Landesamt für Statistik, Gemeindedate).
  8. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  9. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. 2007, S. 425.
  10. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. 2007, S. 425 (nach Gebietsstand 1999).
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 7. April 2017
  12. Website Gemeinde Höchberg – Partnerstädte, abgerufen am 7. April 2017