Höchstädt an der Donau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Höchstädt a.d.Donau
Höchstädt an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Höchstädt a.d.Donau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 37′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Höchstädt an der Donau
Höhe: 416 m ü. NHN
Fläche: 37,45 km²
Einwohner: 6663 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89420
Vorwahl: 09074
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 139
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Herzog-Philipp-Ludwig-Str. 10
89420 Höchstädt a.d.Donau
Webpräsenz: www.hoechstaedt.de
Bürgermeister: Stefan Lenz (Freie Wähler)
Lage der Stadt Höchstädt a.d.Donau im Landkreis Dillingen an der Donau
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Donau-Ries Landkreis Günzburg Aislingen Bachhagel Bächingen an der Brenz Binswangen Bissingen (Bayern) Blindheim Buttenwiesen Dillingen an der Donau Finningen Glött Gundelfingen an der Donau Haunsheim Höchstädt an der Donau Holzheim (bei Dillingen an der Donau) Laugna Lauingen (Donau) Lutzingen Medlingen Mödingen Schwenningen (Donau) Syrgenstein Villenbach Wertingen Wittislingen Ziertheim Zöschingen ZusamaltheimKarte
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Höchstädt an der Donau (amtlich Höchstädt a.d.Donau) ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau, Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Höchstädt an der Donau, der auch die Gemeinden Finningen, Lutzingen, Blindheim und Schwenningen angehören.

Schloss Höchstädt, Wahrzeichen der Stadt
Südwestseite des Schlosses

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchstädt an der Donau liegt sieben Kilometer nordöstlich von Dillingen, zwischen Ulm und Donauwörth.

Ausdehnung des Stadtgebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Höchstädt an der Donau gehören unter anderem die Ortsteile Höchstädt an der Donau, Deisenhofen, Oberglauheim, Schwennenbach und Sonderheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes taucht erstmals 1081 in einer Urkunde auf. Nach dem Ende der Stauferzeit kam Höchstädt zu Bayern. Von 1505 bis 1808 gehörte die Stadt zum Fürstentum von Pfalz-Neuburg („Junge Pfalz“). Unter Pfalzgraf Ottheinrich wurde Höchstädt 1542 mit dem Gebiet Pfalz-Neuburg evangelisch. Im Jahr 1616/17 wurde die Gegenreformation durchgeführt. Dann vereinigten sich die Gebiete der Pfalz und Bayerns unter den Wittelsbachern.

Berühmtheit erlangte die Stadt im Jahr 1704, als vor ihren Toren die entscheidende Schlacht im Spanischen Erbfolgekrieg, die sogenannte Zweite Schlacht von Höchstädt, geschlagen wurde. Hinter dieser zu Weltruhm gelangten Schlacht treten die beiden anderen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Nähe der Stadt oftmals im Bewusstsein zurück. Die Erste Schlacht bei Höchstädt brachte – ebenfalls im Spanischen Erbfolgekrieg – im Jahr 1703 einen Erfolg französisch-bayerischer Truppen gegen österreichisch-brandenburgische Einheiten. Die dritte Schlacht ereignete sich fast 100 Jahre später. Im Zweiten Koalitionskrieg gelang im Jahr 1800 Jean-Victor Moreau nach dem Übergang über die Donau mit der französischen Rheinarmee ein Sieg über eine österreichische Streitmacht und die mit ihr verbündeten württembergisch-bayerischen Truppen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Deisenhofen, Oberglauheim, Schwennenbach und Sonderheim eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat der Gemeinde hat 20 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:[3]

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze
CSU / Unabhängige Bürger 24,17 % 5
Freie Wähler 19,52 % 4
SPD 15,80 % 3
Bürgerblock Deisenhofen 10,97 % 2
FDP 6,18 % 1
Wählerschaft Oberglauheim 4,95 % 1
Junges Höchstädt 4,88 % 1
Wählervereinigung Schwennenbach 4,80 % 1
Bürgerliste Sonderheim 4,49 % 1
Höchstädter Forum 4,25 % 1

Gegenüber der Kommunalwahl 2008 hat die CSU einen Sitz verloren, die SPD einen Sitz hinzugewonnen. Die übrige Sitzverteilung ist gleich geblieben.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Stefan Lenz (FW). Er löste in einer Stichwahl Hildegard Wanner (CSU/Unabhängige Bürger) ab, die seit 2002 die einzige Bürgermeisterin im Landkreis war. Stellvertreter sind Stephan Karg (CSU) als Zweiter und Hans Mesch (Freie Wähler) als Dritter Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold ein zinnengekrönter roter Rundturm mit drei blauen Spitzdächern, der oben mit einem gelehnten Rautenschild belegt und unten von einer roten Zinnenmauer umgeben ist.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchstädt ist partnerschaftlich verbunden mit den deutschen Gemeinden Reinsdorf-Friedrichsgrün in Sachsen (seit 1991) und Ruppertsberg in Rheinland-Pfalz (seit 1935/1987).[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz mit Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt
  • Das Höchstädter Schloss ist ein Bau aus der Spätrenaissance. Es wurde zwischen 1589 und 1603 auf Wunsch von Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg errichtet.
  • Im Heimatmuseum im neugotischen Alten Rathaus von 1853 wird in zwei Dioramen mit etwa 10.000 Zinnfiguren die Schlacht von Höchstädt dem Besucher präsentiert. Seit dem Kunstraub durch den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg im Zweiten Weltkrieg verfügte das Museum auch über Ostereier (Pysanka) aus der Ukraine,[5] die 2011 restituiert wurden.[6]
  • Die gotische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt besitzt eine Reliquie von Adolph Kolping. Obwohl im 15. Jahrhundert errichtet, besitzt die Hallenkirche eine barocke Innenausstattung.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Sonderheim besitzt Deckengemälde und Stuckdekor aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die katholische Pfarrkirche und ehemalige Wallfahrtskirche Maria Immaculata in Schwennenbach besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko mit Fresken von Johann Anwander und Stuck von Bartholomäus Hoiß.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Deisenhofen besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko mit Fresken von Johann Anwander.
  • Das ehemalige Kastenhaus Höchstädt (zur Aufbewahrung von Getreide) hat Barockgiebel an der Nord- und Südseite. Das ehemalige Kastnerhaus des Verwalters des Kastenhauses ist mit einem reich gegliederten dreigeschossigen Giebel mit S-Stufen (typisch für den Übergangsstil zwischen Gotik und Renaissance) versehen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchstädt ist Sitz der Grünbeck Wasseraufbereitung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Höchstädt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Tengler (* um 1447; † nach 1511), Landvogt in Höchstädt an der Donau, verfasste hier den 1509 erstmals gedruckten Laienspiegel, eines der berühmtesten Rechtsbücher der Frühen Neuzeit.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Strobel (1925–2013), Stadtheimatpfleger von Höchstädt, Ehrenbürgerschaft im Jahr 2002

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Letzing, Sonderheim, in: Adolf Layer (Hrsg.), Höchstädt an der Donau. Eine kleine Stadt mit großem Namen. Festbuch zur 900-Jahr-Feier der Stadt Höchstädt, Höchstädt 1981, S. 395−399
  • Arbeitskreis Bildband 1704/2004 der Stadt Höchstädt: 1704−2004, Die Schlacht bei Höchstädt/Blindheim. Festbuch zum Gedenkjahr 2004, ISBN 3-00-016329-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Höchstädt a.d.Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Höchstädt an der Donau – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.
  3. VG Höchstädt – Stadtratswahlen Höchstädt 2014
  4. Stadt Höchstädt – Partnergemeinden
  5. Ulrike Hartung : Verschleppt und verschollen − eine Dokumentation deutscher, sowjetischer und amerikanischer Akten zum NS-Kunstraub in der Sowjetunion (1941–1948). Bremen : Temmen, 2000 ISBN 3-86108-336-1, S. 269
  6. Grußwort anlässlich der Übergabe 210 Ostereier und Keramikteller an die ukr. Seite und Unterzeichnung des Übergabeprotokolls, Hans-Jürgen Heimsoeth, Deutsche Botschaft Kiew