Höchstädt an der Donau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Höchstädt a.d.Donau
Höchstädt an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Höchstädt a.d.Donau hervorgehoben

Koordinaten: 48° 37′ N, 10° 34′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Höchstädt an der Donau
Höhe: 416 m ü. NHN
Fläche: 37,45 km2
Einwohner: 6879 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89420
Vorwahl: 09074
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 139
Stadtgliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Herzog-Philipp-Ludwig-Str. 10
89420 Höchstädt a.d.Donau
Website: www.hoechstaedt.de
Erster Bürgermeister: Gerrit Maneth (Freie Wähler)
Lage der Stadt Höchstädt a.d.Donau im Landkreis Dillingen an der Donau
Baden-WürttembergLandkreis AugsburgLandkreis Donau-RiesLandkreis GünzburgAislingenBachhagelBächingen an der BrenzBinswangenBissingen (Bayern)BlindheimButtenwiesenDillingen an der DonauFinningenGlöttGundelfingen an der DonauHaunsheimHöchstädt an der DonauHolzheim (bei Dillingen an der Donau)LaugnaLauingen (Donau)LutzingenMedlingenMödingenSchwenningen (Donau)SyrgensteinVillenbachWertingenWittislingenZiertheimZöschingenZusamaltheimKarte
Über dieses Bild

Höchstädt an der Donau (amtlich Höchstädt a.d.Donau) ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Höchstädt an der Donau.

Schloss Höchstädt an der Donau von Westen
Südwestseite des Schlosses
Herzogin-Anna-Straße mit Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Höchstädt an der Donau

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt sieben Kilometer nordöstlich von Dillingen und ca. 40 Kilometer nordwestlich von Augsburg.

Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wird erstmals 1081 in einer Urkunde erwähnt. Nach dem Ende der Stauferzeit kam Höchstädt zu Bayern. Von 1505 bis 1808 gehörte die Stadt zum Fürstentum von Pfalz-Neuburg („Junge Pfalz“). Unter Pfalzgraf Ottheinrich wurde Höchstädt 1542 mit dem Gebiet Pfalz-Neuburg evangelisch. Im Jahr 1616/17 wurde die Gegenreformation durchgeführt. Dann vereinigten sich die Gebiete der Pfalz und Bayerns unter den Wittelsbachern.

Berühmtheit erlangte die Stadt im Jahr 1704, als vor ihren Toren die entscheidende Schlacht im Spanischen Erbfolgekrieg, die sogenannte Zweite Schlacht von Höchstädt, geschlagen wurde. Hinter dieser zu Weltruhm gelangten Schlacht treten die beiden anderen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Nähe der Stadt oftmals im Bewusstsein zurück. Die Erste Schlacht bei Höchstädt brachte – ebenfalls im Spanischen Erbfolgekrieg – im Jahr 1703 einen Erfolg französisch-bayerischer Truppen gegen österreichisch-brandenburgische Einheiten. Die dritte Schlacht ereignete sich fast 100 Jahre später. Im Zweiten Koalitionskrieg gelang im Jahr 1800 Jean-Victor Moreau nach dem Übergang über die Donau mit der französischen Rheinarmee ein Sieg über eine österreichische Streitmacht und die mit ihr verbündeten württembergisch-bayerischen Truppen.

Schloss Höchstädt, Wahrzeichen der Stadt

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden im Rahmen der Gemeindegebietsreform die Gemeinden Deisenhofen, Oberglauheim, Schwennenbach und Sonderheim eingegliedert.[3] Der Gemeindeteil Goldbergalm wurde 1980 zur Gemeinde Lutzingen umgegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 4701 auf 6756 um 2055 Einwohner bzw. um 43,7 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile bzw. Sitzverteilung:

Partei/Liste 2020[4] 2014[5]
% Sitze % Sitze
Freie Wähler 19,76 4 19,52 4
CSU 18,69 4 24,17 5
Bürgerblock Deisenhofen 13,67 3 10,97 2
SPD 8,99 2 15,80 3
Wählervereinigung Schwennenbach 5,64 1 4,80 1
Junges Höchstädt 5,44 1 4,88 1
FDP 5,07 1 6,18 1
Wählerschaft Oberglauheim 4,98 1 4,95 1
Junge Union 4,90 1
Wählervereinigung Sonderheim 4,38 1 4,49 1
Pro Höchstädt 3,43 1
V-Partei³ 2,61
Höchstädter Forum 2,43 4,25 1
Gesamt 100 20 100 20

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. März 2018 Gerrit Maneth (FW). Da Stefan Lenz (FW), Bürgermeister vom Mai 2014 bis Februar 2018, gesundheitsbedingt in den Ruhestand trat, war die Nachwahl am 25. Februar 2018 erforderlich. Lenz hatte in einer Stichwahl im März 2014 Hildegard Wanner (CSU/Unabhängige Bürger) abgelöst, die seit 2002 die einzige Bürgermeisterin im Landkreis war. Stellvertreter sind seit Mai 2014 Stephan Karg (CSU) als Zweiter und Hans Mesch (Freie Wähler) als Dritter Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Höchstädt an der Donau
Blasonierung: „In Gold ein zinnengekrönter roter Rundturm mit drei blauen Spitzdächern, der oben mit einem gelehnten Rautenschild belegt und unten von einer roten Zinnenmauer umgeben ist.“[6]
Wappenbegründung: Die Staufer waren bis 1268 die Stadtherren von Höchstädt. Sie hatten den Ort nach 1200 zur Stadt ausgebaut. Als deren Besitznachfolger gründeten die Wittelsbacher zwischen 1269/1271 und 1321 die sogenannte Neue Stadt, während die alte staufische Anlage nach 1300 langsam aufgelassen wurde. Erste Siegelabdrucke sind seit 1321 überliefert, das Siegel stammt wohl schon aus dem späten 13. Jahrhundert. Das Wappenbild von Höchstädt zeigt den Turm mit dem Schild auf einem Dreiberg. Die Rauten weisen auf die wittelsbachische Stadtherrschaft seit 1268. Höchstädt wurde damals im Zuge der Konradinischen Schenkung bayerisch. Die Darstellung des Turms ändert sich in den späteren Abbildungen. Die drei Dächer erscheinen erstmals 1471. Seit dem frühen 15. Jahrhundert wird der ursprüngliche Dreiberg von der Zinnenmauer ersetzt. Die Rundform des Turms und die Wappenfarben sind seit dem 16. Jahrhundert überliefert. 1819 wurde die Weiterführung dieses alten Wappens in unveränderter Form bestätigt.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchstädt ist partnerschaftlich verbunden mit den deutschen Gemeinden Reinsdorf-Friedrichsgrün in Sachsen (seit 1991) und Ruppertsberg in Rheinland-Pfalz (seit 1935/1987).[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz mit Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt
  • Das Höchstädter Schloss ist ein Bau aus der Spätrenaissance. Es wurde zwischen 1589 und 1603 auf Wunsch von Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg errichtet.
  • Im Heimatmuseum im Alten Rathaus von 1853 wird in zwei Dioramen mit etwa 10.000 Zinnfiguren die Schlacht von Höchstädt dem Besucher präsentiert. Seit dem Kunstraub durch den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg im Zweiten Weltkrieg verfügte das Museum auch über Ostereier (Pysanka) aus der Ukraine,[8] die 2011 restituiert wurden.[9]
  • Die gotische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt besitzt eine Reliquie von Adolph Kolping. Obwohl im 15. Jahrhundert errichtet, besitzt die Hallenkirche eine barocke Ausstattung.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Sonderheim besitzt Deckengemälde und Stuckdekor aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die katholische Pfarrkirche und ehemalige Wallfahrtskirche Maria Immaculata in Schwennenbach besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko mit Fresken von Johann Anwander und Stuck von Bartholomäus Hoiß.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Deisenhofen besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko mit Fresken von Johann Anwander.
  • Das ehemalige Kastenhaus Höchstädt (zur Aufbewahrung von Getreide) hat Barockgiebel an der Nord- und Südseite. Das ehemalige Kastnerhaus des Verwalters des Kastenhauses ist mit einem reich gegliederten dreigeschossigen Giebel mit S-Stufen (typisch für den Übergangsstil zwischen Gotik und Renaissance) versehen.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchstädt ist Sitz der Grünbeck Wasseraufbereitung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt führt die Bundesstraße 16 (RegensburgFüssen). Die Autobahn A7 (Würzburg – Ulm) ist über die Anschlussstelle Giengen/Herbrechtingen und die A8 (MünchenStuttgart) über die Anschlussstelle Burgau zu erreichen.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Höchstädt befindet sich an der Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen und wird von Regionalbahnen der Agilis Eisenbahngesellschaft bedient. Tagsüber bestehen stündlich Verbindungen Richtung Ingolstadt und Richtung Ulm.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am internationalen Donauradweg sowie am europäischen EuroVelo-Radweg 6, der vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer verläuft.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Höchstädt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Strobel (1925–2013), Stadtheimatpfleger von Höchstädt, Ehrenbürgerschaft im Jahr 2002

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Letzing, Sonderheim, in: Adolf Layer (Hrsg.), Höchstädt an der Donau. Eine kleine Stadt mit großem Namen. Festbuch zur 900-Jahr-Feier der Stadt Höchstädt, Höchstädt 1981, S. 395–399.
  • Arbeitskreis Bildband 1704/2004 der Stadt Höchstädt (Hrsg.): 1704–2004. Die Schlacht bei Höchstädt/Blindheim. Festbuch zum Gedenkjahr 2004, ISBN 3-00-016329-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Höchstädt a.d.Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Höchstädt an der Donau – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Höchstädt an der Donau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. August 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.
  4. Der Wahlleiter der Stadt Höchstädt a. d. Donau: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Stadtrats am 15.03.2020. Abgerufen am 23. November 2020.
  5. VG Höchstädt – Stadtratswahlen Höchstädt 2014 (Memento des Originals vom 19. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vg-hoechstaedt.de
  6. Eintrag zum Wappen von Höchstädt an der Donau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Stadt Höchstädt – Partnergemeinden (Memento des Originals vom 25. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hoechstaedt.de
  8. Ulrike Hartung: Verschleppt und verschollen − eine Dokumentation deutscher, sowjetischer und amerikanischer Akten zum NS-Kunstraub in der Sowjetunion (1941–1948). Bremen: Temmen, 2000 ISBN 3-86108-336-1, S. 269
  9. Grußwort anlässlich der Übergabe 210 Ostereier und Keramikteller an die ukr. Seite und Unterzeichnung des Übergabeprotokolls (Memento des Originals vom 22. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kiew.diplo.de, Hans-Jürgen Heimsoeth, Deutsche Botschaft Kiew
  10. webmaster: EuroVelo 6: Die europäischen Flüsse mit dem Fahrrad erkunden! — EuroVelo. Abgerufen am 29. April 2017.